Navigation und Service

Muskauer Park

Die Welterbestätte

Der Muskauer Park (Park Muzakowski) wurde an beiden Ufern der Neiße zwischen 1815 und 1844 unter Fürst Hermann von Pückler-Muskau als harmonisches Gartenkunstwerk angelegt und 2004 als polnisch-deutsches Kulturerbe in die Welterbeliste aufgenommen. Der 700 Hektar große Park beeinflusste die Landschaftsarchitektur in Europa und Amerika. Seit 1945 durchschneidet die deutsch-polnische Grenze den Park. Als Grundlage für die Wiederherstellung und Pflege des Landschaftskunstwerks wurde 1989 ein Vertrag zur grenzübergreifenden Zusammenarbeit geschlossen. In den 1990er Jahren intensivierte sich die deutsch-polnische Kooperation und entwickelte sich zu einem Vorzeigeprojekt internationaler Denkmalpflege im Dienst der deutsch-polnischen Aussöhnung. Alle Restaurierungsmaßnahmen in den polnischen wie auch in den deutschen Anlagenteilen werden aufeinander abgestimmt, so dass der Park in seiner Gänze erhalten wird.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Muskauer Park im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt 4,4 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Park mit Schloss (Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau)Park mit Schloss Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Instandsetzung der Schloßgärtnerei

Der Gewächshaus-Komplex ist ein seit den 1830er Jahren gewachsenes Ensemble mit umfangreich erhaltener Substanz, der mit seiner Tradition – der bis in die 1920er Jahre betriebenen Ananaszucht - ein Zeugnis höfischer Kultur darstellt. In der Muskauer Kulturlandschaft stellt die Schlossgärtnerei einen Bereich dar, der die Integration von Wirtschaftseinrichtungen und gestalteter Parklandschaft aufzeigt. Im Rahmen des Projekts soll das historische Ensemble der ehemaligen Schlossgärtnerei mit dem Gewächshauskomplex und angegliederten Außenflächen als gestalterische und funktionale Einheit wiederhergestellt werden.

Die Baumaßnahmen für den Gewächshauskomplex sind fast abgeschlossen. Die Außenanlagen werden unter Bezugnahme historischer Strukturen neugeordnet und als Schaugarten mit integrierten Anzuchtflächen in der ersten Jahreshälfte 2012 eingerichtet werden. Die Schlossgärtnerei soll durch eine Ausstellung ergänzt werden und den Besuchern die Ziele der repräsentativen und funktionellen Gärtnerei nahebringen.

Schlossgärtnerei (Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau)Schlossgärtnerei Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Schlossgärtnerei: Weg zum Pflanzensalon (Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau)Schlossgärtnerei: Weg zum Pflanzensalon Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Wiederaufbau der englischen Brücke

Mit Hilfe des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten ist mit dem Wiederaufbau der Englischen Brücke ein wichtiger Brückenschlag über die Neiße gelungen und die historische Verbindung zwischen Deutschland und Polen wiederhergestellt. Die wieder errichtete Englische Brücke wurde 2011 der Öffentlichkeit feierlich übergeben.

Für Fürst Pückler diente die Neiße als Ausgangspunkt und Zentrum seiner gartengestalterischen Maßnahmen im Schlosspark von Bad Muskau: Er bezog das Wasser des Flusses in die Kompositionen seiner Landschaftsbilder mit ein. Sichtachsen, Wegeverbindungen und Brücken führten dies- und jenseits der Neiße. Im Laufe der Jahrzehnte wurde die Englische Brücke, bedingt durch die leichte Bauweise in Holz und das ständig wiederkehrende Hochwasser, immer wieder umgebaut. Prinz Friedrich der Niederlande (1797 – 1881) ließ sie 1858 zugunsten einer besseren Stabilität durch einen massiven Neubau mit gemauerten Pfeilern ersetzen. 1897 sorgte ein Hochwasser für starke Schäden. Das filigrane Holzgitter wurde durch ein schmiedeeisernes Geländer ersetzt. Diese Fassung hielt bis zum Zweiten Weltkrieg als der Sturm der Roten Armee auf Berlin begann. 1945 wurden die Brücken gesprengt und somit die Verbindungen gekappt. Einzig die Brückenpfeiler blieben stehen, die es nun ermöglichten, die Englische Brücke wiederaufzubauen. Der Wiederaufbau orientiert sich an der Fassung vor 1945 und steht damit im Zusammenhang mit der bereits 2003 wiederhergestellten Doppelbrücke. Als Quellen standen Fotos und auch das schmiedeeiserne Gitter zur Verfügung.

Mit dem Wiederaufbau der englischen Brücke wurde nicht nur der Zugang zum polnischen Parkteil wiederhergestellt, sondern auch der historische Rundweg entlang der baulichen Sehenswürdigkeiten wieder erlebbar. Der Weg zum nördlich gelegenen und auf polnischer Seite befindlichen Zielpunkt, den Ruinen des Englischen Hauses, läuft nicht mehr in eine Sackgasse.

Englische Brücke (Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau)Englische Brücke Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Hangsicherung im Muskauer Park

Seit etwa zehn Jahren war ein Absterben der aus der pücklerschen Zeit stammenden Bäume zu beobachten. Dies hat dazu geführt, dass wichtige Hangsicherungsfunktionen durch das Blatt– und Wurzelwerk nicht mehr erfüllt wurden und die sandigen Hänge zunehmend erosionsgefährdet waren. Hinzu kamen veränderte oder angeschüttete Böschungen, die durch den Bau von Erschließungsstraßen entstanden waren. Im Rahmen des Welterbeprogramms wurden von September 2009 bis Juni 2010 durch baukonstruktive und ingenieursbiologische Hangsicherungsmaßnahmen der Erhalt und die Wiederherstellung des ursprünglichen Bodenreliefs erreicht und die Begrünung mit einer neuen Gehölzgeneration vorbereitet. Die Maßnahmen sind nun abgeschlossen.

Hangsicherung oberhalb der Schlucht (Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau)Hangsicherung oberhalb der Schlucht Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Sanierung und Rückbau von alten Leitungskanälen

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vorhandene Oberflächengewässer zu Mischwasserkanälen umfunktioniert. Diese münden in die Gewässer des Schlossparks. Obwohl Anfang der 1990er außer Betrieb genommen, führen die Leitungen teilweise bis heute Wasser. Im Rahmen des Projekts wurden die baulichen Altlasten zurückgebaut und die noch benötigten Leitungsabschnitte saniert.

Erarbeitung und Umsetzung eines Stadtentwicklungskonzeptes

Um den Umgebungsschutz der Welterbestätte Muskauer Park dauerhaft zu gewährleisten, wird derzeit ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet. Als Teil der Erarbeitung und Umsetzung eines Stadtentwicklungskonzepts wurde 2011 ein interdisziplinärer Realisierungswettbewerb zur Umgestaltung des ehemaligen Zoll- und Grenzabfertigungsplatzes durchgeführt. Für diese besonders sensible Fläche im Eingangsbereich des Muskauer Parks sollten Lösungen entwickelt werden, die einen Beitrag zur verkehrlichen Neuordnung und gestalterischen Aufwertung unter besonderer Berücksichtigung des Denkmalschutzes der Welterbestätte Muskauer Park / Park Mużakowski leisten. Das Preisgericht entschied sich für das Büro ARGE r+b landschaft s architektur, Dresden/ Ingenieurbüro EVTI, Leipzig.

Wettbewerbsergebnis - Visualisierung Grenzvorplatz (Quelle: ARGE r+b landschaft s architektur, Dresden/ Ingenieurbüro EVTI, Leipzig)Wettbewerbsergebnis - Visualisierung Grenzvorplatz Quelle: ARGE r+b landschaft s architektur, Dresden/ Ingenieurbüro EVTI, Leipzig

Denkmalgerechte Sanierung des Kavalierhauses

Das Kavalierhaus wurde im Muskauer Park gemäß seiner Bestimmung durch den Hausherren von Pückler bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Gäste- und Angestelltenwohnhaus genutzt. Es ist geplant, dass das unsanierte Gebäude künftig vorzugsweise Beherbergungsfunktionen und ggf. gastronomische Nutzungen aufnehmen soll, die in ihrer Funktion das unmittelbar benachbarte Neue Schloss ergänzen. Dies erfordert eine baulich-denkmalpflegerische Vorleistung, die weitere Investitionen und eine denkmalgerechte Nutzung des Gebäudes ermöglicht. Die Vorplanungen sind abgeschlossen. In 2012 beginnen die Baumaßnahmen.

Kavalierhaus (Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau)Kavalierhaus Quelle: Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Zusatzinformationen

Diese Seite

© GSB 5.0 - 2013