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Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau

Die Welterbestätte

Das Bauhaus wurde 1919 in Weimar als Kunstschule gegründet, 1925 nach Dessau und 1932 nach Berlin verlegt. Dort wurde es 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen. Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar und Dessau wurden 1996 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Das Bauhaus nimmt in der Geschichte der Kultur, Architektur, Stadtplanung, Kunst und des Designs des 20. Jahrhundert eine besondere Rolle ein. Als eine der ersten Hochschulen für Gestaltung führte es viele herausragende Architekten und Künstler seiner Zeit zusammen. Der hier begründete Bauhaus-Stil hat die Architektur und den Städtebau des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätten des Bauhaus in Dessau und Weimar im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt 3,4 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Bauhaus (Quelle: Stadt Dessau)Bauhaus Quelle: Stadt Dessau

Dessau–Roßlau: Gesamtkonzeption für die Nutzung, Erschließung und Vermittlung des Welterbes Bauhausbauten

Die Mehrzahl der Bauhausbauten gehört unterschiedlichen Eigentümern und wurde bislang weitgehend separat geführt. Historisch, konzeptionell und in der realen Erschließung lässt sich für die Besucher der Bauhausbauten ein Gesamtzusammenhang nur schwer erkennen. Mit der Gesamtkonzeption für die Nutzung, Erschließung und Vermittlung des Welterbes sollen die wichtigsten kulturhistorischen Potenziale zusammengeführt, als Schwerpunkte der städtischen Entwicklung herausgearbeitet und für die touristische sowie wirtschaftliche Entwicklung der Stadt erschlossen werden. Die Gesamtkonzeption soll die Entwicklung von strategischen Leitlinien für das städtebauliche Umfeld, die Einbettung der Maßnahmen in die IBA–Konzeption der Stadt sowie ein städtebauliches Erschließungskonzept mit Wegeführung umfassen.

Dessau–Roßlau: Besucher- und Ausstellungszentrum

Das Bauhausgebäude hat sich in den letzten Jahren zunehmend zur ersten Anlaufstelle für Besucher des UNESCO–Welterbes "Bauhausstätten" und der Stadt Dessau–Roßlau entwickelt. Mit derzeit 100.000 Besuchern und einer angestrebten touristischen Erschließung weiterer Bauhausbauten in Dessau ist eine Neuordnung der unzulänglichen Besucherführung und Servicedienste notwendig.

Bauhaus (Quelle: Stiftung Bauhaus Dessau, Thöner)Bauhaus Quelle: Stiftung Bauhaus Dessau, Thöner

Dessau–Roßlau: Energetisches Gesamtkonzept für die zentralen Bauhausbauten

Bei bisherigen Sanierungsmaßnahmen haben an Bauhausbauten in Dessau energetisch–ökologische Aspekte eine eher untergeordnete Rolle gespielt. Im Rahmen des Projekts ist die Entwicklung eines langfristigen Konzepts zu Maßnahmen und Kosten der energetischen Optimierung, Energieeinsparung und Energiegewinnung geplant. Im Rahmen der Studie werden innovative, denkmalkonforme Lösungen entwickelt. Sie wird in enger Abstimmung mit Vertretern der Denkmalbehörden und ICOMOS erstellt und versucht sowohl die energetischen Belange als auch die geplanten neuen Vermittlungs- und Nutzungskonzepte in den Bauhausgebäuden zusammenzufassen. Konkret beschäftigt sie sich mit dem Energieverbrauch und ermittelt durch dynamische Simulationen Einsparpotenziale durch bautechnische Eingriffe sowie durch Veränderungen von Nutzung und Nutzerverhalten. Darüber hinaus bietet sie Strategien und Einzelmaßnahmen bezogen auf die Heizleistung, den Stromverbrauch und die energetische Sanierung des Bauhauses an. Die Erkenntnisse sollen durch Messungen im Sockelgeschoß des Werkstattgebäudes, einer Bewertung von wärmedämmenden Vorhängen, einer Absenkung der Raumtemperaturen und der Prüfung des Nutzerverhalten auf bauphysikalische und energetische Auswirkungen untermauert werden. Die Maßnahmen wurden in den Wintermonaten 2011/2012 insbesondere am Kornhaus und einem Beispielbau der Siedlung Törten durchgeführt und werden derzeit ausgewertet. Im Mai 2012 ist eine Veranstaltung am Bauhaus zu Denkmal und Energie mit einer Vorstellung der Konzeption geplant. Anschließend sollen die Ergebnisse in Buchform und Fachartikeln publiziert werden. Außerdem sollen die Studienergebnisse auf der Denkmalmesse 2012 in Leipzig vorgestellt werden.

Energetische Sanierung der Fenster (Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT)Energetische Sanierung der Fenster Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT

Dessau–Roßlau: Denkmalpflegerische Zielplanung - Meisterhäuser

Um das Potenzial, das von der Welterbestätte "Bauten der Moderne" für die Stadtentwicklung und die touristische Erschließung ausgeht, zu nutzen, soll im Rahmen des Projekts eine denkmalpflegerische Zielplanung erarbeitet werden, die sich derzeit im Abstimmungsprozess befindet. Für die "Bauten der Moderne" wird am Beispiel der Meisterhäuser ein Leitbild erstellt, an dem sich künftige Planungen orientieren können.

Meisterhäusersiedlung (Quelle: Stadt Dessau, Roderick Coyne)Meisterhäusersiedlung Quelle: Stadt Dessau, Roderick Coyne

Weimar: Haus am Horn - Denkmalgerechte Wiederherstellung der Einfriedung

Das Haus am Horn wurde im Rahmen der Bauhausaustellung 1923 als Musterhaus errichtet. Es wurde 1998/99 denkmalgerecht saniert und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Originalzustand war das Grundstück von einem patentierten Metalldrahtzaun umschlossen, der im Rahmen der Sanierung allerdings nur im Eingangsbereich wieder hergestellt wurde. Aus Mitteln des Investitionsprogramms wurde die vorhandene Einfriedung außerhalb des Eingangsbereichs beseitigt und denkmalgerecht wiederhergestellt. Damit wurde das ursprüngliche Raum- und Nutzungskonzept vervollständigt. Das seit 2009 laufende Projekt konnte Ende 2010 planmäßig abgeschlossen werden.

Haus am Horn (Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT)Haus am Horn Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT

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