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Die Wartburg

Die Welterbestätte

Die 1067 gegründete und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach zerstörte Wartburg wurde 1999 als ein hervorragendes Denkmal der feudalen Epoche in Mitteleuropa in die Welterbeliste aufgenommen. Der geächtete Reformator Martin Luther fand hier Zuflucht und übersetzte auf der Wartburg zwischen Mai 1521 und März 1522 das Neue Testament aus der griechischen Urfassung ins Deutsche. Im 19. Jahrhundert wurde die Wartburg zum nationalen Denkmal ausgebaut. Auf den alten Fundamenten wurden der Bergfried, die Hofstube und das Gadem, neu errichtet. Der romanische Palas, ein nach 1155 entstandener Saalbau mit 170 Säulen und meisterhaften Kapitellen und zu seiner Zeit schönste Profanbau nördlich der Alpen, wurde aufwändig restauriert und ausgestattet. Durch ihre Lage an der ehemaligen innerdeutschen Grenze galt die Wartburg auch als Symbol der deutschen Einheit.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Wartburg im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt 1,9 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Wartburg (Quelle: Wartburg-Stiftung)Wartburg Quelle: Wartburg-Stiftung

Sanierung der Trink– und Löschwasserversorgung

1886 wurden nördlich des Rennsteigs die Quellfassungen zur Trinkwasserversorgung der Wartburg errichtet. Das oberflächennahe Grundwasser wurde hierbei über Sickerleitungen und Kanäle in Quellschächte gefasst und anschließend in einer fast 25 km langen Wasserleitung ohne Druckerhöhungsanlage zur Burg geleitet.

Durch ständig einwirkende Innen– und Außenkorrosion ist die Wasserleitung in ihrer Stabilität beeinträchtigt und kann den auftretenden Belastungen nicht mehr standhalten. Um den historischen Wert und den Charakter dieser Anlage sowie die weitere Funktionalität der Wasserbereitstellung für die Wartburg zu erhalten, sollen die stark überalterten und verschlissenen Rohre in einem Teilabschnitt im Rahmen des Welterbeprogramms erneuert werden. Dieser Teilabschnitt liegt meist im Bereich von Wanderwegen und führt von der Hohen Sonne entlang der Drachenschlucht bis zur Wartburg.

Bei der Auswechslung der alten Trinkwasserleitung wird zunächst eine Interimsleitung zur zeitweiligen Wasserversorgung auf der Wartburg in Teillängen neben der alten Leitung verlegt. Anschließend kann die alte Trinkwasserleitung in ihrer ursprünglichen Trasse ausgebaut und durch eine neue Leitung ersetzt werden. Der erste Bauabschnitt konnte bereits fertiggestellt werden.

Sicherung und Sanierung der Wehr– und Stützmauern in der Kernburg sowie im Außenbereich der Burganlage

Die Stütz– und Wehrmauern der Wartburg umfassen zwei komplexe Teilbereiche. Der Teilbereich I "Kernburg" setzt sich aus den Wehr– und Stützmauern der eigentlichen Kernburg zusammen und besteht zum überwiegenden Teil aus hochmittelalterlichen bis spätmittelalterlichen Mauerwerksbeständen. Der Teilbereich II "Außenbereich" umfasst Wehr– und Stützmauern des Außenbereichs der Kernburg und besteht überwiegend aus jüngeren, nachmittelalterlichen Mauerbeständen. Alle Anlagenteile sind durch die topografische Lage auf dem Burgberg in einer Höhenlage von ca. 400 Meter über NN extremen Witterungen ausgesetzt. Daneben führten auch inhomogene Materialzusammensetzungen, fehlende Wasserableitungen (Horizontal–, Vertikalsperrung sowie Drainage), Umweltschadstoffbelastungen, Durchwurzelungen sowie in straßenangrenzenden Bereichen auch hohe Verkehrsbelastungen zu gravierenden Schäden.

Im Rahmen des Projekts sollen Maßnahmen zur Bauwerkssicherung der Wehr– und Stützmauern durchgeführt werden. Sie gewährleisten die Standsicherheit der Burganlage und die Verkehrssicherheit der Zuwegung. Erste Bauabschnitt, so z.B. die Stützmauern am Hotelhof oder am Hauptfußweg, sind bereits fertiggestellt.

Instandsetzung der Mauern (Quellle: Wartburg-Stiftung)Instandsetzung der Mauern Quelle: Wartburg-Stiftung

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