Navigation und Service

Der obergermanisch-rätische Limes

Die Welterbestätte

Der obergermanisch-rätische Limes ist mit 550 Kilometern das längste Bodendenkmal Europas. Er diente der einstigen römischen Weltmacht als Grenze zu Germanien und bildet gemeinsam mit dem Hadrianswall in Großbritannien die grenzüberschreitende Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums". Der Limes wurde 2005 in die Welterbeliste aufgenommen. Der obergermanische Limes beginnt bei Rheinbrohl, der rätische Limes im Rotenbachtal bei Schwäbisch Gmünd. Er endet nahe Regensburg bei Hienheim an der Donau. In seinem Verlauf in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz konnten zahlreiche Überreste der antiken Grenzanlage erhalten werden, zum Beispiel das rekonstruierte Kastell Saalburg bei Bad Homburg, in dem Limesforschung betrieben und über das Leben im Grenzland zur Römerzeit informiert wird.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Limes im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 6 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Obergermanisch-rätischer Limes (Quelle: G. Neusser, Kreismedienzentrum Waiblingen)Obergermanisch-rätischer Limes Quelle: G. Neusser, Kreismedienzentrum Waiblingen

Bad Ems: Limesturm

Der Limeswachturm WP 2–1 ist der älteste rekonstruierte Limesturm. Er befindet sich oberhalb der Stadt Bad Ems an einer landschaftlich markanten Stelle. Im Rahmen des Projekts wurde das Bruchsteinmauerwerk saniert, die Holztragewerkkonstruktion von Wehrgang, Galerie und Dach sowie der Bodenbelag teilerneuert. Die Maßnahmen wurden 2010 abgeschlossen.

Limesturm (Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT)Limesturm Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT

Bad Homburg v.d.H.: Römerkastell Saalburg

Die Saalburg, ein römisches Kastell zur Überwachung des Limes, wurde nach ersten archäologischen Untersuchungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Initiative Kaiser Wilhelms II., der sich schon als Kind bei seinen Besuchen in der Kurstadt Bad Homburg für die Ausgrabungsarbeiten interessierte, von 1897 bis 1907 als Freilichtmuseum und Forschungsinstitut aufgebaut. In dem Kastell waren zur Zeit der Römer rund 600 Fußsoldaten und Reiter stationiert. Vor dem Haupttor der Wehrmauer lagen ein Badegebäude und ein Gästehaus. Ein Dorf mit Handwerker-, Händler- und Wirtshäusern schloss sich an. Gräber und kleinere Heiligtümer säumten die Römerstraße nach Nida, dem heutigen Frankfurt-Heddernheim. Bis zu 2.000 Menschen dürften im Kastell und im Dorf gelebt haben. Die Rekonstruktion orientierte sich an den Bauformen antiker Vorbilder, so dass die heutige Anlage einen annähernd originalgetreuen Eindruck einer römischen Militäreinrichtung bietet.

Im Rahmen des Projekts werden die Umfassungsmauer und die Toranlage grundsaniert und eine Umfriedung angelegt, die dem alten Verlauf folgt und die Grenze des Archäologischen Parks markiert. Das Ensemble Villa Böhm, das Nachtwächterhaus und das Teehaus der Kaiserin Viktoria bildet ein forschungsgeschichtlich und denkmalpflegerisch bedeutendes Ensemble. Das Ensemble wird saniert und im rekonstruierten Nachtwächterhaus die Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission untergebracht werden.

Die Rekonstruktion des Mithrasheiligtums südlich des Saalburg-Kastells wird gemeinsam mit dem davor angelegten Teich und dem rekonstruierten Nymphenheiligtum die Stimmung eines römischen Naturheiligtums vermitteln.

Die Kellermauern der Wohnhäuser im Bereich des Dorfes gehören zum originalen römischen Bestand und vermitteln einen Eindruck von der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung vor den Toren des Kastells. In diesem Bereich werden die Dorfhäuser und öffentliche Gebäude restauriert (Thermenanlage, Herberge, Jupitersäule, große Halle).

Das Gräberhaus ist das früheste auf römischen Grundmauern wiedererrichtete Gebäude im archäologischen Park. In den Gebäuden werden Instandsetzungen durchgeführt und anschließend eine Dauerausstellung zur römischen Gräberstraße an der Saalburg eingerichtet.

Ein Großteil der Projekte konnten bereits Ende 2011 abgeschlossen werden.

Saalburg (Quelle: Römerkastell Saalburg)Saalburg Quelle: Römerkastell Saalburg

Bad Nauheim: Signalturm Johannisberg

Der römische Signalturm Johannisberg liegt im denkmalgeschützten Waldpark Bad Nauheims und gehört zusammen mit den Resten der benachbarten Johanniskirche zu einem Denkmalensemble. Zwischen 2009 und 2010 wurden die römischen Originalrautenziegel instandgesetzt, die durch fehlerhaften Einbau in der Vergangenheit, Verschleiß durch Witterung und Vandalismus beschädigt waren. Darüber hinaus wurde die aufgehende Mauer über den Turmresten saniert. Dazu wurde die Mauer zum Schutz vor Regenwasser neu abgedeckt und mit Mörtel verfugt. Im Turminneren wurde eine frostsichere Gründung aus Rautenziegeln erstellt.

Signalturm (Quelle: Gesellschaft für gewerbliche Architektur und Denkmalpflege mbH)Signalturm Quelle: Gesellschaft für gewerbliche Architektur und Denkmalpflege mbH

Bendorf: Römerturm Bendorf

1912 wurde nach den damaligen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Römerturm am Limes rekonstruiert und ca. 10 Meter von den Grundmauern des Wachturmes 1/54 errichtet. Er ist somit sowohl Bodendenkmal als auch Zeitzeugnis der Erforschung des Limes durch die Reichs-Limeskommission. Der Turm wurde in den 1970er Jahren in Folge von Brandstiftungen zugemauert und war seither nicht begehbar. Der Römerturm wurde 2009 bis 2010 instandgesetzt und mit Mitteln aus dem Welterbeprogramm wieder in den Zustand seiner Erbauung gebracht.

Instandgesetzter Römerturm (Quelle: Stadt Bendorf)Instandgesetzter Römerturm Quelle: Stadt Bendorf

Burgsalach: Maßnahmen zur Erhaltung und Visualisierung der historischen Strukturen

Die Bodendenkmäler des Limesabschnittes Burgsalach liegen im Naturpark Altmühltal. Das römische Erbe der Region soll im Rahmen eines didaktischen Konzepts am Limesort Burgsalach, der sich aufgrund der besonderen Dichte an Zeugnissen der ehemaligen Grenzbefestigung besonders gut für einen Römererlebnispfad eignet, vermittelt werden. Ziel ist eine spielerische Vermittlung von Wissen über die Themen "Die Römer in Bayern" und "Der Limes als UNESCO–Welterbe".

Um die Bodendenkmäler in Burgsalach zu sichern, sind Maßnahmen zur Erhaltung und Visualisierung der historischen Strukturen erforderlich. Dazu sollen die Mauerreste bei der Römerstraße von Bewuchs befreit und die Substanz konserviert werden. Für den Burgus sind Landschaftspflegemaßnahmen, die Sanierung der Aussichtsplattform sowie die Erstellung von drei Modellen geplant. Durch gezielte Bepflanzung sollen die historischen Strukturen visualisiert und Schautafeln aufgestellt werden. Entlang der archäologischen Stätten soll der "Römererlebnispfad Burgsalach" mit Schautafeln gestaltet werden.

Instandsetzungsmaßnahmen der Mauerreste (Quelle: Gemeinde Burgsalach)Instandsetzungsmaßnahmen der Mauerreste Quelle: Gemeinde Burgsalach

Gerolfingen, Wittelshofen und Weiltingen: Neubau Limeseum am Römerpark Ruffenhofen

Mit dem Neubau des Gebäudes soll auf etwa 800 qm das erste LIMESEUM im Landkreis Ansbach von den Gemeinden Geroflingen, Markt Weiltingen und Wittelshofen errichtet werden. Das LIMESEUM ist als Bildungsstätte unter wissenschaftlicher Leitung mit Sonderausstellungsfläche, einem Raum für Museumspädagogik und Vorträgen, Museumskino und Kindermuseum konzipiert. Im Rahmen des Projekts soll eine virtuelle Idealrekonstruktion von Kastell, Vicus und Limes als vollständige 3-D Visualisierung erstellt werden.

Aus dem Wettbewerb für den Neubau des Gebäudes ging das Architekturbüro Karl und Probst Ende 2010 als Sieger hervor. Bereits im Dezember 2011 wurde das Richtfest gefeiert. Die mittlerweile fertiggestellte Holzbaukonstruktion lässt die Entwurfsidee gut erkennen: Der in einer Aufwärtsspirale organisierte Weg durch das Museum gibt Blicke in alle Richtungen frei. Die Ausstellung und der Römerpark Ruffenhofen werden so zu einer Einheit. Das Museum soll voraussichtlich im Herbst 2012 eröffnet werden.

Wettbewerbsergebnis, Visualisierung LIMESEUM (Quelle: Architekturbüro Karl und Probst)Wettbewerbsergebnis, Visualisierung LIMESEUM Quelle: Architekturbüro Karl und Probst

Großkrotzenburg: Römisches Kastell

Die südliche Mauer des römischen Kastells von Großkrotzenburg ist bis zu einer Höhe von ca. 4 Meter erhalten. Sie bildet heute die Grenze zwischen verschiedenen Grundstücken und prägt nach wie vor das Ortsbild von Großkrotzenburg. Durch die Überwucherung mit Efeu und Umwelteinflüsse ist die Mauer sanierungsbedürftig. Im Rahmen des Projekts wird die Oberfläche der Mauer gereinigt und gefestigt.

Holzhausen: Limeskastell

In unmittelbarer Nähe des Limeskastells befindet sich eine Schutzhütte, die zu einem Informationspavillon ausgebaut werden soll. Dazu sollen die Außenwände mit einer neuen Holzverschalung verkleidet und das Dach mit Schiefer neu eingedeckt werden. Darüber hinaus soll die Kastellmauer des Limeskastells Holzhausen instandgesetzt werden.

Hungen: Limesinformationszentrum Hof Graß

Im Limesentwicklungsplan wurde für den Landkreis Gießen ein regionales Informationszentrum "Limes" vorgesehen, dass im ehemaligen Gesindehaus (Gebäude Nr. 5) auf dem über 200 Jahre alten Hof Graß eingerichtet werden soll. Das Limesinformationszentrum auf Hof Graß ist ein wichtiger Baustein für die Erschließung und Vermittlung des Limes im Landkreis Gießen und der nördlichen Wetterau. Es fügt sich in die bestehende Museumslandschaft in der Region "Wetteraulimes" ein und trägt zur zukünftigen Strukturentwicklung und Förderung des Tourismus bei.

Zur Umsetzung des Projekts wurden die Gebäudehülle von Hof Graß saniert sowie Innenausbau– und Einrichtungsmaßnahmen vorgenommen (Einbau einer behindertengerechten Toilettenanlage, Präsentation von Karten und Fundstücken etc.). Außerdem wurde ein Rundwanderweg um Hof Graß und ein Wasserspielplatz errichtet. Das seit 2009 laufende Projekt wurde planmäßig im Jahr 2011 abgeschlossen, das Limesinformationszentrum kann seither von der interessierten Öffentlichkeit kostenfrei besucht werden.

Miltenberg, Amorbach und Bürgstadt: Limes Erleben

Im Rahmen des Gesamtprojekts "Limes Erleben" wurden 2010 und 2011 in Miltenberg, Amorbach und Bürgstadt verschiedene Informationstafeln aufgestellt. Damit sollten vor allem von der Öffentlichkeit "vergessene" bzw. nicht wahrgenommene Stätten sichtbar gemacht werden. Um dies zu erreichen, wurden bei verschiedenen Wachtürmen Konservierungsmaßnahmen durchgeführt, so dass die Grundrisse und Mauern bis zu einer Höhe von etwa 50cm wieder sichtbar sind. Die Instandsetzungsmaßnahmen wurden damit abgeschlossen.

Neustadt: Römerkastell Abusina

An der Südwestecke des Kastells Abusina im Ortsteil Eining traten durch Setzungen des Baugrundes bereits Schäden am Mauerwerk auf. Die Mittel aus dem Welterbeprogramm wurden dazu eingesetzt, ein mögliches Abrutschen des Hangs durch eine Vernagelung und die Ableitung von Regen- und Bodenwasser zu verhindern. Außerdem wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur (Einrichtung von Toilettengebäuden, Parkplätzen, Wasser- und Abwasserleitungen) vorgenommen und ein Informationssystem (Wegweiser, Flyer, Audioguides und Visualisierungs-Terminals "Virtuelles Abusina") bereitgestellt. Das seit 2009 laufende Projekt konnte planmäßig im Sommer 2011 abgeschlossen werden. Künftig sollen jährliche Römertage im Römerkastell Abusina veranstaltet werden.

Informationsmodul (Quelle: Stadt Neustadt an der Donau)Informationsmodul Quelle: Stadt Neustadt an der Donau

Oberursel, Glashütten und Werheim (Hochtaunuskreis): Limeserlebnispfad

Der Limeserlebnispfad Hochtaunus trägt dazu bei, die archäologischen Denkmäler (Limes, Wachttürme, Kleinkastelle, Kastelle) den Besuchern mit Hilfe verschiedener didaktischer Module zu vermitteln (z.B. Erläuterungstafeln, Teilrekonstruktionen). Mit Mitteln aus dem Welterbeprogramm werden verschiedene Wachturmstellen instandgesetzt.

Osterburken, Adelsheim: Limespark Osterburken

Das Umfeld des Römermuseums Osterburken soll als Limespark erschlossen werden. Hierzu soll auf einem 5 Kilometer langen Teilstück das Welterbe Limes in all seinen Erscheinungs- und Erhaltungsformen gezeigt werden. Bestehende Objekte sollen nach den Vorgaben des Limesentwicklungsplans Baden- Württemberg ausgebaut, erschlossen und vernetzt werden.

Südlich von Osterburken entsteht beim Waldstück "Förstlein" ein Nachbau der Grenzanlage: Holzpalisade und Wall-Graben-Anlage können bereits besichtigt werden, bis Ende 2013 werden die Limesmauer und ein Wachtturm aus Stein erbaut. Darüber hinaus wurde ein Teil der neuen Wanderwege bereits angelegt. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.roemermuseum-osterburken.de

Planung Nachbau der Grenzanlage (Quelle: Hessdörfer Seifert Architekten)Planung Nachbau der Grenzanlage Quelle: Hessdörfer Seifert Architekten

Pförring: Römerkastell

Um das Bodendenkmal Kastell Pförring nachhaltig zu sichern, werden Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt. Dies gilt insbesondere für die schadhaften Mauerzüge des Nordosttores und des nördlichen Eckturmes. Ergänzend werden gemäß dem Limes-Entwicklungsplan Bayern 2006 landschaftspflegerische Maßnahmen durchgeführt.

Die archäologischen Grabungen am Nordosttor wurden bereits 2010 abgeschlossen. Sie lieferten neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Lage und zur Größe des römischen Tors. Um dessen Ausmaße heutigen Besuchern zu vermitteln, soll das Tor in Form einer Stahlkonstruktion dargestellt werden.

links und rechts: Römerkastell Pförringlinks und rechts: Römerkastell Pförring Quelle: Verwaltungsgemeinschaft Pförring

Zusatzinformationen

Diese Seite

© GSB 5.0 - 2013