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Oberes Mittelrheintal

Die Welterbestätte

Das Obere Mittelrheintal wurde als Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit 2002 in die Welterbeliste aufgenommen. Seine besondere Erscheinung verdankt das zwischen Bingen und Koblenz gelegene 65 Kilometer lange Obere Mittelrheintal seiner natürlichen Ausformung als Durchbruchstal im Rheinischen Schiefergebirge und der jahrhundertelangen Gestaltung durch den Menschen. Hochrangige Baudenkmäler haben sich hier in einer Fülle und Dichte erhalten, die in kaum einer anderen europäischen Kulturlandschaft zu finden sind. Mit seinen rebenbesetzten Talhängen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammengedrängten Siedlungen und den auf Felsvorsprüngen wie Perlen aufgereihten Höhenburgen gilt das Tal als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Zugleich ist das Obere Mittelrheintal seit zwei Jahrtausenden einer der wichtigsten Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Oberes Mittelrheintal im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 19,7 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Oberes Mittelrheintal bei Bacharach (Quelle: Stadt Bacharach)Oberes Mittelrheintal bei Bacharach Quelle: Stadt Bacharach

Bacharach: Stadtentwicklungskonzept

Die Stadt Bacharach hat in den Jahren 2009 und 2010 ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet, das die Grundlagen für künftige Planungen in Bacharach liefern soll. Das im Rahmen des Welterbeprogramms entwickelte Stadtentwicklungskonzept umfasst vier Projektbausteine: "Stadtleitbild Bacharach", "Verkehrskonzept", "Energiekonzept" und "Lichtkonzept". Die wesentlichen Ziele bestehen darin, die Entwicklung von zeitgemäßem Wohnraum zu ermöglichen, die Voraussetzungen für eine nachhaltige touristische Entwicklung zu schaffen und die verkehrliche Situation zu optimieren.

Bacharach (Quelle: GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau mbH)Bacharach Quelle: GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau mbH

Bacharach: Stadtbefestigungsanlage

Entlang der historischen Stadtbefestigungsanlage Bacharachs sind von den ursprünglich 16 Türmen noch 7 Türme vollständig und 2 Türme als Ruine erhalten. In den vergangenen Jahren war die Zugänglichkeit der historischen, mittelalterlichen Stadtmauer in Folge von Bewuchs und Verbuschung nur noch eingeschränkt möglich. Im Rahmen des Projekts soll die Sanierung der Stadttürme, der Stadtmauer und der Weiterbau des bereits zum Teil angelegten Mauerrundwegs durchgeführt werden. Neben der Erhaltung und Sicherung der Bausubstanz der Türme sollen diese mit touristischen Nutzungen belegt werden, um so das Kultur– und Freizeitangebot attraktiver zu gestalten.

Instandsetzungsmaßnahmen an der Stadtbefestigungsanlage (Quelle: GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau mbH)Instandsetzungsmaßnahmen an der Stadtbefestigungsanlage Quelle: GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau mbH

Bacharach: Burgruine Stahlberg

Die Burgruine Stahlberg liegt auf einer Anhöhe über dem Ortsteil Bacharach. Die Gesamtanlage wurde im Zeitraum zwischen 1158 und 1168 erbaut. Bereits 2006 wurden Notsicherungsmaßnahmen an der Burgruine durchgeführt. Im Rahmen des Projekts sollen weitere Sicherungsmaßnahmen an der Ruine durchgeführt werden – insbesondere in Bereichen, die statisch konstruktive Mängel aufweisen und vom Verfall bedroht sind. So sollen Mauerschäden beseitigt werden, die durch die Erosion des Schieferfelsgrunds entstanden sind. Um den abgängigen Felsuntergrund des Turms und seines Plateaus zu sichern, sollen darüber hinaus Felsvernagelungen eingebracht werden.

Instandsetzungsmaßnahmen an der Burgruine Stahlberg (Quelle: GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau mbH)Instandsetzungsmaßnahmen an der Burgruine Stahlberg Quelle: GSW Gesellschaft für Stadtentwicklung und Städtebau mbH

Bacharach: Neugestaltung Rheinvorgelände und Rheinufer

Die Stadt Bacharach möchte das gesamte Rheinvorgelände einschließlich der Uferzone neugestalten. Vor Beginn der Maßnahme war die rund 1.300m lange Rheinuferpromenade von verschiedenen kleineren Gebäuden, versiegelten Flächen und verrohrten bzw. naturfernen Bachmündungen geprägt. Ein weiteres Defizit besteht in der fehlenden städtebaulichen Einbindung der Bundesstraße 9.

Die Mittel aus dem Welterbeprogramm sollen dazu eingesetzt werden, die Rheinuferpromenade auf Grundlage eines integrierten Nutzungs-, Freiraum-, Verkehrs- und Gestaltungskonzepts zu erneuern. Dieses Konzept wurde im Vorfeld der Planung gemeinsam mit Bürgern und in einer fachübergeifenden Ämterrunde erarbeitet.

Das Hauptziel der Maßnahme besteht darin, eine funktionale Aufwertung des Rheinvorgeländes und eine bessere Verbindung zwischen mittelalterlicher Stadt und Rheinufer sicher zu stellen. Dazu soll das gesamte Rheinufergelände ökologisch und wasserwirtschaftlich aufgewertet und neugestaltet werden. An den Endpunkten der aus der Altstadt zum Rhein führenden Achsen sollen durch eine besondere Gestaltung "Portale" zur Stadt ausgebildet werden. Damit wird der Zugang zum landschafts- und stadtbildprägenden Fluss insgesamt verbessert.

Masterplan zur Neugestaltung des Rheinvorgeländes und Rheinufers (Quelle: Stadt Bacharach)Masterplan zur Neugestaltung des Rheinvorgeländes und Rheinufers Quelle: Stadt Bacharach

Boppard: Kurfürstliche Burg

Die ehemalige "Kurfürstliche Burg" befindet sich unmittelbar an der Rheinpromenade Boppards. Zusammen mit der romanischen Stiftskirche St. Severus prägt die Kurfürstliche Burg mit ihrem Söller das Rheinpanorama von Boppard. Sie ist im Gegensatz zu den meisten Burgen im Oberen Mittelrheintal keine Höhenburg. Zentral in der Stadt gelegen, ist die Burg ein kultureller und sozialer Treffpunkt Boppards.

Das Museumsgebäude auf der Kurfürstlichen Burg wird instandgesetzt und energetisch saniert. Dazu soll der Burgcharakter durch den Rückbau der im 20. Jahrhundert in die Außenfassade gesetzten großen Öffnungen gestärkt werden. Die Tragwerke werden statisch ertüchtigt und Maßnahmen an den Balkenköpfen durchgeführt werden. Die sogenannten "Kölner Decken" werden wiederhergestellt und nachträglich eingezogene Zwischenwände, welche die Anordnung der "Kölner Decken" missachten, entfernt. Stuckverzierungen werden konserviert, restauriert und in beschädigten Bereichen ergänzt.

Die Kurfürstliche Burg soll künftig als Museum genutzt werden. Im Erdgeschoss werden ein Café und ein Restaurant untergebracht, der Eingang der Burg wird zum Rhein hin angeordnet. In den Obergeschossen werden die Thonet-Ausstellung und eine Ausstellung zur Stadtgeschichte Boppards gezeigt. Michael Thonet wurde 1796 in Boppard geboren, hier entwickelte er die Bugholztechnik, die später die Herstellung des "Konsumstuhls Nummer 14" ermöglichte, von dem allein zwischen 1859 und 1930 über 50 Millionen Stück verkauft wurden.

Die Arbeiten zur Instandsetzung der Kurfürstlichen Burg befinden sich seit 2009 in Umsetzung.

Braubach: Marksburg

Die Marksburg ist das Wahrzeichen der Stadt Braubach und ist international als Wahrzeichen des Oberen Mittelrheintals bekannt. Als einzige, nie zerstörte Höhenburg am Rhein zeigt sie, im Unterschied zu den im 19. Jahrhundert teilweise phantasievoll wieder aufgebauten anderen Burgen, eine durchweg authentische Bausubstanz des 13. bis 18. Jahrhunderts. In den 1990er Jahren wurde die Burg im Deutschen Kulturdorf Ueno auf der japanischen Insel Miyako-jima originalgetreu ohne Torhaus und Zwinger nachgebaut, nachdem der ursprünglich geplante Verkauf nach Japan vom Eigentümer der Burg abgelehnt wurde.

An der Burg werden verschiedene Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt. Der Kalkputz der Marksburg, der die aus Bruchschiefer errichteten Mauern schützen soll, ist in den letzten Jahrhunderten fast vollständig abgefallen. Im Rahmen der baulichen Erhaltung soll nun die Restaurierung der Gebäudeteile bzw. der stark verwitterten Fassaden fortgeführt werden. Dazu gehören u. a. der romanische Palas aus dem Jahr 1239, das anschließende Eiserne Tor und der Gotische Saalbau aus dem Jahre 1435. Des Weiteren soll die Bastion Pulvereck aus der Mitte des 17. Jahrhunderts statisch gesichert und ebenfalls restauriert werden. Im Rahmen der Ausgestaltung der Marksburg als Museumsburg soll die touristische Infrastruktur ergänzt werden. So soll beispielsweise der Besucherservice durch eine bessere Ausschilderung und Zuwegung optimiert werden.

Bisher konnte die Instandsetzung des Romanischen Palas, der Wehrgangsmauern, der Schänkensockelmauer, des Gotisches Saalbaus, des Eisernen Tors, der Ringmauer und des Pulverecks abgeschlossen werden.

Instandsetzungsmaßnahmen an der Marksburg (Quelle: Deutsche Burgenvereinigung)Instandsetzungsmaßnahmen an der Marksburg Quelle: Deutsche Burgenvereinigung

Braubach: Schloss Philippsburg

Schloss Philippsburg liegt am südlichen Stadtausgang von Braubach unmittelbar am Rheinufer. Teilweise auf der mittelalterlichen Stadtmauer erbaut, wurde das Schloss 1568 als erstes Renaissance-Schloss am Mittelrhein errichtet. Zusammen mit der Marksburg und der Altstadt bildet es ein Ensemble. Gemeinsam mit der benachbarten Marksburg wird hier die geschichtliche Wandlung adeliger Residenzen von der mittelalterlichen Höhenburg zum frühneuzeitlichen Schloss in Tallage sehr gut deutlich.

Die Gebäudeteile von Schloss Philippsburg gehen in ihrer Bausubstanz auf das 16. und 19. Jahrhundert zurück. Im 20. Jahrhundert wurde die Instandhaltung von Schloss Philippsburg vernachlässigt. Im Rahmen des Projekts sollen bauliche Mängel behoben werden. Dazu gehören die statische Sicherung eines Gewölbes und einer darauf aufsitzenden Stützmauer aus dem 15. Jahrhundert, die Sanierung des historischen Dachstuhls mit Fachwerkgiebel und die komplette Deckung des Dachs mit Schiefer. Der einzeln stehende Treppenturm mit seiner wertvollen Basaltwendeltreppe ist der Rest eines großen Schlossflügels und soll ebenfalls statisch gesichert und restauriert werden. Ein Großteil der Maßnahmen konnte bereits abgeschlossen werden.

Philippsburg, im Hintergrund die Marksburg (Quelle: Deutsche Burgenvereinigung)Philippsburg, im Hintergrund die Marksburg Quelle: Deutsche Burgenvereinigung

Kaub: Blüchermuseum

Das Gebäude "Stadt Mannheim" wurde 1780 als Gasthaus erbaut, 1792 wurde der Gasthof um eine hufeisenförmige Hofanlage erweitert. Durch die Kauber Zollstation und die dadurch verbundenen Wartezeiten mussten früher viele Schiffer in Kaub übernachten. In der Folge entwickelte sich ein reiches und lebhaftes Gaststättengewerbe.

Das sanierungsbedürftige und denkmalgeschützte Gebäude befand sich zuletzt in Privatbesitz und beherbergt das "Blüchermuseum". Zurückzuführen ist dies auf die Einquartierung Blüchers im Jahr 1813 im Rahmen der Befreiungskriege 1813-1815.

Die Mittel aus dem Welterbeprogramm wurden dazu eingesetzt, das Gebäude durch die Stadt Kaub zu erwerben und baulich instandzusetzen. Neben der Fachwerkinstandsetzung des Haupthauses und des Seitenflügels und der Wiederherstellung der Sandsteingewände am Seitenflügel wurde die Elektroinstallation erneuert, die Heizungsanlage ausgetauscht, Sanitäranlagen zurückgebaut, Fenster und Türen erneuert, ein Brandschutzkonzept erstellt und die Fassaden zur angrenzenden Metzgergasse restauriert.

Im Blüchermuseum sind Leinwand- und Papiertapeten vorhanden, die im Oberen Mittelrheintal zu den letzten, komplett erhaltenen Innenräumen des Spätbarocks zählen. Derzeit werden die historischen Leinwandtapeten im Blüchersälchen und die historische Papiertapete im mittleren Raum restauriert. Damit soll neben denkmalpflegerischen Zielen auch ein Beitrag geleistet werden, den Tourismus im Oberen Mittelrheintal zu stärken.

Koblenz: Großfestung Koblenz

Die preußische Großfestung Koblenz wurde um 1815 auf den Hügeln rund um Koblenz als Festungsring erbaut. Der aus drei großen Festungssystemen bestehende Festungsring war im Wesentlichen zu Beginn der 1830er Jahre fertiggestellt. Er setzt sich zusammen aus dem System Ehrenbreitstein mit der eigentlichen Festung Ehrenbreitstein sowie verschiedenen Forts und Werken auf der östlichen Rheinseite, dem System Alexander, zu dem neben der eigentlichen Festung Kaiser Alexander auch das Fort Großfürst Konstantin und verschiedene andere Werke im Bereich südlich der Mosel und westlich des Rheins zählten, sowie dem System Franz im Bereich nördlich der Mosel und westlich des Rheins. Zu diesem gehört neben der eigentlichen Feste Kaiser Franz auch die Neuendorfer Flesche.

Die einzelnen Festungsabschnitte befinden sich in unterschiedlichem baulichem Zustand. Mit Hilfe des Investitionsprogramms sollen an der größten noch erhaltenen europäischen Festungsanlage nach Gibraltar umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden. So sollen bei Fort Konstantin die Sanierung und Rekonstruktion, bei der Feste Franz die statische und konstruktive Sanierung des Kehlturms, bei Fort Asterstein die statische und konstruktive Sanierung und bei der Festung Ehrenbreitstein die Umfeldgestaltung des Dikasterialgebäudes und ein barrierefreier Zugang zum Schrägaufzug in Angriff genommen werden.

Bei der Feste Franz wurden bereits verschiedene Maßnahmen abgeschlossen. So wurde beispielsweise ein Notdach errichtet, um weiteres Eindringen von Regenwasser und somit eine weitere Schädigung der Bausubstanz zu verhindern. Zusätzlich wurde mit der statisch-konstruktiven Bauwerkssicherung begonnen. Beim Fort Asterstein wurde die statisch-konstruktive Bauwerksicherung abgeschlossen. Zusätzlich wurde die Sicherung und Aufarbeitung des Sandstein-Gesimses fertiggestellt. Bei Fort Konstantin wurde das Bunkerdach saniert, die Fenster des Südflügels wurden saniert bzw. neu eingebaut und die Außenwand der Festungsbäckerei durch Verpressarbeiten stabilisiert. Die Mauertürme sowie die Toranlage wurden ebenfalls mit Mitteln aus dem Welterbeprogramm instandgesetzt. 2011 konnte auch der barrierefreie Zugang zum Schrägaufzug hergestellt werden.

Fort Konstantin über Koblenz (Quelle: Stadt Koblenz)Fort Konstantin über Koblenz Quelle: Stadt Koblenz

Koblenz: Romanisches Haus

Das Romanische Haus bildet zusammen mit dem barocken Adelshof "Haus von Eyss" den südlichen Eingang des Koblenzer Ortsteils Horchheim. Am Romanischen Haus werden verschiedene statische Sicherungsarbeiten an der stark veränderten Hofwand durchgeführt. Darüber hinaus werden zwei rudimentär erhaltene romanische Fenster rekonstruiert. Mit diesen Bestandssicherungsmaßnahmen soll künftig eine öffentliche oder auch museale Nutzung ermöglicht werden.

Koblenz: Pfaffendorfer Kirche

Die Pfaffendorfer Kirche liegt in unmittelbarer Nähe zum rechten Rheinufer. Seit dem Jahr 2000 besteht Einsturzgefahr, die Nutzung ist untersagt. Zur Erhaltung und Wiedernutzung der Kirche wird die statische Grundsicherung durchgeführt, d.h. die Wiederherstellung des Tragwerks, Sicherung der Apsisgründung, Behebung der Schwingungsproblematik (u.a. Glockenstuhl) sowie die Sicherung des Gewölbes durch Zuganker und Rissverpressung.

Pfaffendorfer Kirche (Quelle: Stadt Koblenz)Pfaffendorfer Kirche Quelle: Stadt Koblenz

Lorch: Hilchenhaus

Das Hilchenhaus wurde zwischen 1546 und 1573 errichtet, es ist das bedeutendste Renaissancegebäude im Oberen Mittelrheintal. Im Gegensatz zu der in der Region charakteristischen Fachwerkbauweise wurde das Hilchenhaus als Massivbau aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit reicher Sandsteingliederung und aufwendiger Schaufassade erbaut. Das Hilchenhaus hat für Lorch und dessen Stadtbild eine überragende Bedeutung.

Nachdem das Hilchenhaus einige Jahre leer stand, wurde Ende der 1990er Jahre ein Investor gefunden, der auf dem Grundstück ein Hotelkonzept verwirklichen wollte. Das Hilchenhaus sollte umgenutzt und durch zwei Hotelneubauten ergänzt werden. Realisiert wurde ein viergeschossiger Neubau auf dem oberirdischen Weinkeller des Weinguts Graf von Kanitz. Bereits vor Fertigstellung musste der Investor Insolvenz anmelden, so dass ein nicht genutzter Neubautorso als Rohbau das Stadtbild störte.

Aus heutiger Sicht war der Neubautorso nicht zu halten, da er städtebaulich als zu groß, zu massiv und zu wenig gegliedert erschien. Er wurde daher mit Mitteln des Investitionsprogramms abgebrochen. Der darunterliegende Keller wurde anschließend auf Erdgeschossniveau baulich gesichert und gestalterisch angepasst.

Nach der Sanierung soll das Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und für öffentliche und private Veranstaltungen bzw. Ausstellungen sowie als Touristeninformation zur Verfügung stehen.

Visualisierung zur Instandsetzung des Hilchenhauses (Quelle: smp-Architekten)Visualisierung zur Instandsetzung des Hilchenhauses Quelle: smp-Architekten

Rüdesheim: Osteinscher Park im Niederwald

Am südlichen Eingang des Oberen Mittelrheintals soll der Osteinische Wald wiederhergestellt werden. Die Gartenanlage des Grafen von Ostein gehört zu den frühesten landschaftlichen Parks in Deutschland. Er nimmt einen sehr hohen, bisher noch nicht ausreichend erkannten gartengeschichtlichen Stellenwert ein. Ausgehend von der Grundsteinlegung der Sommerresidenz 1763/64 feiert die Parkanlage 2014 ihren 250. Jahrestag und soll bis dahin eine Aufwertung und Steigerung des Bekanntheitsgrads erfahren.

Mit den Mitteln des Investitionsprogramms wird ein kultur- und landesgeschichtliches Zeugnis der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts unter Berücksichtigung der erhaltenen Parkelemente und der noch teils erhaltenen Grundstrukturen des Parks revitalisiert.

Die Durchführung des Architekturwettbewerbs für den Neubau eines Besucherzentrums wurde 2011 abgeschlossen. Nach einem vorgeschalteten Auswahlverfahren mit 137 Bewerbern wurden die Auslobungsunterlagen an 20 Architekturbüros aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern versendet. Die Sitzung des Preisgerichts fand am 26.05.2011 statt. Der 1. Preis wurde an das Büro Kuehn Malvezzi aus Berlin vergeben. Die Jury betonte, dass sich der Entwurf durch eine sensible Einpassung in die landschaftliche Topographie auszeichnet, wodurch Räume mit hoher Aufenthaltsqualität und reizvollen Ausblicken geschaffen werden.

In Angriff genommen wurde auch die Neuanlage des Parkplatzes am Niederwalddenkmal. Gegenüber dem bisherigen Parkplatz wird die Flächenversiegelung deutlich reduziert, es werden zahlreiche neue Bäume gepflanzt – wodurch der Eingriff in das Landschaftsbild reduziert wird.

Seit dem Sommer 2013 steht unter folgenden Links die kostenfreie App "Impuls Romantik" zur Verfügung, die zu thematische Touren u. a. in den Osteinischen Park einlädt:

Den Download über die Website der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen finden Sie hier

Den Download über die Website Google play finden Sie hier

Monopteros im Osteinschen Park (Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT)Monopteros im Osteinschen Park Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT

St.Goar–Oberwesel: Stadtmauer

Die befundgemäße Restaurierung der Stadtmauerkurtine zwischen den Wehrtürmen "Kuhhirtenturm" und "Pulverturm" ist der letzte Abschnitt der westlichen Stadtmauer, die seit etwa 15 Jahren auf einer Länge von rund 650 Metern wieder standsicher und teilweise begehbar gemacht wurde. Ein akut vom Verfall bedrohter, etwa 60 Meter langer Abschnitt wurde im Rahmen des Investitionsprogramms behutsam restauriert. Der befundgemäße Aufbau der Mauer erfolgte unter Verwendung vorhandener und zu ergänzender Schieferbruchsteine. Das seit 2009 laufende Projekt konnte planmäßig zum Jahresende 2010 abgeschlossen werden. Mit der konstruktiven Sicherung der unteren Kurtine zwischen "Pfaffenhütchen" und "Mühlentorturm" wurde der restliche Teil der Gesamtmaßnahme "Umwehrung der Niederburger Vorstadt" ebenfalls mittlerweile vollendet.

Das mittelalterliche Stadtbefestigungsbauwerk soll in den Abendstunden illuminiert werden, um so auch bei Dunkelheit die Kulturlandschaft Oberwesels aufzuwerten. Dazu sollen am Fuße der Stadtmauer Beleuchtungselemente angebracht werden.

Entlang der westlichen Stadtmauer wurde im Rahmen des Welterbeprogramms von Oktober 2009 bis September 2010 ein Rundweg angelegt. Damit wurde auf einer Länge von rund 900 Metern eine Lücke in der touristischen Erschließung Oberwesels geschlossen. Der Weg ist mit einer wassergebundenen Decke sowie Natursteintreppen ausgestattet.

Zur Steigerung der gestalterischen Attraktivität wurde im historischen Kern von Oberwesel ein Stadt- und Erlebnisgarten beim ehemaligen Franziskaner-Minoritenkloster angelegt. Damit einhergehend wurden Bereiche der mittelalterlichen Befestigung der Kernstadt Oberwesel freigestellt. Das seit 2009 laufende Projekt konnte planmäßig im August 2011 abgeschlossen werden.

Instandsetzung der Stadtmauer (Quelle: Katrin Ninck)Instandsetzung der Stadtmauer Quelle: Katrin Ninck

St.Goar–Oberwesel: "Weinhaus Weiler"

Das Hotel Weinhaus Weiler ist ein den Marktplatz prägendes mittelalterliches Bauwerk und Zeugnis der Handwerkskunst dieser Zeit. Das Fachwerk am Gebäude wurde im Rahmen des Welterbeprogramms von November 2009 bis September 2010 restauriert, um so auch den Marktplatz als städtebauliches Ensemble zu stärken. Das Gebäude wird weiterhin als Hotel und Restaurant genutzt.

Weinhaus Weiler (Quelle: Stadt Oberwesel)Weinhaus Weiler Quelle: Stadt Oberwesel

St.Goar: Hansen- und Marktplatz

Der Markt- und Hansenplatz ist das Herzstück der Kernstadt St. Goar. Der Hansenplatz liegt unmittelbar am Rhein. Der Marktplatz ist von historischer Bebauung umgeben, wobei die Stiftskirche als stadtbildprägendes Gebäude herausragt. Mit der Umgestaltung soll sowohl die Attraktivität als auch die Nutzbarkeit der Bereiche erheblich gesteigert und das touristische Potenzial besser genutzt werden.

Im Rahmen des Architektenwettbewerbs "Modellstadt St. Goar" wurden bereits Lösungen für die Neugestaltung der Rheinanlagen, die Verkehrsführung an der B9 und in der Rheinstraße sowie die Gestaltung der anliegenden Plätze in St. Goar gesucht. Das Wettbewerbsergebnis soll mit Mitteln aus dem Welterbeprogramm umgesetzt werden. Ein Schwerpunkt liegt darin, die Querungsmöglichkeiten der Bundesstraße zu verbessern und den Aufenthaltsbereich am Rhein aufzuweiten. Dazu soll die Platzfläche über die Bundesstraße zum Rhein hin erweitert werden.

Wettbewerbsergebnis zur Neugestaltung des öffentlichen Raums (Quelle: Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten)Wettbewerbsergebnis zur Neugestaltung des öffentlichen Raums Quelle: Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten

Trechtingshausen: Clemens–Kapelle

Die erstmals 1212 erwähnte Clemens-Kapelle liegt in Trechtingshausen unmittelbar am Rhein. Damit ist das Bauwerk von beiden Seiten des Rheins von Weitem sichtbar. Die Kirche wurde am Standort römischer und vorromanischer Vorgängerbauten errichtet. Die spätromanische Pfeilerbasilika besteht aus einem flachgedeckten Langhaus, einem rippengewölbten Querhaus und einem Apsischor.

Nachdem die Innenrestaurierung abgeschlossen wurde, traten in den Jahren 2006 und 2007 Wassereinbrüche auf. Die Mittel des Investitionsprogramms wurden zur Instandsetzung des Dachs eingesetzt. Dazu wurden die Dachflächen am Seitenschiff erneuert. An den übrigen Dachflächen sowie am Holzwerk der Kapelle wurden ebenfalls Reparaturarbeiten durchgeführt. Mit der umfassenden Dachsanierung ist der Erhalt des Kulturdenkmals dauerhaft gesichert. Das Projekt konnte im Juni 2010 planmäßig abgeschlossen werden.

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