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Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin

Die Welterbestätte

Die Parkanlagen von Potsdam und Berlin entstanden zwischen 1730 bis 1916. Den ältesten Teil bilden das 1745 bis 1747 erbaute Schloss "Sanssouci" und sein 290 Hektar großer Park. Von den preußischen Königen nach dem Lennéschen "Gesamtplan zur landschaftlichen Verschönerung der Insel Potsdam" zu einer außergewöhnlichen Kulturlandschaft gestaltet, wurden die Schlösser und Parks in Potsdam und Berlin 1990 in die Welterbeliste aufgenommen. Damit ist die Potsdamer Kulturlandschaft ein einzigartiges Beispiel für die Gestaltung eines Landschaftsraums vor dem Hintergrund monarchischer Staatsideen und bürgerlicher Emanzipationsbestrebungen.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Schlösser und Gärten in Potsdam und Berlin im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 5,9 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Potsdam Sanssouci (Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg)Potsdam Sanssouci Quelle: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Gartenhaus und Friedenshaus

Die Gebäudegruppe Friedenssaal, Gartenhaus und Friedenshaus (Villa Tieck) ist städtebaulich das Bindeglied zwischen dem vielteiligen Bauensemble der Friedenskirche und den Bauten sowie Gartenanlagen des preußischen Hofs.

Das Friedenshaus dient seit 1874 als Kindergarten. In den letzten Jahren wurde das Dach teilsaniert und der Innenbereich umfangreich instandgesetzt. Im Rahmen des Förderprogramms wurde die Hüllensanierung des Gebäudes an einem der wichtigsten Eingänge zum Park von Sanssouci durchgeführt. Ein Teil des Friedenssaals wurde für Bewegungsspiele und öffentliche Veranstaltungen umgenutzt. Dafür erfolgten im Inneren des Saalbaus im Anschluss an den Umbau (neue Decke und Raumaufteilung Verbindungsbau) der Einbau von Akustikdecken und Parkettböden. Der Saal wurde gemäß den Vorgaben der Denkmalpflege farblich gefasst.

Die Hülle des als Kindergarten und teilweise zu Wohnzwecken genutzten Gartenhauses wurde ebenfalls instandgesetzt. Im Inneren wurde das Haus für zusätzliche Gruppen- und Sozialräume erweitert. Ergänzend dazu wurden die Außenanlagen einschließlich Zufahrt wiederhergestellt.

Das seit 2009 laufende Projekt konnte im Juli 2011 planmäßig abgeschlossen werden. Der Friedenssaal wird seither für die vielfältigsten Veranstaltungen (Lesungen, Konzerte usw.) genutzt und über die Grenzen Potsdams von der Bevölkerung angenommen.

Friedenshaus (Quelle: Landeshauptstadt Potsdam)Friedenshaus Quelle: Landeshauptstadt Potsdam

Kirche Bornstedt

Für die historische und städtebauliche Entwicklung der Schlösserlandschaft besitzt das Dorf Bornstedt sehr großen Zeugniswert. König Friedrich Wilhelm IV. gestaltete es zu einem "Kunstdorf" mit verschiedenen italienisierenden Gebäuden um. Die Gebäude und die sie umgrenzende gestaltete Landschaft sollen den Eindruck eines italienischen Dorfs vermitteln. Städtebaulich wie kunsthistorisch sind die Kirche und das Krongut mit seinen Funktionsbauten die wichtigsten Bauwerke in diesem Ensemble. Die Kirche mit ihrem 34 Meter hohen, freistehenden Campanile im italienisierenden Architekturstil entstand 1842/43 auf Wunsch des Königs Friedrich Wilhelm IV. nach Entwürfen von Friedrich Ludwig Persius. Friedrich August Stüler wurde mit dm weiteren Entwurf und der Ausführung beauftragt. Reinhold Persius brachte 1881/82 die Bornstedter Kirche in die heute noch erhaltene Fassung. Die Kirche ist Bezugspunkt mehrerer wichtiger Sichtachsen aus den Parkanlagen und dem umgebenden Landschaftsraum.

Im Rahmen des Investitionsprogramms wurden bisher der Arkadengang und der Campanile instandgesetzt. Die Bauarbeiten des Arkadengangs sorgten für Überraschungen, selbst für Experten: Beim Aufschachten der Fundamente auf der Hofseite des Arkadengangs kamen Fundamentreste der alten Friedhofsmauer aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zum Vorschein, die parallel zur Halle an deren Westseite verlief. Bei der Freilegung der südlich anschließenden "Cotenius-Mauer" wurden Reste mehrerer Grüfte entdeckt, deren Lage aufgenommen und fotografisch sowie zeichnerisch festgehalten wurden. Inzwischen sind die Bauarbeiten abgeschlossen und die Besucher können wieder mühelos die Stufen zum Arkadengang hinaufsteigen, um in die Kirche oder den dahinterliegenden Friedhof zu gelangen.

Der Glockenturm der Bornstedter Kirche wies zahlreiche bauliche Mängel auf, die in der Zwischenzeit behoben werden konnten: Die Dachkonstruktion war von Hausschwamm befallen, ein Teil der Terrakotta-Zierelemente war stark beschädigt und die Verfugung war ausgewaschen.

Die Hüllensanierung des Kirchschiffs mit Chor weist zahlreiche Bauschäden auf. Sobald auch sie wieder instandgesetzt ist, sind die Projektmaßnahmen an der Bornstedter Kirche abgeschlossen.

Campanile der Kirche Bornstedt (Quelle: Hans Bach)Campanile der Kirche Bornstedt Quelle: Hans Bach

Friedhof Bornstedt

Der Bornstedter Friedhof liegt zentral im "Kunstdorf Bornstedt", das unmittelbar nördlich an die Parkanlagen von Sanssouci anschließt. Der einzige aus dem 19. Jahrhundert stammende Privatfriedhof weist diverse Besonderheiten auf: Zahlreiche bedeutende Zeugnisse der Sepulkralkultur vom Frühklassizismus bis zur heutigen Zeit sind dort genauso zu finden wie die Ruhestätten zahlreicher bedeutender und hochrangiger Persönlichkeiten der Potsdamer, der preußischen und deutschen Geschichte. Der eingefügte Sellosche Familienfriedhof wurde 1844 als Familiengrablege angelegt. In ihm sind der wichtigste Schöpfer des Potsdamer Gartenreichs, Peter Joseph Lenné, der "Architekt des Königs" Friedrich Ludwig Persius und der Architekt Ferdinand von Arnim beerdigt. Diese Architekten haben in der Zeit des Klassizismus in Potsdam wichtige Bauten geschaffen. Außerdem wurde die bedeutendste Hofgärtnerdynastie mit ihren Angehörigen in einem geschlossenen Begräbnisplatz zur letzten Ruhe versammelt.

Die Ursprünge des Friedhofs gehen auf das Jahr 1599 zurück. Im Verlauf der Jahrhunderte wurde er stetig erweitert. Der heutige Zustand geht auf die Wiederbelegung ab 1897 und eine Umgestaltung in den Jahren 1911 und 1912 zurück. Der unter Denkmalschutz stehende Teil 1 des Friedhofs wird nicht mehr belegt. Er gliedert sich in fünf Teile und den Sello-Friedhof. Auf dem Teil II des Friedhofs befindet sich auch eine Trauerhalle. Sie wurde von Reinhold Persius ca. 1900 erbaut. Im Rahmen der Projektförderung konnte die Trauerhalle 2010 denkmalgerecht saniert werden. Ein baufälliger Anbau aus den 1970er Jahren wurde abgerissen. An gleicher Stelle und in gleichen Proportionen wurde ein Neubau errichtet. Seine würdevolle Formensprache entspricht der Architektur und Nutzung der Trauerhalle. Im Anbau befinden sich heute Sozialräume. Die baulichen Schäden an einigen Stellen der Friedhofsmauer konnten ebenfalls behoben werden.

Friedhof Bornstedt (Quelle: Hans Bach)Friedhof Bornstedt Quelle: Hans Bach

Entwicklung eines einheitlichen Wegeleit– und Informationssystems

Mit Hilfe des Wegeleit- und Informationssystems können seit Herbst 2011 die vorhandenen touristischen Potenziale der Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin besser genutzt werden. Dies bezieht sich sowohl auf die verschiedenen Orte in der Welterbestätte selbst als auch auf die Stadt insgesamt. Das Wegeleitsystem umfasst eine schildersystembedingte Aufteilung für die städtische Wegweisung und die Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten. Der Planung und Ausführung lag ein beschränkter Teilnahmewettbewerb nach VOB zugrunde. Die Informationstafeln und Wegweiser sind aufgestellt und erleichtern Besuchern die Orientierung. Das seit November 2009 laufende Projekt konnte im Oktober 2011 abgeschlossen werden.

Wegeleitsystem (Quelle: Landeshauptstadt Potsdam)Wegeleitsystem Quelle: Landeshauptstadt Potsdam

Jüdischer Friedhof (Friedhofswärterhaus)

Das zum Jüdischen Friedhof gehörende Friedhofswärterhaus besitzt für den Friedhof, dessen Pflege und Erhaltung eine wichtige Funktion. Die äußere Instandsetzung wurde in einigen Bauabschnitten bereits 2003 begonnen. Das Gebäude wurde im Rahmen des Welterbeprogramms für die künftige Nutzung der Jüdischen Gemeinde wiederhergestellt. Dabei war zu beachten, dass das Gebäude in engem religiösen und baulichen Zusammenhang zum Friedhof selbst und der rituell bedeutenden Trauerhalle steht. Das seit 2009 laufende Projekt konnte im Dezember 2010 planmäßig abgeschlossen werden.

Friedhofswärterhaus (Quelle: Hans Bach)Friedhofswärterhaus Quelle: Hans Bach

Jüdischer Friedhof (Trauerhalle)

Die 1910 erbaute Trauerhalle blieb während des Dritten Reichs unzerstört, der überkuppelte Zentralbau ist original erhalten. Im Gebäude finden nach wie vor Trauerfeierlichkeiten statt. Das Untergeschoss wurde aufgrund der Zunahme der Bestattungen in seiner Nutzbarkeit grundlegend verbessert und in seiner gebäudetechnischen Ausstattung nachgerüstet.

Trauerhalle (Quelle: Hans Bach)Trauerhalle Quelle: Hans Bach

Innenansicht der Trauerhalle (Quelle: Hans Bach)Innenansicht der Trauerhalle Quelle: Hans Bach

Ehemaliges königliches Teehaus in der Russischen Kolonie Alexandrowka

Die Russische Kolonie ist als Denkmal an die Freundschaft zwischen Kaiser Alexander und Friedrich Wilhelm III. und den gemeinsamen Sieg über Napoleon nach dem Vorbild des russischen Dorfs Glasowo in Pawlowsk errichtet worden. Das königliche Teehaus nimmt innerhalb der Kolonie eine besondere Stellung ein, da es das letzte erhaltene originale Teehaus des Königs Friedrich Wilhelm III. in russischem Stil ist. Es ist ein Zeugnis des Architektur- und Kulturaustauschs zwischen Russland und Preußen und damit von internationaler Bedeutung. Derzeit laufen im Rahmen des Welterbeprogramms Sicherungsmaßnahmen wichtiger Bauteile und Verzierungen, die Sanierung der Außenhülle (Dach, Fassade, Sockel, Außenwände im Kellerbereich) sowie die Sanierung der Innenbereiche mit Trockenlegung des Keller- und Erdgeschosses (Sockel).

Ehemaliges königliches Teehaus (Quelle: Landeshauptstadt Potsdam)Ehemaliges königliches Teehaus Quelle: Landeshauptstadt Potsdam

Heilandskirche in Sacrow

Die Heilandskirche steht auf einer Landzunge, die in die Havel hineinragt. Die Kirche war in Zeiten der deutschen Teilung zu einem wichtigen Mahnmal für die erste deutsch-deutsche Denkmalsicherung im Grenzgebiet geworden. Auch wenn mehrere Kirchen in diesen Sperrgebieten abgerissen wurden, blieb die Heilandskirche erhalten und konnte sogar in den 1980er Jahren baulich gesichert werden. Nach der politischen Wende konnte für die Kirche ihre prägende Funktion für diesen Landschaftsraum wieder herausgestellt werden. Sie hat heute wieder u.a. eine große Bedeutung als Schifffahrtskirche. Aufgrund des geschichtlich bedingten Instandhaltungsstaus waren zahlreiche Bauschäden an nahezu allen Bauteilen erkennbar. Im Rahmen des Investitionsprogramms wurden zunächst ein umfangreiches Untersuchungsprogramm sowie ein Restaurierungskonzept zur Vorbereitung und Umsetzung der Maßnahmen erarbeitet.

Das äußere Erscheinungsbild der Heilandskirche war durch eine helle Farbgebung bestimmt, die durch die jahrzehntelange Vernachlässigung und Abwitterung der historischen Farbgebung ihren Aussagewert verloren hat. Das derzeitige Erscheinungsbild der Heilandskirche entspricht nur noch teilweise der historischen Ausgangssituation. Die Außenfassade des Kirchenschiffs wurde restauratorisch analysiert.

Die 1997 abgebrochenen Restaurierungsarbeiten des Kircheninnenraums werden in 2012 abgeschlossen. Dazu gehören die Restaurierung beweglicher und unbeweglicher Ausstattungsteile sowie eine abschließende Dokumentation aller Maßnahmen. Die Innenausstattung der Kirche konnte teilweise noch geborgen bzw. einige Einzelteile gerettet werden. Durch die Restaurierung all dieser Teile kann der Kirche ein hohes Maß an Authentizität zurückgegeben werden.

Heilandskirche (Quelle: Landeshauptstadt Potsdam)Heilandskirche Quelle: Landeshauptstadt Potsdam

Kronprinzenbrücke im Park Sanssouci

Die Kronprinzenbrücke im Park Sanssouci wurde in den Jahren 1905/06 erbaut. Sie weist Schäden und Mängel an der tragenden Stahlbetonkonstruktion sowie an weiteren Bauteilen (u.a. Brüstungen, Gesimse) auf. Das Bauwerk soll als Ganzes saniert werden. Eine Vorplanung ist bereits vorhanden, d.h. das Projekt beginnt nun mit der Entwurfsplanung und wird mit einer abschließenden Dokumentation nach Fertigstellung der Baumaßnahme abschließen.

Schinkelbrücke im Park Sanssouci

Die Schinkelbrücke liegt in der Hauptachse zum Schloss Sanssouci im gleichnamigen Park in Potsdam. Sie wurde 1835 nach Entwürfen von Ludwig Persius und Karl-Friedrich Schinkel erbaut. Durch ihre Lage in der Achse zum Schloss Sanssouci und direkt an der sogenannten Großen Fontäne kommt der Schinkelbrücke eine entscheidende Bedeutung zu. Die Konstruktion der gusseisernen Brücke wies Schäden und konstruktive Mängel auf und wurde von Oktober 2010 bis August 2011 umfassend saniert. Die Brücke wurde in einem Festakt der Öffentlichkeit übergeben.

Schinkelbrücke, Park Sanssouci (Quelle: Wolfgang Pfauder)Schinkelbrücke, Park Sanssouci Quelle: Wolfgang Pfauder

Monopteros auf dem Ruinenberg

Der Monopteros ist ein Rundtempel und Teil des Ensembles des Ruinenbergs im Park Sanssouci. Die ursprünglich vorhandene Kuppel und Teile des Tambours fehlen bereits. Aus Mitteln des Investitionsprogramms sollen die anschließenden Projektphasen durchgeführt werden.

Eingehauster Monopteros (Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT)Eingehauster Monopteros Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT

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