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Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof

Die Welterbestätte

Regensburg war im Mittelalter ein politisches Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und ein blühendes europäisches Handelszentrum. Das Ensemble "Altstadt Regensburg mit Stadtamhof" entspricht der Ausdehnung Regensburgs nach der letzten mittelalterlichen Stadterweiterung um 1320 und ist heute die am besten erhaltene mittelalterliche Großstadt in Deutschland. Es umfasst 984 Einzeldenkmäler und wurde 2006 von der UNESCO in die Welterbeliste aufgenommen. Die Regensburger Patrizierfamilien manifestierten ihren Reichtum vom 11. bis 14. Jahrhundert in den bis heute erhaltenen prächtigen, durch Geschlechtertürme ausgezeichneten Handelshäusern. Außerdem stifteten die Patrizier der Stadt gewaltige Kirchenbauten. So ist der Regensburger Dom das einzige Beispiel französischer Kathedralgotik östlich des Rheins, sein Bestand an mittelalterlicher Glasmalerei ist einzigartig in Deutschland. Als überragende Ingenieurleistung aus dem 12. Jahrhundert gilt die Steinerne Brücke über die Donau, die die Altstadt mit dem Stadtteil Stadtamhof verbindet.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Altstadt Regensburg mit Stadtamhof im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 9,9 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Steinerne Brücke mit Brückturm (Quelle: Stadt Regensburg)Steinerne Brücke mit Brückturm Quelle: Stadt Regensburg

Instandsetzung der Steinernen Brücke

Die in den Jahren 1135-1146 errichtete und 315 Meter lange Steinerne Brücke zählt zu den wichtigsten Wahrzeichen der Stadt Regensburg. Sie verbindet über drei Donauarme hinweg die Altstadt Regensburg mit Stadtamhof. Als eine der ersten romanischen Brückenbauwerke nach römischen Vorbild errichtet, ist sie in weiten Teilen noch unverändert erhalten und zählt auch deshalb zu den Meisterwerken mittelalterlicher Baukunst. Sie weist jedoch zahlreiche Bauschäden auf, besonders stark ist das historische Mauerwerk betroffen.

Aus Mitteln des Investitionsprogramms soll der Wasserzutritt verhindert werden. Dies erfordert eine vollständige Erneuerung der Brückenoberfläche einschließlich der Brüstungen und des zerstörten Füllmauerwerkes. Dazu wird eine Abdichtung eingebaut. Außerdem sollen die geschädigten Natursteine der Bögen, der Stirnwände und der Vorgelege einschließlich der Verfugung substanzschonend und denkmalgerecht instandgesetzt werden. Der Überbau der Rampe zum Oberen Wöhrl soll nach historischem Vorbild erneuert werden.

Nach Abschluss der Instandsetzungsmaßnahmen soll die Brücke ausschließlich für Fußgänger zur Verfügung stehen. Damit wird ein wichtiger Beitrag zur Sicherung dieses bedeutenden Denkmals geleistet.

Steinerne Brücke (Quelle: Hajo Dietz)Steinerne Brücke Quelle: Hajo Dietz

Einrichtung eines Informationszentrums für das Welterbe (Salzstadel)

Das im historischen Salzstadel für das UNESCO-Welterbe "Altstadt von Regensburg und Stadtamhof" eingerichtete Informationszentrum dient als zentrale Informations- und Anlaufstelle für interessierte Bürger und Touristen. Die Mittel aus dem Investitionsprogramm wurden für den Umbau des historischen Gebäudes zu einem Informationszentrum verwendet. Darüber hinaus wurde ein Ausstellungskonzept erarbeitet und umgesetzt.  Das Informationszentrum wurde am 28. Mai 2011 mit einem Festakt und einer großen öffentlichen Veranstaltung eröffnet.

Auf zwei Etagen erwarten den Besucher eindrucksvolle interaktive Spielstationen und Medieninstallationen, aber auch faszinierende Exponate zu Regensburg und seiner Geschichte. Die Dauerausstellung besteht aus fünf Themenbereichen. Ausgehend vom Welterbetitel Regensburgs gibt die Ausstellung einen Überblick über die Besonderheiten der Stadt und wirft Schlaglichter auf ihre Geschichte. Ein Highlight der Ausstellung ist der Welterbe-Globus. Dabei handelt es sich um eine überdimensionale, beleuchtete Weltkugel. Sie ist das Markenzeichen des gesamten Besucherzentrums. Auf dem Globus befinden sich interaktive Displays, die Informationen zu allen Welterbestätten weltweit bereitstellen. Darüber hinaus ermöglicht das interaktive Stadtmodell über Projektion, Texte und Einblendungen die Vermittlung von Informationen zur Stadtentwicklung Regensburgs. Das Informationszentrum ist ganzjährig geöffnet, der Eintritt ist frei.

Welterbe-Globus (Quelle: Stadt Regensburg)Welterbe-Globus Quelle: Stadt Regensburg

Römisches Welterbe

Der Bestand des römischen Legionslagers, insbesondere seine Befestigung, stellt die Keimzelle der städtebaulichen Entwicklung Regensburgs dar. Große Abschnitte der Lagermauer standen über 1600 Jahre durchgehend in Nutzung. Noch heute prägt der römische Befestigungsverlauf - wie auch noch teilweise die Innenbebauung - die Topographie der Altstadt.

Die Befestigungsmauer des römischen Legionslagers wurde 179 n. Chr. errichtet. Die wiederentdeckten und freigelegten Abschnitte der Legionslagermauern sind der Witterung ausgesetzt und weisen inzwischen zahlreiche Schäden auf. Die Südostecke ist seit 1955/61, die Nordostecke seit 1905 freigelegt und ungeschützt. Das Teilstück der Ostflanke unter dem Parkhaus der Dr.-Martin-Luther-Str. 2 wurde 1971 freigelegt und in die Parkierungsanlage integriert.

Die Mittel aus dem Welterbeprogramm ermöglichen eine fachgerechte Sanierung der antiken Befestigungsbauten, zusätzlich wird für diese Denkmäler aufgrund des hohen didaktischen und touristischen Werts ein verbessertes Informationssystem installiert. So wird beispielsweise schrittweise ein neuer Weg entlang der Befestigungsmauer angelegt, an dem teilweise multimediale Tafeln Informationen zur Geschichte des Orts und zu den städtebaulichen Wurzeln Regensburgs liefern. Der Bereich unter dem Parkhaus in der Dr.-Martin-Luther-Straße konnte Anfang 2012 fertiggestellt werden.

Document Niedermünster

Im Zuge des Einbaus einer Fußbodenheizung in der Dompfarrkirche Niedermünster wurden von 1963-69 umfassende archäologische Ausgrabungen vorgenommen. Das einzigartige Dokument in der Nordostecke des ehemaligen römischen Legionslagers "Castra Regina" führt mit Originalbefunden eindrucksvoll zu den wichtigsten Epochen der Regensburger Geschichte. Bereits 1970 wurde die Ausgrabungsstätte öffentlich zugänglich gemacht, 1990 erhielt sie den Namen "Document Niedermünster".

Da die Ausstellungskonzeption noch aus dem Jahr 1970 stammte, wurde eine didaktische und technische Neukonzeption der Ausstellung erforderlich. Anhand von aktuellen 3D-Rekonstruktionen und mithilfe eines innovativen Lichtkonzepts erschließt sich für den Besucher die Ablesbarkeit der aufeinander aufbauenden Schichten. So wird die Entwicklung Regensburgs vom 2. bis 12. Jahrhundert, d.h. vom römischen Militärlager und den Fundamenten der Welterbestadt Regensburg über die Pfalzkapelle des Herzogs von Baiern bis zur Kirche des adeligen Damenstifts Niedermünster veranschaulicht.

Die überarbeitete Ausstellung wurde am 20. Juli 2011 mit einem Festakt eröffnet. Nähere Informationen sind auf der Website http://domschatz-regensburg.de/index.php/document-niedermuenster.html zu finden.

Mauersanierung der ehemaligen Königlichen Villa

Die Königliche Villa wurde 1854/56 auf der ehemaligen Ostenbastei im Maximilianstil nach Plänen von Ludwig Foltz gebaut. Bauherr war auf Veranlassung von König Maximilian II. die Stadt Regensburg, die er mit Zuschüssen unterstützte. Der neugotische Palast erhielt einen vom König 1852 persönlich bestimmten Platz in landschaftlich beherrschender Lage an der Donau. Der Standort ermöglicht sowohl einen Blick auf Walhalla, Donaustauf und Wörth als auch auf den Dom und die Altstadt. Mit Mitteln des Investitionsprogramms wurden von August 2009 bis November 2010 die umgebenden Mauern saniert.

Bastionsmauer nach der Sanierung (Quelle: Stadt Regensburg)Bastionsmauer nach der Sanierung Quelle: Stadt Regensburg

Haus der Musik

Das Präsidialpalais komplettiert den Regensburger Bismarckplatz zu einem der prägenden klassizistischen Stadtplätze im bayerischen Donauraum. Das Ensemble Bismarckplatz findet mit dem Säulengiebel und der klassizistischen Fassade einen prägenden Höhepunkt auf der Südseite gegenüber dem Theater Regensburg. In dem lange Zeit als Polizeipräsidium genutzten Gebäude soll das "Haus der Musik" etabliert werden. Die vorhandenen Hauptnutzflächen ermöglichen die Unterbringung von städtischer Sing- und Musikschule mit kleinem Konzertsaal, Orchesterproberaum für das Theater Regensburg sowie die Unterbringungen der Musikbücherei. In einem Anbau sollen künftig Veranstaltungen und Konzerte angeboten werden. Damit wird ein stadtbildprägendes Gebäude durch eine nachhaltige Nutzung zu neuem Leben erweckt.

Haus der Musik (Quelle: Stadt Regensburg)Haus der Musik Quelle: Stadt Regensburg

Energiegewinnung aus Abwässern

Die Städte und Gemeinden stehen vielerorts vor der anspruchsvollen Aufgabe, wie in historischen Strukturen Energieeinsparungen und Maßnahmen zur Energiegewinnung mit den Zielen des Denkmalschutzes in Einklang gebracht werden können. Die Stadt Regensburg möchte hier einen neuen Weg einschlagen. Mit dem Projekt "Energiegewinnung aus Abwasser" soll im Altstadtbereich umweltfreundliche Energie erzeugt werden, wobei die erforderliche Technik im stadträumlichen Umfeld nicht wahrnehmbar sein wird. Da Abwasser im Sommer kälter und im Winter wärmer als die Umgebungstemperatur ist, sollen die Temperaturunterschiede bei diesem Projekt zur Energiegewinnung genutzt werden.

Herzstück der geplanten Maßnahme bilden ein Wärmetauscher, der dem Abwasser die Energie entzieht, und eine Wärmepumpe, die diese für die Beheizung oder Kühlung von Gebäuden nutzbar macht.

Dieses Projekt wird in das Energiekonzept des "Haus der Musik" integriert werden.

Restaurierung der Fresken in St. Kasian

Der urkundliche und archäologische Nachweis des karolingischen und romanischen Vorgängerbaus, die Ablesbarkeit der mittelalterlichen Architekturauffassung und die hochrangige Ausstattung mit einer Rokoko-Raumschale weisen die Stiftspfarrkirche St. Kasian als bedeutendes bauliches Geschichtszeugnis von nationaler Bedeutung aus. Die Malschicht der Decken- und Wandfresken ist in weiten Teilen gefährdet. Die Bindekraft der "al secco" ausgeführten Malereibereiche ist stark reduziert. Die Mittel aus dem Investitionsprogramm sollen zur Restaurierung der Fresken eingesetzt werden.

Kircheninnenraum (Quelle: Stadt Regensburg)Kircheninnenraum Quelle: Stadt Regensburg

Neupfarrkirche

Die Neupfarrkirche ist der bedeutendste kirchliche Renaissancebau der Region und einer der wichtigsten Renaissancekirchenbauten Bayerns. Die im 16. Jahrhundert erbaute und im 19. Jahrhundert vollendete Neupfarrkirche soll restauriert werden. Darüber hinaus soll ein Beleuchtungskonzept, eine künstlerische Neufassung der Fenster sowie die Sicherung und Konservierung des Kirchenschatzes ermöglicht werden.

Damit soll die Neupfarrkirche die Bedeutung auf der europäischen Kulturlandkarte zurück gegeben werden, die sie einst durch ihre Geschichte in der freien Reichsstadt Regensburg als Kirchenbau des Rates der Stadt und überregional durch die zu ihrer Zeit bedeutendste Predigerschule des europäischen Luthertums erworben hat.

Neupfarrkirche (Quelle: Stadt Regensburg)Neupfarrkirche Quelle: Stadt Regensburg

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