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Altstädte von Stralsund und Wismar

Die Welterbestätte

Die Altstädte von Stralsund und Wismar wurden 2002 in die Welterbeliste aufgenommen. Sie repräsentieren idealtypisch die Hansestadt während der Blütezeit des Städtebundes im 14. Jahrhundert. Zahlreiche Einzeldenkmäler dokumentieren die politische Bedeutung und den großen Reichtum der Ostseestädte im Mittelalter. Die Gruppe der sechs monumentalen Backsteinkirchen bildet einen einzigartigen Querschnitt durch die berühmte Sakralarchitektur der Hansestädte. Aus der Zeit der schwedischen Herrschaft (17. und 18. Jahrhundert) stammen einige herausragende Barockbauten wie das Zeughaus in Wismar oder das Schwedische Regierungspalais in Stralsund.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Altstädte Stralsund und Wismar im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 22,6 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Bürgerhäuser in Stralsund (Quelle: Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH/Christian Rödel)Bürgerhäuser in Stralsund Quelle: Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH/Christian Rödel

Stralsund: Kulturkirche St. Jakobi

Die Welterbestätte Stralsund wird entscheidend von den drei Stralsunder Kirchen St. Marien, St. Nikolai und St. Jakobi geprägt. Die dreischiffige basilikale Backsteinkirche St. Jakobi aus dem 14. Jahrhundert hat über 40 Jahre u.a. als Baustofflager gedient. Seit 1996 wird sie als Kulturkirche genutzt. Neben Märkten, Konzerten und Ausstellungen, wie z.B. derzeit die Hundertwasser-Ausstellung, finden hier auch Theateraufführungen statt.

Das gesamte Kirchengebäude benötigt eine grundlegende Instandsetzung und Reparatur, um die Bausubstanz zu sichern und das Gebäude zu erhalten. Aus Mitteln des Investitionsprogramms soll das Langschiff saniert werden. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, das Langschiff weiterhin für Veranstaltungen nutzen zu können. Zu den vordringlichen Maßnahmen gehören die Sanierung der Wand- und Gewölbeflächen, die Restaurierung des Altars mit Tischbein-Gemälden sowie die Instandsetzung bzw. Erneuerung des Fußbodens. darüber hinaus wurde bereits die vorhandene Gastronomie mit einer Lüftungsanlage ausgestattet.

Innenaufnahme der Kulturkirche St. Jakobi (Quelle: Hansestadt Stralsund)Innenaufnahme der Kulturkirche St. Jakobi Quelle: Hansestadt Stralsund

Stralsund: Klosteranlage St. Johannis

Die 1254 von den Franziskanern gegründete Klosteranlage St. Johannis prägt noch heute das Stadtbild Stralsunds von der Seeseite. Das Gebäude weist einen erheblichen Sanierungsbedarf auf. Die undichten Dachdeckungen führten zu erheblichem Wassereintrag in die darunter befindlichen Räume. Dies führte bereits zu Schäden.

Im Rahmen des Projekts soll die Neueindeckung der Dachflächen in traditioneller Deckung durchgeführt werden. An dem von Schwamm befallenen Dachtragewerk und den Fenstern sind Instandsetzungen, Ergänzungen und Erneuerungen vorgesehen. Die Kreuzgänge sind aufgrund hoher Feuchtigkeit stark versalzen, wodurch in den Gewölben Rissbildungen aufgetreten sind. Diese sollen verschlossen und Einzelziegel ausgetauscht werden. Die in den Kreuzgängen vorhandenen gotischen bleiverglasten Spitzbogenfenster sollen aufgearbeitet, die dortigen Malereien restauriert sowie Fehlstellen ergänzt werden. Die ehemaligen Klausurbereiche des Klosters werden vom Stadtarchiv genutzt. Zur Erweiterung der Flächen des Archivs (Magazinraum) werden die einstigen kleinen Wohnungen auf dem Räucherboden umgebaut.

Zwischenzeitlich wurde die Sanierung der Fenster in allen Bauabschnitten fertiggestellt. Darüber hinaus sind die Dachdecker- und Zimmererarbeiten im Haus 1 abgeschlossen.

Klosteranlage St. Johannis (Quelle: Hansestadt Stralsund)Klosteranlage St. Johannis Quelle: Hansestadt Stralsund

Stralsund: Bürgerhaus Ossenreyerstr. 1, Welterbebegegnungsstätte

Das als traufständiges Stadthaus errichtete barocke Stadtpalais Ossenreyerstraße 1 wurde im Jahr 1700 errichtet. Das Bürgerhaus schließt das Gesamtensemble der Bebauung am Alten Markt ab. Es ist eines der wenigen, fast vollständig erhaltenen barocken Stadtpalais. Der noch aus der Entstehungszeit stammende Dachstuhl sowie das erhaltene Treppenhaus, die Innentüren und Fenster und der wertvolle Tapetensaal zeugen davon.

Ende der 1980er Jahre wurden in dem Gebäude gesundheitsschädliche Schwammsanierungsmaßnahmen durchgeführt, die eine Sperrung des Hauses für die Öffentlichkeit zur Folge hatten. Im Rahmen des Welterbeprogramms wurde das Gebäude saniert, dekontaminiert und der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Im Rahmen einer feierlichen Einweihung wurde am 3. Juni 2011 hier die Welterbebegegnungsstätte mit Ausstellungskabinetten, Tagungsräumen und dem Sitz des Welterbemanagements eröffnet. Zuvor wurde auch der von Jakob Philip Hackert gestaltete Tapetensaal restauriert. Er steht künftig für repräsentative Zwecke zur Verfügung.

Eröffnung der Welterbeausstellung (Quelle: Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH)Eröffnung der Welterbeausstellung Quelle: Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH

Tapetensaal (Quelle: Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH)Tapetensaal Quelle: Stadterneuerungsgesellschaft Stralsund mbH

Stralsund: Bürgerhäuser in der Altstadt

Das Stadtbild Stralsunds wird maßgeblich durch das Straßenraster, die Baublöcke und die nach lübischem Recht erbauten Häuser geprägt. Der Erhalt der leer stehenden, historisch wertvollen Gebäude ist von großer städtebaulicher und denkmalpflegerischer Bedeutung. Sie tragen auch dazu bei, dass das Wohnen in den Altstädten wieder gestärkt wird.

Die denkmalgerechte Erhaltung des baulichen Erbes erfordert erhebliche Sanierungsanstrengungen. Um die Bürgerhäuser ohne gravierenden Substanzverlust zu erhalten und nachhaltig nutzbar zu machen, werden bei den Bürgerhäusern in der Stralsunder Altstadt Arbeiten an der Außenhülle, restauratorische Leistungen, Rohbau- und Ausbauarbeiten, die Erneuerung der technischen Anlagen oder auch die Erneuerung der Außenanlagen durchgeführt.

Bürgerhäuser in Stralsund (Quelle: Hansestadt Stralsund)Bürgerhäuser in Stralsund Quelle: Hansestadt Stralsund

Stralsund: Stuckdecke im Landständehaus

Das Landständehaus wurde Anfang des 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung älterer Gebäudeteile erbaut. Zur Straße gelegen befindet sich das repräsentative Hauptgebäude, das im Zuge des beabsichtigten Umbaus zur Musikschule in seiner ehemaligen Hofform in heutiger Formensprache wiederhergestellt werden wird. Im Rahmen der Sanierung des Landständehauses werden barocke Deckenstuckelement erhalten. Die Besonderheit des Stuckaufbaus besteht darin, dass der Stuck nicht nachträglich angesetzt und somit demontierbar ist, sondern direkt mit der Gebäudekonstruktion verbunden ist. Der Saal soll um die historische Supra Porte und die historische Tapete ergänzt werden. Hohe Anforderungen stellen die notwendige Schwammsanierung der konstruktiven Bauteile und der Erhalt der Deckenstuckflächen dar.

Sicherung der Stuckdecke (Quelle: Hansestadt Stralsund)Sicherung der Stuckdecke Quelle: Hansestadt Stralsund

Stralsund: Restaurierung von Kapellenschauwänden und Inventar (St. Nikolai und St. Marien)

Die Pfarrkirchen St. Marien und St. Nikolai gehören zu den meistbesuchten kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten Stralsunds. Aus Mitteln des Investitionsprogramms wurden Konservierungs- und Restaurierungsarbeiten an den Kirchen durchgeführt. Mit diesen Maßnahmen konnten künstlerisch und historisch bedeutsame Ausstellungsstücke erhalten werden. Bei der Pfarrkirche St. Marien wurden die für den Kirchenraum charakteristischen Kapellenschauwände sowie die Emporenbrüstung im Langhaus saniert. Darüber hinaus wurden Schnitzfiguren restauriert. In der Pfarrkirche St. Nikolai wurde die Barocktaufe restauriert. Des Weiteren wurden die mittelalterlichen Chorschranken konserviert sowie das Hochaltarretabel und das Gestühl wiederhergestellt. Die seit 2009 laufenden Maßnahmen konnten Ende 2010 planmäßig abgeschlossen werden.

Restaurierung von Kapellenschauwänden (Quelle: Hansestadt Stralsund)Restaurierung von Kapellenschauwänden Quelle: Hansestadt Stralsund

Stralsund: Dominikanerkloster St. Katharinen

Das Dominikanerkloster St. Katharinen wurde im Stil der Backsteingotik errichtet. Bis Anfang des 16. Jahrhunderts wurden Teile der Klausurgebäude mehrfach verändert bzw. neu errichtet, seit 1924 erfolgte der schrittweise Ausbau zum Museum.

Die Mittel aus dem Investitionsprogramm werden zur Sanierung der Dachflächen, der Dachkonstruktion, der Deckenbalkenkonstruktion am gesamten Klosterkomplex mit Ausnahme der großen Kirchendachflächen eingesetzt. Darüber hinaus werden Wand- und Deckenfassungen sowie gotische Gewölbe- und Wandmalereien konserviert und restauriert. Bisher wurde die Neueindeckung des Dachs abgeschlossen.

Instandsetzungsmaßnahmen (Quelle: Hansestadt Stralsund)Instandsetzungsmaßnahmen Quelle: Hansestadt Stralsund

Wismar: Museumskomplex "Schweinsbrücke"

Das Schabbellhaus (Schweinsbrücke 8) ist ein Wohn- und Brauhaus der Renaissance und heute Sitz des Stadtgeschichtlichen Museums. Es steht an einer städtebaulich markanten Stelle direkt gegenüber der Nikolaikirche. Aufgrund des hohen Sanierungsbedarfs war es nur noch eingeschränkt nutzbar. So sind beispielsweise die Decken nicht mehr in allen Bereichen tragfähig.

Um den Erhalt der historischen Substanz zu gewährleisten, sind Sanierungsmaßnahmen dringend notwendig. Da die Ausstellungsflächen nicht mehr ausreichen, soll das Schabbellhaus nach der Sanierung mit dem angrenzenden Gebäude Schweinsbrücke 6 zum Museumskomplex Schweinsbrücke erweitert werden. Das Vorderhaus der Schweinsbrücke 6, hinter dessen klassizistischer Putzfassade große Teile eines Dielenhauses aus dem 14. Jahrhundert erhalten geblieben sind, zählt zu den ältesten erhaltenen Bauten Wismars. Die Mittel aus dem Investitionsprogramm sollen zur gesamten Instandsetzung und zur Errichtung des Museumskomplexes eingesetzt werden.

Wismar: Restaurant "Zum Weinberg"

Das Restaurant Weinberg wurde im Jahr 1354/55 erbaut. Es befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Rathaus und ist eines der ältesten Restaurants Mecklenburg-Vorpommerns. Im Rahmen des Welterbeprogramms soll das Gebäude saniert werden.  Im Erdgeschoss wird ab 2013 wieder ein Restaurant eingerichtet, im Obergeschoss soll in mehreren Räumen die wechselvolle Geschichte des Hauses gezeigt werden. Im Kemladen soll die Küche zurückgebaut und die historische Nutzung, eine Bibliothek und ein "Herrenzimmer" eingerichtet werden. Im Obergeschoss sind nach der Komplettsanierung auch das einstige Wohnzimmer, das Raucherzimmer und der Speisesaal geöffnet.

Restaurant "Zum Weinberg" (Quelle: Hansestadt Wismar)Restaurant "Zum Weinberg" Quelle: Hansestadt Wismar

Wismar: Bürgerhäuser Spiegelberg 45 und 47

Das Ensemble der Giebelhäuser Spiegelberg 45 und 47 gehört zu einer Reihe von Bürgerhäusern in der Altstadt von Wismar, die mit ihren prachtvollen Giebeln im gotischen und barocken Stil wesentlich das Stadtbild prägen. Die seit der Wende leer stehenden Gebäude konnten bislang lediglich gesichert werden.

Im Rahmen des Welterbeprogramms soll eine Sanierung der Bürgerhäuser durchgeführt werden, um die Bausubstanz dauerhaft zu erhalten und nutzbar zu machen. Ziel der Neuplanung ist die Schaffung von geordneten Funktionsbereichen unter Beibehaltung der vorhandenen Gebäudestrukturen.

Für das Gebäude Spiegelberg 45 ist eine Nutzung durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz sowie die Einrichtung von drei Wohnungen geplant. Für das Gebäude Spiegelberg 47 ist nach der Sanierung eine Wohnnutzung als Mehrgenerationenhaus mit vier Wohneinheiten vorgesehen. Damit soll ein Beitrag geleistet werden, die Wohnfunktion in der Altstadt Wismars zu stärken.

Die Rohbauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen, ein Teil der Fassaden wurden bereits instandgesetzt.

Instandsetzung der Bürgerhäuser (Quelle: Hansestadt Wismar)Instandsetzung der Bürgerhäuser Quelle: Hansestadt Wismar

Wismar: St. Georgen–Kirche

Die aus dem 15. Jahrhundert stammende St. Georgen-Kirche ist ein beeindruckendes Bauwerk der Backsteingotik und zugleich Zeugnis für die Kombination der italienischen Backsteintechnik mit dem Bautypus der französischen Kathedrale. Über Jahrzehnte war die größte Kirchenruine Deutschlands dem Verfall ausgeliefert. Das Engagement der Hansestadt Wismar, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, privater Spender und einer privaten Stiftung ermöglicht seit 1990 den Aufbau des Denkmals.

Im Rahmen des Investitionsprogramms soll der Turmbereich für touristische Zwecke erschlossen werden. Dazu sollen ein Fahrstuhl und eine Treppenanlage, eine Besucherplattform, WC-Anlagen sowie Elektroinstallationen und Sicherheitstechnik eingebaut werden.

Innenansicht Langhaus (Quelle: Hansestadt Wismar)Innenansicht Langhaus Quelle: Hansestadt Wismar

Wismar: "Alte Schule" am St. Marienkirchhof

Das Gebäude der ehemaligen "Alten Schule" bildete vor seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg einen architektonisch wertvollen Bestandteil des gotischen Viertels in Wismar und war das Musterbeispiel für einen hervorragend gestalteten Profanbau des 15. Jahrhunderts. Im Verlauf der 2007 begonnenen archäologischen Freilegung der Fundamente des Gebäudes zeigte sich, dass Wände und Fußböden sowie die Kellertreppen noch in einem guten Zustand sind.

Im Rahmen des Investitionsprogramms wurde die Sicherung des Kellermauerwerks der "Alten Schule" fortgesetzt. Das Außenmauerwerk wurde bis zu ca. 1,60 Meter über der Straßenpflasterung aufgebaut. Darüber hinaus wurde eine Stahlbetondecke als oberer Abschluss für das freigelegte Kellergeschoss eingebaut, die als Winterschutz dient und zusätzlich aussteifende Funktionen übernimmt. Das seit 2009 laufende Projekt konnte im Februar 2011 abgeschlossen werden.

Wismar: Lübsche Straße 23 (ehemalige Kaufmannskompagnie)

Auf dem Grundstück Lübsche Straße 23 befinden sich zwei Giebelhäuser. Das in seinen Ursprüngen spätgotische Patrizierhaus wurde im Klassizismus mit seinem Nachbarhaus zusammengelegt und über einen gemeinsamen Eingang erschlossen. Die beiden Häuser sollen künftig wieder separat nutzbar sein. In dem Giebelhaus, das ehemals die "Kaufmannskompagnie" beherbergte, soll eine gastronomische Nutzung ermöglicht werden. In den Obergeschossen sollen öffentliche Nutzungen und Wohnungen untergebracht werden. Im zweiten Gebäude werden im Erdgeschoss Räume für Einzelhandel und in den darüber liegenden Geschossen Wohnungen realisiert.

Ehemalige Kaufmannskompagnie (Quelle: Hansestadt Wismar)Ehemalige Kaufmannskompagnie Quelle: Hansestadt Wismar

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