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Das Wattenmeer

Die Welterbestätte

Das Wattenmeer bildet die weltweit größte zusammenhängende Fläche aus Schlick- und Sandwatt und ist neben den Alpen eine der letzten ursprünglich belassenen und flächendeckenden Naturlandschaften Europas. Die Welterbestätte Wattenmeer wurde 2009 in die Welterbeliste aufgenommen und umfasst das niederländische Wattenmeer-Schutzgebiet sowie die deutschen Wattenmeer-Nationalparks Niedersachsens und Schleswig-Holsteins. Es ist ein wichtiger Lebensraum für viele Pflanzen, Tiere und Kleinstlebewesen und überlebenswichtiges Rastgebiet von jährlich ca. 12 Millionen Zugvögeln. Die hohe Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen beruht auf seinen unterschiedlichen Landschaftsformen. Neben den reinen Wattflächen gehören zahlreiche andere Lebensräume wie Salzwiesen, Marschflächen, Dünen und Sandbänke zur Schutzzone.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Wattenmeer im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2010 bis 2014 insgesamt rd. 2,1 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Wattenmeer (Quelle: Nicola Halder-Hass, Halder-Hass Denkmalprojekte) Wattenmeer Quelle: Nicola Halder-Hass, Halder-Hass Denkmalprojekte

Baltrum: Nationalparkhaus

Auf der Insel Baltrum wurde im Rahmen des Investitionsprogramms von September bis Dezember 2010 das Nationalparkhaus instandgesetzt. Zur Verbesserung der energetischen Bilanz wurden Fenster und Tür erneuert, zudem wurde eine neue Beschilderung angebracht. Die Maßnahmen dienen der Aufwertung des Ortsbildes, da das Nationalparkhaus eines der ersten Gebäude (vom Hafen kommend) im geschlossenen Siedlungsbereich ist, verbessern die architektonische Qualität des Gebäudes und verbinden die Naturbedeutsamkeit des Wattenmeeres mit dem Bildungsort Nationalparkhaus.

Borkum: Sanierung der Seezeichen Großes Kaap und Kleines Kaap

Die 1872 errichteten Seezeichen ermöglichten den Seeleuten eine sichere Navigation durch das Wattenmeer. Die historischen Seezeichen werden statisch überprüft und saniert, um so weiterhin deren Standsicherheit und deren Fortbestand zu sichern.

Büsum: Aufbau einer flächendeckenden Besucher-Information zum Welt-Naturerbe Wattenmeer im Kreis Dithmarschen

Die Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe beinhaltet die Verpflichtung, umfassend über das Weltnaturerbe zu informieren. Das Ziel einer flächendeckenden Besucherinformation soll durch enge Abstimmung der beteiligten Partner erreicht werden (Nationalparkverwaltung, Kreis, Gemeinden, Verbände, Tourismuswirtschaft). In Abstimmung mit der trilateralen Weltnaturerbe-Arbeitsgruppe in den Kreisen Dithmarschen und Nordfriesland wurde außerhalb des Investitionsprogramms ein Prototyp eines mehrsprachigen "Info-Moduls" für Tourismuszentralen und Nationalpark-Einrichtungen entwickelt. Insgesamt gibt es 4 Moduleinheiten. Die ersten 3 sind gebaut und werden derzeit aufgestellt. Auf der Infosäule werden die Kernthemen "Auszeichnung zum Weltnaturerbe", dem "Schutzstatus", "Naturerleben im Wattenmeer" und "weltweit Einzigartigkeit dieser Landschaft" behandelt. Die Infosäule des Vertiefungsmoduls ist zusätzlich mit einem Globus, einem Monitor mit Diaschau sowie auf jeder Seite mit einer Spielstation für Kinder ausgestattet.

Darüber hinaus wurden verschiedene Elemente zur Besucherinformation (z.B. Autobahnschilder) an wichtigen Zugängen zum Welterbegebiet aufgebaut. Der Bau eines Info-Pavillons ist abgeschlossen. Die Aufstellung und Bestückung mit Texttafel erfolgt witterungsbedingt in 2012. (s. auch Förderprojekt Tönning).

Informationsmodul im Außenbereich (Quelle: Nicola Halder-Hass, Halder-Hass Denkmalprojekte) Informationsmodul im Außenbereich Quelle: Nicola Halder-Hass, Halder-Hass Denkmalprojekte

Butjadingen: Nationalparkhaus

Die Bausubstanz des Nationalparkhauses stammt in wesentlichen Teilen aus dem 19. Jahrhundert. Im Rahmen des Investitionsprogramms wurden im Herbst 2010 schadhafte Stellen des Mauerwerks erneuert und Instandsetzungsmaßnahmen an der Fassade durchgeführt.

Hallig Langeneß: Gertsen Haus auf Hallig Langeneß

Auf der Ketelswaf der Hallig Langeneß liegen die beiden traditionsreichen Museumshäuser "Kapitan Tadsen Haus" und "Gertsen Haus", in denen die Kultur- und Naturgeschichte der Halligen präsentiert wird. Im Rahmen des Investitionsprogramms wurden von Juli bis Dezember 2010 am "Gertsen Haus" Gebäudeteile (Sod, Rinne) restauriert und die Informationen zum Weltnaturerbe Wattenmeer aktualisiert.

Gertsen Haus (Quelle: Nicola Halder-Hass, Halder-Hass Denkmalprojekte)Gertsen Haus Quelle: Nicola Halder-Hass, Halder-Hass Denkmalprojekte

Land Wursten: Nationalparkhaus

Das Land Wursten hat mit Unterstützung durch Naturschutzverbände das Nationalparkhaus Land Wursten vor 24 Jahren aufgebaut. Die Ausstellung und die Bildungsarbeit werden von den Besuchern gut angenommen. Die Räumlichkeiten reichten jedoch für eine angemessene Bildungsarbeit und Ausstellung nicht mehr aus. Mit Mitteln aus dem Welterbeprogramm wird ein Anbau errichtet. Die Rohbaumaßnahmen sind weitgehend abgeschlossen. Derzeit laufen die Ausbauarbeiten sowie die Maßnahmen zur Aktualisierung der Ausstellung.

Meldorf: Konzeptentwicklung zur touristischen Weiterentwicklung Speicherkoog

Der gesamte Bereich der touristischen Nutzung im Meldorfer Speicherkoog soll überplant werden. Die Planung trägt dazu bei, eine geordnete touristische Entwicklung unter Berücksichtigung der Belange des Naturschutzes und der Welterbestätte Wattenmeer zu ermöglichen. Ein interdisziplinär zusammengestelltes Gutachterteam aus Stadt- und Landschaftsplanern, Stadtentwicklern und Sachverständigen wird von einer Lenkungsgruppe bestehend aus dem Meldorfer Kommunalunternehmen bzw. Verwaltungsspitzen und Bürgermeistern der mitwirkenden Gremien, gelenkt. Die Arbeitsweise zur Erstellung des Gesamtkonzepts ist partizipativ ausgerichtet und findet in Analyse- und Konzeptwerkstätten statt.

In der Analysewerkstatt wurden u.a. vertiefende Untersuchungen zur Verkehrsbelastung bzw. –nutzung und zur technischen Machbarkeit eines Badegewässers bei tideabhängigen Wasserständen im Speicherkoog durchgeführt. Aufbauend auf den Ergebnissen wurden in der Konzeptwerkstatt Vorschläge für das zu entwickelnde Leitbild formuliert: Das integrierte Gesamtkonzept soll Freizeit und Erholung mit ökologischer Bildung sowie Natur- und Landschaftserhalt an der Nordsee vereinen. Es soll vielfältigen touristischen Ansprüchen in einem kooperativen Sinne gerecht werden. Die gesamtheitliche Vermarktung des Naturtourismus soll die Einbindung des UNESCO-Labels und die Integration, Förderung und Berücksichtigung aller vorhandenen Akteure, Initiativen und Einrichtungen des Speicherkoogs umfassen. Die naturräumlich, faunisch und kulturgeschichtlich einmalige Natur und Landschaft soll den Rahmen für naturverträgliche und nachhaltige touristische Nutzungen bilden. Nicht mehr benötigte touristische Bereiche sollen renaturiert werden. Zwei räumlich klar abgegrenzte touristische Schwerpunktbereiche mit einem abgestimmten städtebaulich-landschaftsplanerischen Konzept sollen entwickelt, inwertgesetzt und verdichtet werden. Es handelt sich um Nordermeldorf als Neuentwicklung und Hafen Meldorf (mit Surf- und Wohnmobilspot Mielespeicher und Badestelle Elpersbüttel) als Fortentwicklung und Stärkung vorhandener Nutzungen sowie Ergänzung neuer Einrichtungen.

Die Handlungsfelder und Maßnahmenvorschläge aus der Konzeptwerkstatt werden nun in Hinblick auf ihre Machbarkeit geprüft. Anschließend werden die Ergebnisse des freizeittouristischen Entwicklungskonzepts für den 70 ha umfassenden Gesamtraum zusammengefasst.

Speicherkoog (Quelle: Architektur + Stadtplanung  HH, C. Stellmacher)Speicherkoog Quelle: Architektur + Stadtplanung  HH, C. Stellmacher

Konzeptwerkstatt (Quelle: Architektur + Stadtplanung  HH, C. Stellmacher)Konzeptwerkstatt Quelle: Architektur + Stadtplanung HH, C. Stellmacher

Roter Sand: Leuchtturm

Der Leuchtturm Roter Sand ist ein maritimes Denkmal von kulturhistorischer Bedeutung: Er gilt als Meisterwerk der maritimen Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts, schließlich wurde der Leuchtturm als Bauwerk auf offener See errichtet. Am Leuchtturm Roter Sand sind Konservierungsarbeiten und ein kompletter Außenanstrich des Turms und des Sockels erforderlich. Diese konnten aufgrund einer längeren guten Wetterphase im Sommer 2011 angefangen werden. Die Koordinierung des Arbeitspontons mit den beteiligten Handwerkern und ehrenamtlichen Mitarbeitern klappte ausgezeichnet. Trotz Ausfall des Traditionsschiffs "Goliath" konnte ein für die Transportfahrten geeignetes Schiff gefunden werden. Die Arbeiten werden in 2012 abgeschlossen.

Das Gutachten zur Standfestigkeit des Leuchtturms wurde erstellt, das auch zu den Kosten einer eventuellen Sohlensicherung Stellung nimmt. Die Umsetzung erfolgt in 2013. Weiterhin sind eine Gesimserneuerung, die Erneuerung des Wassertanks und Innensanierungsarbeiten vorgesehen.

Leuchtturm Roter Sand (Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz)Leuchtturm Roter Sand Quelle: Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Tönning: Aufbau einer flächendeckenden Besucher-Information zum Weltnaturerbe Wattenmeer im Kreis Nordfriesland

In Abstimmung mit der Weltnaturerbe-Arbeitsgruppe sollen im Kreis Nordfriesland Informationsmodule für Tourismuszentralen und Nationalpark-Einrichtungen entwickelt und aufgestellt werden. Darüber hinaus werden verschiedene Elemente zur Besucher-Information (Schilder, Pavillons) an wichtigen Zugängen zum Welterbegebiet aufgebaut (s. auch Förderprojekt Büsum).

Tönning: Nationalpark-Zentrum Multimar Wattforum

Seit der Anerkennung des Welterbes Wattenmeer sind auf den Nationalpark neue Aufgaben im Bereich der Bildungs- und insbesondere der Informationsarbeit zugekommen. Als zentrales Informationszentrum erfüllt das Multimar Wattforum noch stärker als bisher die Funktion eines touristischen Leuchtturmprojekts des Landes. Mit durchschnittlich 25.000 Schulkindern und 200.000 Besuchern jährlich ist das Multimar Wattforum ein bedeutsames und attraktives Bildungszentrum für Nachhaltigkeit an der Westküste. Um die Anerkennung des Wattenmeeres als Weltnaturerbe zu vermitteln, ist im Multimar Wattforum als erster Schritt im Jahr 2010 eine Sonderausstellung zum Weltnaturerbe realisiert worden. Die Mittel aus dem Investitionsprogramm sollen dazu beitragen, weitere Ausstellungseinheiten mit direktem Bezug zum Weltnaturerbe einzubinden.

Multimar Wattforum (Quelle: Stadt Tönning, Schlorke)Multimar Wattforum Quelle: Stadt Tönning, Schlorke

Multimar, Rutsche auf dem Spielplatz (Quelle: Stadt Tönning, Hecker)Multimar, Rutsche auf dem Spielplatz Quelle: Stadt Tönning, Hecker

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