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Klassisches Weimar

Die Welterbestätte

Weimar wurde als herausragendes Geisteszentrum des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts 1998 in die Welterbeliste aufgenommen. In Weimar entstanden literarische Werke von außergewöhnlicher Bedeutung, die Stadt wurde zu einem Brennpunkt europäischer Geistesströmungen. Zahlreiche Denkmäler künden von der Lebenswelt der Dichter, ihrer Mäzene und von den vorbildhaften künstlerischen, architektonischen, städtebaulichen und landschaftsgestalterischen Leistungen. Zum Welterbe gehören Goethes Wohnhaus, Schillers Wohnhaus, die Herderstätten (Stadtkirche, Herderhaus und Altes Gymnasium), das Stadtschloss, das Wittumspalais, die Herzog Anna Amalia Bibliothek, der Park an der Ilm (mit Römischem Haus, Goethes Garten und Gartenhaus), der Schlosspark Belvedere mit Schloss und Orangerie, Schloss und Schlosspark Ettersburg, Schloss und Schlosspark Tiefurt sowie die Fürstengruft mit dem Historischen Friedhof.

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit stellt für die Welterbestätte Klassisches Weimar im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 8,7 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Weimar - Herderplatz (Quelle: Stadt Weimar)Weimar - Herderplatz Quelle: Stadt Weimar

Entwicklung und Aufbau eines Informations– und Leitsystems

In Weimar befinden sich 14 eingetragene Gebäude und Gebäudekomplexe, die den beiden Welterbestätten "Klassisches Weimar" und "Stätten des Bauhauses" zuzuordnen sind. Diese sollen durch ein schlüssiges und stadtgestalterisch integriertes Informations- und Leitsystem inhaltlich miteinander verknüpft werden. Das neue System ist modulartig aufgebaut und in einem sehr klaren Design gestaltet. Es passt sich an die bestehenden städtischen Leitsysteme an und bietet zudem an besonders stark besuchten Orten vertiefende Informationen. In einer Studie wurden 34 Standorte mit ca. 200 Schildern und 10 Informationstafeln ermittelt. Ein deutsch- und ein englischsprachiger Flyer liegen an ausgewählten Standorten aus.

Informations- und Leitkonzept (Quelle: Stadt Weimar)Informations- und Leitkonzept Quelle: Stadt Weimar

Schloss, Schlosspark und Orangerie Belvedere

Der Schlosspark Belvedere gehört zum UNESCO-Welterbe "Klassisches Weimar". Im Rahmen des Welterbeprogramms soll die Sanierung der Anlagen fortgesetzt werden, die bereits in mehreren Etappen seit 1999/2000 erfolgt. Aus Mitteln des Investitionsprogramms werden im Bereich der Orangerie der Nord- und Südflügel, das Neue Haus, und das Gärtnerwohnhaus instandgesetzt. Darüber hinaus soll der Orangerieplatz und die zentrale Wasseranlage neu gestaltet werden. Im Gärtnerhaus wird eine Informationsstelle für Besucher und ein barrierefreier Zugang der Toiletten im Keller gebaut. Da die Gebäude der Orangerie im Winter für die Lagerung sämtlicher Pflanzen aus den Gärten genutzt werden, können die Baumaßnahmen nur in den vier Sommermonaten erfolgen. Trotz der begrenzten Bauzeit verlaufen die Umsetzungsmaßnahmen planmäßig. Die Dächer wurden bereits instandgesetzt. Im Park soll die Große Grotte statistisch-konstruktiv gesichert und instandgesetzt werden.

Orangerie (Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT)Orangerie Quelle: Marcus Gwechenberger, PROPROJEKT

Herderkirche (Stadtkirche St. Peter und Paul)

Die technische Ausstattung der Kirche hat in den letzten Jahrzehnten zu Schädigungen an der historischen Bausubstanz und der Ausstattung geführt. Im Rahmen des Welterbeprogramms wird daher die Installation einer denkmal- und bedarfsgerechten Beheizung, Beleuchtung sowie die Klimatisierung des Innenraums erfolgen. Darüber hinaus sollen statisch-konstruktive Ertüchtigungen des Dachtragewerks und des Mauerwerks, Restaurierungen an der Farbfassung im Chor, konservatorische Maßnahmen am Cranachaltar sowie eine Konservierung und Restaurierung der Grabplatten durchgeführt werden. Die Maßnahmen an den Grabplatten werden fachlich von der Archäologie begleitet. Die Baumaßnahmen laufen derzeit auf Hochtouren und sind voraussichtlich Ende 2012 abgeschlossen. Da die Kirche zu den Publikumsmagneten gehört, ist sie weiterhin in begrenzten Bereichen öffentlich zugänglich. Große bedruckte Transparente geben einen Eindruck der Kunstwerke wieder, die für die Zeit der Bauarbeiten ausgelagert wurden.

Zum Erhalt und zur Entlastung der Kirche soll das Ensemble Herderplatz 6-8 ausgebaut und durch einen Neubau erweitert werden, der künftig Funktionsräumen Platz bieten soll. Dort sollen u.a. ein Gemeinde- und Veranstaltungssaal und ein Informationszentrum entstehen.

Sanierung Herderkirche (Quelle: Stephanie Schramm, PROPROJEKT)Sanierung Herderkirche Quelle: Stephanie Schramm, PROPROJEKT

Herderplatz 14 (Wilhelm–Ernst–Gymnasium)

Direkt neben der Stadtkirche St. Peter und Paul wurde das Schulgebäude im Barockstil in den Jahren 1712 bis 1716 errichtet. Das ehemalige Wilhelm-Ernst-Gymnasium am Herderplatz 14 wurde 1712 von Herzog Wilhelm Ernst gegründet und ist das älteste Schulgebäude der Stadt. Hier gaben u.a. die Schriftsteller Johann Gottfried Herder, Johann Heinrich Voß, Friedrich Wilhelm Riemer und Johann Karl August Musäus Schulunterricht. Das alte Gymnasium ist als Einzeldenkmal ausgewiesen und eines der wenigen erhaltenen profanen Bauwerke vorklassischer Zeit in Weimar. Es liegt an städtebaulich exponierter Lage in der Altstadt und ist als eine von drei Weimarer Herderstätten Teil des Ensembles "Klassisches Weimar".

Es wird bis heute für schulische Zwecke als Volkshochschule genutzt. Nach der Instandsetzung soll im EG und im 1. OG die Volkshochschule wieder einziehen. Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz konnten in der Vergangenheit ein neues Dach und neue Fenster eingebaut werden, um die Bausubstanz zu sichern. Da die Gebäudesubstanz und insbesondere die Haustechnik erhebliche Schäden aufweist, finden mit Hilfe des INUW-Programms Sanierungsmaßnahmen statt. Aufbauend auf bauhistorischen und restauratorischen Voruntersuchungen wurde eine denkmalpflegerische Zielplanung erarbeitet, die z. B. den Rückbau späterer Einbauten vorzieht. Derzeit befindet sich das Projekt in der Umsetzung.

Außenaufnahme Gymnasium (Quelle: Stadt Weimar)Außenaufnahme Gymnasium Quelle: Stadt Weimar

Herderplatz

Der Herderplatz gehört zu den Hauptplätzen der Weimarer Altstadt und bildet das städtebauliche Pendant zum südlichen Markt. Um die geistes- und baugeschichtliche Bedeutung des Herderplatzes zu würdigen, soll er unter Berücksichtigung städtebaulicher und hochbaulicher Strukturen saniert und umgestaltet werden. Dafür wurde ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt. Gewinner des Wettbewerbs ist das Büro Schegk Landschaftsarchitekten aus Haimhausen (Bayern). Für die Verfasser ist der Platz ein städtischer, steinerner Raum, der durch seine vorgefundenen Strukturen und Topographie besticht. Den Rahmen des Platzes bildet die umliegende Bebauung - Herderkirche, Herderkirchzentrum, ehemaliges Wilhelm-Ernst-Gymnasium und Herder Denkmal samt Brunnen. Die Pläne wurden mit den Fachbehörden und der Öffentlichkeit abgestimmt und darauf aufbauend weiterentwickelt. Ziel ist es, den Verkehr zu beruhigen, die Parkplatzsituation zu ordnen und vor allem einen Raum zum Verweilen zu schaffen. An die Topographie angepasst, auf dem historischen Baumbestand ausgerichtet und mit Vor- und Rücksprüngen arbeitend, entsteht in einem fächerartigen Verlegesystem die neue Wegeführung.

Parallel zu den Planungen finden archäologische Grabungen statt. Sobald sie abgeschlossen sind, kann mit der Umsetzung begonnen werden.

Wettbewerbsergebnis zum Herderplatz (Quelle: Büro Schegk Landschaftsarchitekten)Wettbewerbsergebnis zum Herderplatz Quelle: Büro Schegk Landschaftsarchitekten

Historischer Friedhof

Der historische Friedhof gehört mit den Gräbern Goethes und Schillers zu den meistbesuchten Friedhöfen Deutschlands. Über seine eigentliche Bestimmung hinaus erfüllt er aber auch wichtige stadtökologische und soziale Funktionen. Um diesen unterschiedlichen Aspekten gerecht zu werden, wurde im Rahmen des Welterbeprogramms im Jahr 2010 eine denkmalpflegerische Rahmenkonzeption zur Erhaltung und Nutzung des historischen Friedhofs erarbeitet.

Grundlage der Rahmenkonzeption war eine Bestandserfassung, Nutzungsanalyse und Denkmalbewertung. Die Bestandserfassung beinhaltete eine Recherche der Anlagengeschichte unter Verwendung und Auswertung des Archivmaterials sowie Erstellung von Überlagerungsplänen, Anlagegenetischen Karten und eine Vermessung. Die Ergebnisse wurden in Text, Bild und Plänen dokumentiert und liefern Informationen über die baulichen und vegetativen Elemente (u. a. Erfassung Baumbestand) sowie über die visuell-kompositorischen Faktoren. Die Denkmalbewertung trifft Aussagen zur Denkmalsubstanz und zu Planüberlagerungen. In den anlagegenetischen Karten werden Zuordnungen von Elementen und Gestaltungen nach jeweiliger Entstehungszeit und Stilepoche vorgenommen. Für die einzelnen Bereiche des historischen Friedhofs werden Entwicklungsziele aufgezeigt und zeitlich gegliedert, so dass ein Maßnahmenkatalog mit Handlungsempfehlungen entstanden ist.

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