"Das Erbe der Stadt – Europas Zukunft; neue Chancen durch integrierte Stadtentwicklung"
8. – 9. Dezember 2011 E-Werk, Mauerstraße 78-80, 10119 Berlin
Links: Blick über die Dächer der deutschen Hauptstadt // Rechts: Der Tagungsort: E-Werk in Berlin
Quelle: Dirk Michael Deckbar
Das deutsche Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung lud am 8. und 9. Dezember 2011 zum Internationalen Kongress "Das Erbe der Stadt – Europas Zukunft; neue Chancen der integrierten Stadtentwicklung" nach Berlin ein.
Das baugeschichtliche Erbe der Städte Europas erfährt eine zunehmende Wertschätzung. Denkmale, Denkmalensembles und historisch geprägte Stadtgefüge werden immer mehr als Potenziale der integrierten Stadtentwicklung erkannt und eingesetzt. Der Wertschätzung auf der einen Seite steht ein großer Bedarf an Unterstützung bei den Aufgaben zur Erhaltung und Erneuerung des historischen Erbes auf der anderen Seite gegenüber. Sie bedürfen integrierter Überlegungen und Herangehensweisen.
Links: Der große Plenumssaal // Rechts: Intensiver Austausch auch in den Foren
Quelle: Dirk Michael Deckbar
Das Erbe der Stadt ist eine europäische Angelegenheit. Die Verantwortung für die Zukunft der Städte liegt auf örtlicher, regionaler, nationaler und europäischer Ebene, im integrierten Handeln und in der strategischen Vernetzung aller Akteure. Während in Asien und Südamerika immer mehr Megacities entstehen, die immer kürzeren städtebaulichen Intervallen folgen, baut die über Jahrhunderte gewachsene europäische Stadt auf ihrem Erbe auf und entwickelt es in einem Kontinuum aus Stadterhaltung und Stadtentwicklung weiter. Das Einzeldenkmal und der städtebauliche Denkmalschutz bilden gemeinsam den Transmissionsriemen einer integrierten Stadtentwicklung, die den vielfältigen Anforderungen einer modernen Stadtgesellschaft begegnet.
Links: Präsentation der Foren: Brian Smith, Elke Frauns, Matthias Ripp, Dr. Terje Nypan (v.l.) // Rechts: Dr. Birgitta Ringbeck, Delegierte der KMK beim Welterbekomitee der UNESCO / Deutschland
Quelle: Dirk Michael Deckbar
Immer mehr Menschen weltweit zieht es in Städte. Auch die europäischen Städte wachsen und sind der größte Wirtschaftsfaktor in Europa. Die europäische Stadt ist heute zugleich Wohn- und Arbeitsstadt, Dienstleistungs- und Industriestandort, Stadt der Kultur, des Sports und der Events. Sie muss den Vorgaben des Klimawandels genauso wie dem demografischen Wandel und dem wirtschaftlichen Strukturwandel folgen. Städtebauliche Lösungen für neue Nutzergruppen in alten Quartieren, für Migration und dem daraus resultierendem Verdrängungsprozess müssen gefunden werden. Tourismus ist ein großer Wirtschaftsfaktor für Städte. Er wird dann zum Erfolg für Städte, wenn er für Bewohner und Besucher gleichermaßen Angebote bereithält. Es gilt daher, die Bindungskraft nach innen und die Anziehungskraft nach außen, die Identität und die Attraktivität für die Bewohner und Besucher durch die Weiterentwicklung der Denkmale und der historischen Stadtquartiere in Einklang zu bringen.
Die Aufgaben sind vielfältig. Sie betreffen die europäische Ebene genauso wie die nationale, regionale und örtliche. Europäische und nationale Akteure sowie die bereits bestehenden Netzwerke wurden daher zu einem gemeinsamen Austausch im Rahmen des internationalen Kongresses eingeladen, um über Ideen, Herangehensweisen und Nutzungsoptionen beim Erhalt und der Weiterentwicklung des historischen Erbes der europäischen Stadt von morgen zu diskutieren. Überlegungen zu Stadt, Denkmalpflege und Kultur wurden gemeinsam mit vorbildlichen nationalen und internationalen Projekten vorgestellt und in einem europaweiten Diskurs zum baukulturellen Erbe diskutiert. Deutschland konnte mit seinen umfangreichen Erfahrungen aus dem Förderungsprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz und aus dem Investitionsprogramm für nationale UNESCO-Welterbestätten wichtige Beiträge leisten.
Rechts: Abendempfang des Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Erich-Klausener-Saal // Links: Ansprache Oda Scheibelhuber, Abteilungsleiterin Raumordnung, Stadtentwicklung, Wohnen, Öffentliches Baurecht im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung / Deutschland und Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein, Vizepräsident Europa Nostra / Deutschland
Quelle: Dirk Michael Deckbar
Die Kräfte müssen gebündelt werden, eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen von Stadt, Erbe und Kultur und mit der Wissenschaft und der Wirtschaft ist anzustreben. Die Verantwortung und die Tradition der Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Erhaltung und Weiterentwicklung des Erbes muss gestärkt werden. In Europa gibt es zahlreiche Netzwerke, die abhängig von der Ausbildung und Ausrichtung der Zivilgesellschaft des jeweiligen Landes flankierend zu staatlichem Handeln agieren. Der internationale Kongress hat eindrucksvoll gezeigt, dass für ein starkes Handeln im eigenen Land und für Europa der Austausch von größter Bedeutung ist.
Links: Prof. Michael Turner, World Heritage Center / Frankreich // Rechts: Austausch unter den Teilnehmern
Quelle: Dirk Michael Deckbar
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, die Referenten, die deutsche UNESCO-Kommission e.V. und die Teilnehmer sprachen sich gemeinsam für eine Fortsetzung des Dialoges aus.
Links: Podiumsdiskussion, Prof. Michael Turner, Joachim Zeller, Elke Frauns, Dr. Birgitta Ringbeck, Sneska Quaedvlig-Mihailovic, Prof. Dr. Jörg Haspel // Rechts: Plenum
Quelle: Dirk Michael Deckbar

