NavigationUndService

Logo: Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung


Industriekomplex Zeche Zollverein

Die Welterbestätte

Die 1851 in Essen gegründete Zeche Zollverein war bis zu ihrer Schließung im Jahr 1986 weltweit eine der größten und modernsten Steinkohleförderanlagen. Sie wurde 2001 als repräsentatives Beispiel für die Entwicklung der Schwerindustrie in Europa in die Welterbeliste aufgenommen. Der Industriekomplex wurde von den Architekten Fritz Schupp und Martin Kremmer im Bauhausstil gestaltet, die Anlage war über Jahrzehnte für den modernen Industriebau beispielgebend. Der gesamte Industriekomplex ist heute ein beispielhafter Besichtigungsort zur Bergbaugeschichte und zur Entwicklung der Industriearchitektur in einer der bedeutendsten Industrieregionen Europas.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt für die Welterbestätte Zeche Zollverein im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt 13,8 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Essen - Zeche Zollverein (Quelle: Thomas Willemsen/Bilddatenbank Zollverein)Essen - Zeche Zollverein
Quelle: Thomas Willemsen/Bilddatenbank Zollverein

Band- und Rohrbrücken

Im Rahmen dieses Projektes sollen die Band–, Rohr– und Rohrleitungsbrücken instandgesetzt werden.

Die Bandbrücken sind Teil des Gebäudeensembles der Kokerei Zollverein. Sie bilden die funktionale Verknüpfung zwischen den einzelnen Gebäuden und Anlageteilen auf der "schwarzen Seite" und verdeutlichen, welchen Weg die Kohle bzw. das Kokses von der Zeche bis zur Verladung durchlaufen hat. Sie sollen instandgesetzt werden, um so auch eine Begehbarkeit für geführte Gruppen zu ermöglichen.

Die Rohrbrücken bilden die funktionale Verknüpfung zwischen den einzelnen Gebäuden und Anlageteilen auf der "schwarzen" und "weißen Seite". Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden aus den Kokereigasen wertvolle Rohmaterialien für die Chemieindustrie gewonnen. Auf der Kokerei wurden daher auf der "weißen Seite" mehrere Kohlenwertstoffanlagen betrieben. Die Zuführung zu den Waschtürmen erfolgte über Rohrleitungen, die auf so genannten Rohrbrücken teils über mehrere Ebenen angeordnet waren. Im Rahmen der Instandsetzung der Rohrbrücken sollen zur Bestandserhaltung bzw. -sicherung insbesondere Korrosionsschutzanstriche an den Halterungen geschädigter Rohrbrückenbereiche erfolgen. Außerdem soll oberhalb der Rohrleitungen ein Weg in zweiter Ebene geschaffen werden, der einen Überblick auf die „weiße Seite“ und eine bessere Funktionserläuterung des "Weges des Gases" ermöglicht.

Kammgebäude

Im Zuge der Sanierung des Kammgebäudes sollen primär die Gebäudehülle (Bodenplatte, Dach, Außenwände, Austausch der Fenster) sowie die Innenwände sämtlicher Betriebsmittelgebäude instandgesetzt werden. Dazu gehören das Schalthaus III, das Schutzgasgebäude, das Pumpenhaus 1 und 2, das Entkarbonisierungsgebäude, das Kiesfiltergebäude, das Basenaustauschergebäude, das Kesselhaus und der Gang vor dem Kammgebäude.

Vorkühlergebäude

Das Vorkühlergebäude gehört zum Gebäudeensemble der Kokerei Zollverein und liegt auf der „Weißen Seite“. Die zur Kühlung des Koksgases erforderlichen acht Querrohrkühler stehen auf einem eingeschossigen Sockelbau. Im Rahmen des Investitionsprogramms sollen Dach– und Fassadensanierungen sowie an tragenden Betonteilen eine Sanierung durchgeführt werden. Bei den Waschtürmen sollen schadhafte Rohrleitungen demontiert sowie Korrosionsschutzanstriche an Ständerwerken, Brücken, Treppen und Geländern aufgetragen werden. Bei der Verladeanlage werden schadhafte Rohrleitungen demontiert, Reparaturmaßnahmen durchgeführt und ebenfalls Korrosionsschutzanstriche an Ständerwerken, Brücken, Treppen und Geländern aufgetragen. In der sogenannten Waschstraße mit ihren eindrucksvollen 25 Meter hohen Waschern wurden Kohlenwertstoffe wie zum Beispiel Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Benzol aus dem Kokereigas ausgewaschen. Im Rahmen der Sanierungsarbeiten werden schadhafte Stellen instandgesetzt.

Kaminkühler

Auf der Kokerei dienten die ca. 50 Meter hohen Kaminkühler zur Rückkühlung des anfallenden Kühlwassers. Die Kaminkühler besitzen einen achteckigen Grundriss und sitzen auf einer Betontasse auf. Nach durchgeführter Asbestsanierung im Jahr 2008/2009 ist derzeit das außergewöhnliche Stahlskelett des Kaminkühlers gut sichtbar. Aus Mitteln des Investitionsprogramms 2009 sollen nun die Knotenpunkte durch Nachschweißen ertüchtigt und das Stahlskelett entrostet, grundiert und beschichtet werden. Die beiden Kaminkühler 1 und 2 werden durch einen unterirdisch angelegten Rohrleitungskanal miteinander verbunden. Mit Mitteln aus dem Investitionsprogramm 2010 soll der Stahlbau saniert, der Korrosionsschutz erneuert und der Beton der Tassen und des Verbindungsbauwerks saniert werden

Wagenumlauf Ost

Die Stiftung Zollverein macht das Welterbe „Zeche Zollverein“ für seine Besucher durch den Denkmalpfad erlebbar. Er umfasst das in seinem ursprünglichen Zustand belassene Maschineninventar, das den ehemaligen „Weg der Kohle über Tage“ darstellt. Im Rahmen des Investitionsprogramms soll dieser Weg durch ein neues Ausstellungskonzept aufgewertet werden. Dies umfasst die Ertüchtigung der elektronischen Anlagen und der Brandschutzanlagen, den Einbau einer Brandmeldeanlage und einer Notbeleuchtung sowie die Ertüchtigung der elektrischen Anlagen, die für den Betrieb zwingend erforderlich sind. Ohne diese Maßnahmen kann der Denkmalpfad auf Dauer nicht mehr betrieben werden.

Der Platz an der Kohlenwäsche bildet gemeinsam mit der Gleisharfe im Norden, dem Wagenumlauf im Osten, der ehemaligen Kohlenwäsche mit dem neuen Ruhr Museum im Süden und dem Skulpturenwald im Westen ein außergewöhnliches Ensemble und das westliche Entree der Zeche Zollverein. Hier soll eine großzügige Platzfläche geschaffen werden, die den monumentalen Gebäuden der ehemaligen Kohlenwäsche und des Wagenumlaufes den notwendigen Rahmen gibt.

Aufgrund eines starken Anstiegs des Grundwasserspiegels steht die Erdgeschossebene des Wiegeturms in den letzten Jahren ständig im Wasser. Dies hat zu Schäden an der Konstruktion geführt und gefährdet die Standsicherheit. Aus Mitteln des Investitionsprogramms soll eine Sanierung durchgeführt werden, die eine örtlich begrenzte Trockenlegung, die Instandsetzung der Erdgeschossebene, des Aufzuges und der Elektrounterverteilung umfasst. Zugleich sollen bei den Schwellenstahlprofilen und Knotenpunkten der Gebäudesockel der Hallen auf Schacht XII der schadhafte Korrosionsschutz ausgebessert und die Fundamente instandgesetzt werden.

Bei den Bandbrücken soll eine Dach– und Fachsanierung der Türme durchgeführt werden, die als Eck– und Umkehrstationen der geradlinigen Transportlinien fungierten. Gleichzeitig soll künftig die Begehbarkeit der Bandbrücken für geführte Gruppen ermöglicht werden.

Sieberei

Die Sieberei liegt auf der "schwarzen Seite". In einem ersten Schritt soll ein Sanierungskonzept erstellt werden. Daraus sollen die vordringlichsten Sicherungsmaßnahmen und ein Konzept zur Erschließung für Gruppenführungen abgeleitet werden. Anschließend werden die Dachflächen, die Dachentwässerung, der Beton, die Ziegelfassaden, die Fenster und Lüftungselemente saniert bzw. erneuert.

Leitbild Kokerei

Um die künftig erforderlichen Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen im Bereich der Kokerei so zu planen, dass sie sich in ein übergreifendes Gesamt- und Nutzungskonzept einfügen, soll im Rahmen von Experten-Werkstätten ein Leitbild für die Kokerei erarbeitet werden.

Mischanlage

Am Gebäude der Mischanlage sind in den Bereichen mit halbsteinstarker Vormauerschale vor Betonwänden teilweise die Mauerverankerungen korrodiert. Dadurch dringt Wasser ein. Mit Mitteln aus dem Investitionsprogramm sollen die Verankerungssysteme saniert sowie Korrosionsschutz- und Mauerwerksarbeiten durchgeführt werden.


DieseSeite

© GSB 3.0 - 2006