Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft
- Die Welterbestätte
- Weltkulturerbe Rammelsberg
- Sanierungskonzept unter Tage
- Sanierungsmaßnahmen über Tage
- Bergeschachtstrecke
- Feuergezäher Gewölbe
- Rathstiefster-Stollen
- Altstadt Goslar, Sanierung und Restaurierung hochwertiger Baudenkmäler
- Rathaus
- Neue Straße 21
- Stadt- und Feldmauern
Die Welterbestätte
Das Erzbergwerk Rammelsberg wurde zusammen mit der Altstadt Goslar und ihrer Kaiserpfalz 1992 in die Welterbeliste aufgenommen. 2010 wurde die Welterbestätte um die Oberharzer Wasserwirtschaft ergänzt. Für das 1988 stillgelegte Bergwerk Rammelsberg ist der Erzbergbau seit etwa 1.000 Jahren urkundlich erwähnt. Mit seinem Reichtum von fast 30 Millionen Tonnen Erz hat das Bergwerk die Entwicklung Goslars maßgeblich geprägt: Im Jahre 1009 fand die erste Reichsversammlung in Goslar statt, durch den Metallhandel hatte die Stadt eine bedeutende Stellung innerhalb der Hanse. Noch heute prägen Gildehäuser, das historische Rathaus und zahlreiche kunstvoll gestaltete Fachwerkhäuser das Stadtbild. Das im 13. Jahrhundert von Zisterziensermönchen begonnene System der Oberharzer Wasserwirtschaft gilt als eines der weltweit größten vorindustriellen Energieversorgungssysteme. Es besteht aus 107 Teichen, 31 Kilometer Wasserläufen und 310 Kilometer Gräben. Die technische Entwicklung des Bergbaus im Oberharz war Vorreiter in Europa.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt für die Welterbestätte Altstadt Goslar, Bergwerk Rammelsberg und Oberharzer Wasserregal im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 7 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.
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Goslar - Bergwerk Rammelsberg
Quelle: Schramm, PROPROJEKT
Weltkulturerbe Rammelsberg
Mit einem neuen Informations- und Leitsystem werden die Besucher künftig sowohl über die Einfahrtsstraßen und Verkehrsknotenpunkte Goslars als auch von relevanten Punkten in der Altstadt zum Museum „Bergwerk Rammelsberg“ geführt. Auf dem Museumsgelände selbst soll den Besucherinnen und Besuchern ebenfalls eine bessere Erschließung, Orientierung und Information ermöglicht werden. Dazu wird der Schrägaufzug von 1936, der als seltenes, technisch und architekturgeschichtlich bedeutendes Bauwerk in unmittelbarem baulich–funktionalen Zusammenhang mit den Gebäuden der Erzaufbereitunganlage steht und das Kernstück der architektonischen Gestaltungskonzeption bildet, einschließlich seiner maschinellen Ausrüstung ertüchtigt.
Sanierungskonzept unter Tage
Der Hängebalkenstollen ist eine der wichtigsten funktionalen Grubenauffahrungen des ehemaligen Erzbergwerks Rammelsberg. Neben der Wasserhaltung innerhalb des Auffahrungsbereichs dient er heute hauptsächlich als Hauptwetterstrecke und Fluchtweg des Besucherbergwerkes. Ein Stollenverbruch oder ein stark reduzierter Grubenbauquerschnitt würde nur noch einen eingeschränkten Besucherverkehr ausgewählter, untertägiger Museumsanlagen gestatten. Die Sanierung des Hängebalkenstollens ist daher in unterschiedlichen Bauabschnitten erforderlich. Da der Hängebankstollen zur Aufrechterhaltung des Besucherbergwerkes und als Fluchtweg offen gehalten werden muss, soll der Ausbau parallel zum Betrieb erfolgen.
Sanierungsmaßnahmen über Tage
Die „Erzaufbereitung“ bildet das Kernstück der übertägigen Gebäudeanlagen des Erzbergwerks Rammelsberg. Sie beinhaltet die bedeutendste maschinelle Ausrüstung der Gesamtanlage des Bergwerks Rammelsberg. Hier sollen Fassaden- und Innensanierungen, eine Sanierung der Bruchsteinmauern in der Rammelsberger Straße und der Stützmauer hinter dem sogenannten Eindickerbecken, die Sanierung der Stützmauern im U-Bahnhof unter der Filterebene E65 sowie einzelne Instandsetzungsmaßnahmen an Gebäuden durchgeführt werden. Ergänzend dazu soll die ehemalige, rund 50 Meter lange Tagesförderstrecke (Bereich Mundloch) des untertägigen Besucherbereichs instandgesetzt werden.
Bergeschachtstrecke
Um die bergmännischen Hohlräume in die unterirdische Museumsanlage zu integrieren, sind Instandhaltungsarbeiten im größeren Umfang notwendig. Dies umfasst z.B. die Sanierungen von Ausbruch- und Rissbildungen im massiven Ziegelausbau oder auch Streckenankerungen und Vernetzungen.
Feuergezäher Gewölbe
Die bruchgefährdeten Teilabschnitte des Streckenzugangs zum Feuergezäher Gewölbe sollen saniert werden. Gegenwärtig verhindern eingetretene Teilverbrüche und Anzeichen für akut zu erwartende Bruchereignisse eine gefahrlose Befahrung des ausschließlich mit Holzausbau gesicherten Querschlages. Im Feuergezäher Gewölbes selbst soll die Ausbesserung von Rissbildungen, der Austausch zerbrochener Ausbaugesteine, die Wiederherstellung des Fugenbildes/-verbandes sowie die Ausbesserung von Fehlstellen und Verformungsabschnitten durchgeführt werden.
Rathstiefster-Stollen
Aufgrund der sehr langen Grubenbaustandzeiten sind in den Stollenauffahrungen des Rathstiefster-Stollens in mehreren Teilabschnitten Ausbauschäden vorrangig durch Verrottung des Grubenholzes zu verzeichnen. Zur Erhaltung der Hohlräume bzw. Vermeidung von Firstfällen oder auch großflächigen Verbruchprozessen sollen sowohl der Holz- wie auch der Stahlbogenausbau in den durch Besucher begehbaren Auffahrungen neu errichtet werden.
Altstadt Goslar, Sanierung und Restaurierung hochwertiger Baudenkmäler
In der Altstadt von Goslar sollen eine Reihe von Instandsetzungsmaßnahmen an hochwertigen Baudenkmälern durchgeführt werden: Beim Mönchehausmuseum in der Mönchestr. 3 sollen Brandschutz– und restauratorische Instandsetzungsmaßnahmen, beim sogenannten Klösterchen Jakobistr. 11/11a eine Dachsanierung durchgeführt werden. Die ehemalige städtische Schreinerei „Lohmühle an der Abzucht“ soll zum Zinnfigurenmuseum umgebaut, das Stampfwerk restauriert und wieder instandgesetzt werden. Bei dem überregional bedeutenden Baudenkmal Brusttuch (Hoher Weg 1) sollen die wertvollen Schnitzereien der Fachwerkfassade restauriert und das Fachwerk erneuert werden. Das Gebäude Rosentorstr. 27 gehört zum Gebäudekomplex des ehemaligen Stiftes Neuwerk. Hier soll die Kemenate, der im Mittelalter einzig beheizbare Raum, restauriert werden. Im Rahmen eines Pilotprojektes soll das Gebäude Beekstraße 16 auf der Grundlage von bauhistorischen Untersuchungen und eines zu erarbeitenden Nutzungskonzeptes modellhaft saniert werden. Der 1517 errichtete Wehrturm „Dicker Zwinger“ am Thomaswall ist Teil der historischen Befestigungsanlage von Goslar. Hier sollen Deckenbalken saniert werden. An der kunst- und baugeschichtlich wertvollen Frankenberger Kirche aus dem 12. Jahrhundert soll eine Innen- und Außensanierung vor allem im Turmbereich durchgeführt werden. Die Klauskapelle stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert und war ehemals Teil der hochmittelalterlichen Stadtbefestigung. Im Rahmen des Projektes soll ihr Schieferdach erneuert werden. Für das im späten 15. Jahrhundert errichtete Goslarer Rathaus und das Brückenbauwerk über die Abzucht, Neue Straße 21, sollen Gutachten erstellt werden, um den Schadens- und Sanierungsumfang zu ermitteln.
Rathaus
Im Rahmen des ersten Projektaufrufs 2009 wurde ein Gutachten zum Bauzustand des um 1500 errichteten Rathauses in Goslar erarbeitet. Dieses Gutachten stellt ein fortschreitendes Abkippen und Setzen der Marktplatzfassade des Rathauses fest. In einem ersten Bauabschnitt sollen nun nach einer Gründungssicherung die durch Rissbilder geprägten Fassaden saniert werden. Darüber hinaus werden defekte Sandsteine und Fugenmaterialien sowie Abdichtungen im Dachbereich restauriert. Damit soll auch Feuchteschäden entgegengewirkt werden.
Neue Straße 21
Das Privatgebäude Neue Straße 21 ist baugeschichtlich ein Bestandteil der historischen Befestigungsanlagen der Stadt Goslar. Im Rahmen des Welterbeprogramms 2009 wurde ein Gutachten zur Baugeschichte und zum Bauzustand dieses Bauwerks erstellt. Die Bauschadensanalyse ermittelte vor allem Schäden an der Fachwerkkonstruktion, dem Dachwerk und den Decken über dem Bachlauf. Nun soll die konstruktive Instandsetzung des Gebäudes durchgeführt werden.
Stadt- und Feldmauern
Eine Besonderheit der Altstadt Goslars sind die in großen Teilen noch vorhandenen mittelalterlichen Befestigungsanlagen, die wesentlicher Bestandteil des Weltkulturerbes sind. Diese Anlagen bestehen aus einer inneren Stadtmauer und einer äußeren Feldmauer sowie dazwischen liegenden Wällen und Gräben (Wallanlagen) mit Wehrtürmen und Stadttoren. An vielen Stellen übernehmen Teile des inneren und insbesondere des äußeren Befestigungsrings auch Stützmauerfunktion. In der jüngeren Vergangenheit kam es an mehreren Stellen durch Wurzeldruck und Frosteinwirkungen zu erheblichen Einbrüchen bei den Stadt- und Feldmauern. Weitere Mauern sind akut gefährdet. Die Mittel aus dem Welterbeprogramm sollen dazu eingesetzt werden, ausgebrochene Mauerteile aufzumauern, Mauerteile zu verankern und die Mauerkronen wasserdicht herzustellen.

