Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg
- Die Welterbestätte
- Eisleben: Herdlager
- Eisleben: Umbau der St.–Petri–Kirche zum "Internationalen Ökumenischen Taufzentrum"
- Eisleben: Luthers Sterbehaus
- Eisleben: Lutherarchiv
- Eisleben: Alte Lutherschule
- Wittenberg: Restaurierung der Denkmale von Martin Luther und Philipp Melanchthon
- Wittenberg: Melanchthonhaus
- Wittenberg: Stadtkirche St. Marien/Fronleichnamskapelle und Schlosskirche
- Wittenberg: Andreasbreite
- Wittenberg: Schlosskirchenensemble
Die Welterbestätte
Die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg wurden 1996 als authentische Schauplätze der Reformation in die Welterbeliste aufgenommen. In Eisleben beherbergte das Geburtshaus Luthers bereits 1693 eine Gedenkstätte, es gilt damit als eines der ältesten Geschichtsmuseen im deutschsprachigen Raum. In Wittenberg ist das Melanchtonhaus fast unverändert erhalten. In der Stadtkirche in Wittenberg hielt Luther die berühmten Invokativpredigten und führte die neuen Gottesdienstformen ein, sie wurde nach Luthers Tod in ihrer Bausubstanz kaum verändert. Am Portal der Schlosskirche schlug Luther am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen an. Bedeutung hat die Schlosskirche auch als Begräbnisstätte Luthers und Melanchtons. Ihre Restaurierung ist ein Musterbeispiel für die Entwicklung der Denkmalpflege im Verlauf des 19. Jahrhunderts.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt für die Welterbestätte Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt 8,2 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.
> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier (Website der Lutherstadt Wittenberg)
> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier (Website der Stadt Eisleben)
Wittenberg - Markt
Eisleben: Herdlager
Das sogenannte "Herdlager", ein dreigeschossiges, unsaniertes Lagerhaus aus den 1920er Jahren, steht in der Pufferzone des Welterbes. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Luthergeburtshausensemble und das Museumsquartier "Luthersterbehaus". Das zentral gelegene Herdlager soll zu einem Besucher– und Ausstellungszentrum umgebaut werden. Zur Eröffnung 2010 ist eine Ausstellung geplant, die im Zusammenhang mit dem Abschluss der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau steht. Im Rahmen des Investitionsprogramms sollen neben Planungsleistungen die Malerarbeiten, Elektro- und Sanitärinstallationsarbeiten, Maurer–, Putz–, Beton– und Tischlerarbeiten durchgeführt werden.
Eisleben: Umbau der St.–Petri–Kirche zum "Internationalen Ökumenischen Taufzentrum"
Sinkende Mitgliederzahlen führten bei gleichbleibenden Instandhaltungskosten dazu, dass im Rahmen des IBA–Prozesses 2008 ein Workshop durchgeführt wurde, der nach langfristigen und wirtschaftlich tragfähigen Perspektiven und Mehrfachnutzungen für die Petrikirche suchte. Dabei wurde vor dem Hintergrund der 2007 angebrochenen "Lutherdekade" und des "Reformationsjubiläums 2017" die Idee zur Errichtung eines Internationalen ökumenischen Taufzentrums mit möglichst weltweiter Ausstrahlung entwickelt. Unter Einbeziehung des angrenzenden Pfarr- sowie Gemeindehauses soll das Alleinstellungsmerkmal der Taufkirche Luthers genutzt werden, um diese als einen konfessionsübergreifenden Taufort von internationaler Bedeutung zu etablieren. Dazu soll eine Organisationsstruktur für den Betrieb entwickelt und die Infrastruktur zur Betreuung und Unterbringung der Gäste installiert werden (z.B. barrierefreie Zugänge und Einbau einer Heizungsanlage in der Kirche, Einrichtung von Gästezimmern und Aufenthaltsräumen im Gemeindehaus). Im Gottesdienstraum soll eine Dauerinstallation "Taufe" sowie ein Informationszentrum mit Bibliothek, Bildungszentrum, Archiv und Seminarräumen entstehen.
Eisleben: Luthers Sterbehaus
Das im Rahmen der IBA Stadtumbau 2010 durchgeführte Projekt "Museumsquartier Luthersterbehaus" beinhaltet die Modernisierung des Bestandes. Das Sterbehaus ist integraler Bestandteil des "Lutherwegs" und steht sowohl im Hinblick auf die Ausstellungsinhalte und –präsentation als auch unter städtebaulichen und architektonischen Gesichtspunkten im direkten Zusammenhang zum Geburtshaus Luthers. Durchgeführt wird die bauliche Erweiterungen einschließlich Freiflächengestaltung sowie die Entwicklung eines neuen Ausstellungskonzeptes.
Eisleben: Lutherarchiv
Das seit etwa 20 Jahren leer stehende Wohnhaus Seminarstraße 2 befindet sich im Eigentum der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und grenzt unmittelbar an das im Jahr 2007 mit hohem denkmalpflegerischen und architektonischen Anspruch sanierte "Martin Luther Geburtshaus". Zur Beseitigung des städtebaulichen Missstandes und zur Abdeckung des Bedarfes der Stiftung an Archiv- und Lagerräumen wird das Gebäude denkmalgerecht saniert und zum "Lutherarchiv" umgebaut.
Eisleben: Alte Lutherschule
Das in unmittelbarer Nachbarschaft der Andreaskirche sowie des Luthersterbehauses gelegene Gebäude Andreaskirchlatz 11 (ehemalige Lutherschule und Superintendentur) soll durch eine denkmalgerechte Sanierung und Umgestaltung revitalisiert und als Gemeinde- und Begegnungszentrum der Kirchengemeinde St. Andreas-Nicolai-Petri hergerichtet werden. In die historischen Mauern soll nach jahrelangem Leerstand eine Begegnungsstätte und ein Bildungszentrum untergebracht werden.
Wittenberg: Restaurierung der Denkmale von Martin Luther und Philipp Melanchthon
Die Denkmale Martin Luthers und Philip Melanchthon zählen zu den wichtigsten Denkmalen des 19. Jahrhunderts. Die beiden Denkmale weisen schwere statische Schäden auf. Dadurch sind die Nutzung des Marktplatzes und das städtebauliche Erscheinungsbild des Ensembles insgesamt beeinträchtigt. Im Rahmen des Projektes sollen die Denkmale restauriert werden. Dazu soll die Restauration bzw. der Neuguss der gusseisernen Baldachine, die Aufbereitung und der Neuversatz der Postamente und Stufenanlagen sowie die Reinigung und Konservierung der Bronzefiguren und Schrifttafeln durchgeführt werden.
Wittenberg: Melanchthonhaus
Das als Museum genutzte Melanchtonhaus in Wittenberg ist gegenwärtig nicht barrierefrei zugänglich und wird durch Nutzungen wie Shop, Kasse oder Toiletten eher unvorteilhaft genutzt. Um eine sinnvolle Modernisierung des Melanchtonhauses zu ermöglichen, wird das benachbarte Grundstück Collegienstraße 61 erworben, dessen Zustand aufgrund des langen Leerstandes unbefriedigend ist. Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, Nutzungen aus dem Melanchtonhaus auszulagern und die historische Größe des Melanchton-Gartens wiederherzustellen.
Wittenberg: Stadtkirche St. Marien/Fronleichnamskapelle und Schlosskirche
An den Fassaden der Stadtkirche St. Marien/Fronleichnamskapelle und der Schlosskirche befinden sich skulpturierte Epitaphe (Grabinschriften) der Renaissance und des Barocks, die in einem sanierungsbedürftigen Zustand sind. Im Rahmen des Welterbeprogramms sollen die Epitaphe restauriert und nachhaltig gesichert werden.
Wittenberg: Andreasbreite
Südlich des Schlosses befindet sich der landschaftlich gestaltete Parkbereich der sogenannten Andreasbreite. Dieser Bereich ist Bestandteil der historischen und die gesamte Altstadt umgrenzenden Wallanlagen. Die Mittel aus dem Welterbeprogramm tragen dazu bei, die Andreasbreite gestalterisch aufzuwerten.
Wittenberg: Schlosskirchenensemble
Das Schloss soll künftig durch das Evangelische Predigerseminars und eine reformationsgeschichtlichen Forschungsbibliothek genutzt werden. Ergänzend ist beabsichtigt, an der Stelle des ehemaligen Südflügels einen südlichen Anbau zu errichten. Die Mittel aus dem Welterbeprogramm werden dazu eingesetzt, Planungsleistungen für die Gebäudeplanung, Tragwerksplanung und Technische Gebäudeausrüstung sowie bauhistorische Untersuchungen und Dokumentationen durchzuführen.

