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Oberes Mittelrheintal

Die Welterbestätte

Das Obere Mittelrheintal wurde als Kulturlandschaft von großer Vielfalt und Schönheit 2002 in die Welterbeliste aufgenommen. Seine besondere Erscheinung verdankt das zwischen Bingen und Koblenz gelegene 65 Kilometer lange Obere Mittelrheintal seiner natürlichen Ausformung als Durchbruchstal im Rheinischen Schiefergebirge und der jahrhundertelangen Gestaltung durch den Menschen. Hochrangige Baudenkmäler haben sich hier in einer Fülle und Dichte erhalten, die in kaum einer anderen europäischen Kulturlandschaft zu finden sind. Mit seinen rebenbesetzten Talhängen, seinen auf schmalen Uferleisten zusammengedrängten Siedlungen und den auf Felsvorsprüngen wie Perlen aufgereihten Höhenburgen gilt das Tal als Inbegriff der romantischen Rheinlandschaft. Zugleich ist das Obere Mittelrheintal seit zwei Jahrtausenden einer der wichtigsten Verkehrswege für den kulturellen Austausch zwischen der Mittelmeerregion und dem Norden Europas.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt für die Welterbestätte Oberes Mittelrheintal im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 19,7 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Oberes Mittelrheintal (Quelle: Stadt Bacharach)Oberes Mittelrheintal
Quelle: Stadt Bacharach

Bacharach: Stadtentwicklungskonzept

Das Stadtentwicklungskonzept soll als Orientierungsrahmen für künftige Planungen dienen und gliedert sich in die vier Projektbausteine "Stadtleitbild Bacharach", "Verkehrskonzept", "Energiekonzept" und "Lichtkonzept". Wesentliche Ziele bestehen darin, die Entwicklung von zeitgemäßem Wohnraum zu ermöglichen, die Voraussetzungen für eine nachhaltige touristische Entwicklung zu schaffen und die verkehrliche Situation zu optimieren.

Bacharach: Stadtbefestigungsanlage

Entlang der Stadtbefestigungsanlage Bacharachs sind von den ursprünglich 16 Türmen noch 7 Türme vollständig und 2 Türme als Ruine erhalten. In den vergangenen Jahren war die Zugänglichkeit der historischen, mittelalterlichen Stadtmauer in Folge von Bewuchs und Verbuschung nur noch eingeschränkt möglich. Im Rahmen des Projektes soll die Sanierung der Stadttürme, der Stadtmauer und der Weiterbau des bereits zum Teil angelegten Mauerrundweges durchgeführt werden. Neben der Erhaltung und Sicherung der Bausubstanz der Türme sollen diese mit touristischen Nutzungen belegt werden, um das Kultur– und Freizeitangebot attraktiver zu gestalten.

Bacharach: Burgruine Stahlberg

Die Burgruine Stahlberg liegt auf einer Anhöhe über dem Ortsteil Bacharach. Bereits 2006 wurden Notsicherungsmaßnahmen an der Burgruine durchgeführt. Im Rahmen des Projektes sollen weitere Sicherungsmaßnahmen an der Ruine durchgeführt werden – insbesondere in Bereichen, die statisch konstruktive Mängel aufweisen und vom Verfall bedroht sind. So sollen Mauerschäden beseitigt werden, die durch die Erosion des Schieferfelsgrundes entstanden sind. Um den abgängigen Felsuntergrund des Turms und seines Plateaus zu sichern, sollen darüber hinaus Felsvernagelungen eingebracht werden.

Bacharach: Neugestaltung Rheinvorgelände und Rheinufer

Die Stadt Bacharach strebt eine umfassende Modernisierung und Neugestaltung des gesamten Rheinvorgeländes einschließlich der Uferzone an. Die rund 1.300 m lange Rheinuferpromenade soll auf der Grundlage eines integrierten Nutzungs-, Freiraum-, Verkehrs- und Gestaltungskonzepts erneuert werden. Das Hauptziel der Maßnahme besteht darin, eine funktionale Aufwertung des Rheinvorgeländes und eine bessere Verbindung zwischen mittelalterlicher Stadt und Rheinufer sicher zu stellen. Dazu soll das gesamte Rheinufergelände ökologisch und wasserwirtschaftlich aufgewertet und neugestaltet werden. An den Endpunkten der aus der Altstadt zum Rhein führenden Achsen sollen durch eine besondere Gestaltung "Portale" zur Stadt ausgebildet werden.

Boppard: Kurfürstliche Burg

Die ehemalige Wasserburg "Kurfürstliche Burg" befindet sich unmittelbar an der Rheinpromenade Boppards. Zusammen mit der romanischen Stiftskirche St. Severus prägt die Kurfürstliche Burg mit ihrem Söller das Rheinpanorama von Boppard. Sie ist im Gegensatz zu den meisten Burgen im Oberen Mittelrheintal keine Höhenburg. Zentral in der Stadt gelegen ist die Burg ein kultureller und sozialer Treffpunkt Boppards. Im Rahmen des Projektes soll die Instandsetzung und energetische Sanierung des Museumsgebäudes auf der historischen Kurfürstlichen Burg durchgeführt werden. Dazu soll der Burgcharakter durch den Rückbau der im 20. Jahrhundert in die Außenfassade gesetzten großen Öffnungen gestärkt werden. Im Rahmen der Sanierungen sollen die Tragwerke statisch ertüchtigt und Maßnahmen an den Balkenköpfen durchgeführt werden. Die sogenannten "Kölner Decken" sollen wiederhergestellt und nachträglich eingezogene Zwischenwände, welche die Anordnung der "Kölner Decken" missachten, entfernt werden. Stuckverzierungen werden konserviert, restauriert und in beschädigten Bereichen ergänzt.

Braubach: Marksburg

Die Marksburg ist das Wahrzeichen der Stadt Braubach. Als einzige, nie zerstörte Höhenburg am Rhein zeigt sie, im Unterschied zu den im 19. Jahrhundert teilweise phantasievoll wieder aufgebauten anderen Burgen, eine durchweg authentische Bausubstanz des 13. bis 18. Jahrhunderts. Der Kalkputz, der die aus Bruchschiefer errichteten Mauern schützen soll, ist in den letzten Jahrhunderten fast vollständig abgefallen. Im Rahmen der baulichen Erhaltung soll die Restaurierung der Gebäudeteile bzw. der stark verwitterten Fassaden fortgeführt werden. Dazu gehören u. a. der romanische Palas aus dem Jahr 1239, das anschließende Eiserne Tor und der Gotische Saalbau aus dem Jahre 1435. Des Weiteren soll die Bastion Pulvereck aus der Mitte des 17. Jahrhunderts statisch gesichert und ebenfalls restauriert werden.

Im Rahmen der Ausgestaltung der Marksburg als Museumsburg soll die touristische In­frastruktur ergänzt werden. Der Besucherservice soll durch eine bessere Ausschilderung und Zuwegung optimiert werden. Darüber hinaus soll die museale Einrichtung verbessert werden. Bisher ungenutzte Gebäudeteile, wie die Bastion Pulvereck aus der Barockzeit, werden als Museumsräume erschlossen.

Braubach: Schloss Philippsburg

Schloss Philippsburg liegt am südlichen Stadtausgang von Braubach. Teilweise auf der mittelalterlichen Stadtmauer erbaut, wurde das Schloss 1568 als erstes Renaissanceschloss am Mittelrhein errichtet. Zusammen mit der Marksburg und der Altstadt bildet es ein Ensemble. Die Gebäudeteile gehen in ihrer Bausubstanz auf das 16. und 19. Jahrhundert zurück. Im 20. Jahrhundert wurde Schloss Philippsburg vernachlässigt. Im Rahmen des Projektes sollen bauliche Mängel behoben werden. Dazu gehören die notwendige statische Sicherung eines Gewölbes und einer darauf aufsitzenden Stützmauer aus dem 15. Jahrhundert, die Sanierung des historischen Dachstuhls mit Fachwerkgiebel und die komplette Deckung des Daches mit Schiefer. Der einzeln stehende Treppenturm mit seiner wertvollen Basaltwendeltreppe ist der Rest eines großen Schlossflügels und soll statisch gesichert und restauriert werden.

Kaub: Blüchermuseum

Das zuletzt in Privatbesitz befindliche denkmalgeschützte Gebäude "Stadt Mannheim" ist im Oberen Mittelrheintal ein einzigartig erhaltener Barockbau aus dem 18. Jahrhundert. In dem sanierungsbedürftigen Gebäude befindet sich das "Blüchermuseum". Die Mittel aus dem Welterbeprogramm wurden dazu eingesetzt, das Areal von der Stadt Kaub zu erwerben. Das Gebäude soll in den kommenden Jahren saniert und einer langfristigen Sicherung und Nachnutzung zugeführt werden.

Die Räumlichkeiten des Blüchermuseums mit ihren Leinwand- und Papiertapeten zählen im Oberen Mittelrheintal zu den letzten, komplett erhaltenen Innenräumen des Spätbarocks. Die historischen Leinwandtapeten im Blüchersälchen und die historische Papiertapete im mittleren Raum werden restauriert.

Koblenz: Großfestung Koblenz

Die preußische Großfestung Koblenz wurde um 1815 auf den Hügeln rund um Koblenz als Festungsring erbaut. Der aus drei großen Festungssystemen bestehende Festungsring war im Wesentlichen zu Beginn der 1830er Jahre fertiggestellt. Er setzt sich zusammen aus dem System Ehrenbreitstein mit der eigentlichen Festung Ehrenbreitstein sowie verschiedenen Forts und Werken auf der östlichen Rheinseite, dem System Alexander, zu dem neben der eigentlichen Festung Kaiser Alexander auch das Fort Großfürst Konstantin und verschiedene andere Werke im Bereich südlich der Mosel und westlich des Rheins zählten, sowie dem System Franz im Bereich nördlich der Mosel und westlich des Rheins. Zu diesem gehört neben der eigentlichen Feste Kaiser Franz auch die Neuendorfer Flesche. Die einzelnen Abschnitte befinden sich in unterschiedlichem baulichem Zustand. Mit Hilfe des Investitionsprogramms sollen an der größten noch erhaltenen europäischen Festungsanlage nach Gibraltar umfangreiche Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden. So sollen bei Fort Konstantin die Sanierung und Rekonstruktion, bei der Feste Franz die statische und konstruktive Sanierung des Kehlturms, bei Fort Asterstein die statische und konstruktive Sanierung und bei der Festung Ehrenbreitstein die Umfeldgestaltung des Dikasterialgebäudes und ein barrierefreier Zugang zum Schrägaufzug in Angriff genommen werden.

Koblenz: Romanisches Haus

Das Romanische Haus bildet zusammen mit dem barocken Adelshof "Haus von Eyss" den südlichen Eingang des Koblenzer Ortsteils Horchheim. Am Romanischen Haus sollen verschiedene statische Sicherungsarbeiten an der stark veränderten Hofwand durchgeführt werden. Darüber hinaus sollen zwei rudimentär erhaltene romanische Fenster rekonstruiert werden. Mit diesen Bestandssicherungsmaßnahmen soll künftig eine öffentliche oder auch museale Nutzung ermöglicht werden.

Koblenz: Pfaffendorfer Kirche

Die Pfaffendorfer Kirche liegt in unmittelbarer Nähe zum rechten Rheinufer. Seit dem Jahr 2000 besteht Einsturzgefahr, die Nutzung ist untersagt. Zur Erhaltung und Wiedernutzung der Kirche soll die statische Grundsicherung durchgeführt werden, d.h. die Wiederherstellung des Tragwerkes, Sicherung der Apsisgründung, Behebung der Schwingungsproblematik (u.a. Glockenstuhl) sowie die Sicherung des Gewölbes durch Zuganker und Rissverpressung.

Lorch: Hilchenhaus

Das Hilchenhaus wurde zwischen 1546 und 1573 errichtet, es ist das bedeutendste Renaissancegebäude im Oberen Mittelrheintal. Im Gegensatz zu der in der Region charakteristischen Fachwerkbauweise wurde das Hilchenhaus als Massivbau aus verputztem Bruchsteinmauerwerk mit reicher Sandsteingliederung und aufwendiger Schaufassade erbaut. Das Hilchenhaus hat für Lorch und dessen Stadtbild eine überragende Bedeutung. Nachdem das Hilchenhaus einige Jahre leer stand, wurde Ende der 1990er Jahre ein Investor gefunden, der auf dem Grundstück ein Hotelkonzept verwirklichen wollte. Das Hilchenhaus sollte umgenutzt und durch zwei Hotelneubauten ergänzt werden. Realisiert wurde ein viergeschossiger Neubau auf dem oberirdischen Weinkeller des Weingutes Graf von Kanitz. Bereits vor Fertigstellung musste der Investor Insolvenz anmelden, so dass ein nicht genutzter Neubautorso als Rohbau das Stadtbild störte und daher beseitigt werden sollte. Aus heutiger Sicht ist der Neubautorso nicht zu halten, da er städtebaulich als zu groß, zu massiv und zu wenig gegliedert erscheint. Im Rahmen der Gesamtmaßnahmen soll er daher abgebrochen werden. Der darunterliegende Keller soll anschließend auf Erdgeschossniveau baulich gesichert und gestalterisch angepasst werden. Nach der Sanierung soll das Gebäude der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und für öffentliche und private Veranstaltungen bzw. Ausstellungen sowie als Touristeninformation zur Verfügung stehen. Auch der Straßenraum soll im Rahmen dieser Maßnahme neu gestaltet werden.

Rüdesheim: Osteinscher Park im Niederwald

Am südlichen Eingang des Oberen Mittelrheintals soll der Osteinische Wald wieder hergestellt werden. Die Gartenanlage des Grafen von Ostein gehört zu den frühesten landschaftlichen Parks in Deutschland. Er nimmt damit einen sehr hohen, bisher noch nicht ausreichend erkannten gartengeschichtlichen Stellenwert ein. Ausgehend von der Grundsteinlegung der Sommerresidenz 1763/64 feiert die Parkanlage 2014 ihren 250. Jahrestag und soll bis dahin eine Aufwertung und Steigerung des Bekanntheitsgrades erfahren. Damit wird ein kultur- und landesgeschichtliches Zeugnis der Gartenkunst des 18. Jahrhunderts unter Berücksichtigung der erhaltenen Parkelemente und der noch teils erhaltenen Grundstrukturen des Parks mit Hilfe des Welterbeprogramms revitalisiert.

St.Goar–Oberwesel: Stadtmauer

Die befundgemäße Restaurierung der Stadtmauerkurtine zwischen den Wehrtürmen „Kuhhirtenturm“ und „Pulverturm“ ist der letzte Abschnitt der westlichen Stadtmauer, die seit etwa 15 Jahren auf einer Länge von rund 650 Metern wieder standsicher und teilweise begehbar gemacht wurde. Ein akut vom Verfall bedrohter, etwa 60 Meter langer Abschnitt soll im Rahmen des Investitionsprogramms behutsam restauriert werden. Der befundgemäße Aufbau der Mauer erfolgt unter Verwendung vorhandener und zu ergänzender Schieferbruchsteine.

Mit der konstruktiven Sicherung der unteren Kurtine zwischen "Pfaffenhütchen" und "Mühlentorturm" wird der restliche Teil der Gesamtmaßnahme "Umwehrung der Niederburger Vorstadt" vollendet.

Entlang der westlichen Stadtmauer soll ein Rundweg angelegt werden. Damit soll auf einer Länge von rund 900 Metern eine Lücke in der touristischen Erschließung Oberwesels geschlossen werden. Der Weg soll mit einer wassergebundenen Decke sowie Natursteintreppen ausgestattet werden.

Nach Abschluss der Restaurierung der westlichen Stadtmauer soll das mittelalterliche Stadtbefestigungsbauwerk illuminiert werden, um so auch in den Abendstunden und nachts die Kulturlandschaft Oberwesels aufzuwerten. Dazu werden am Fuße der Stadtmauer Beleuchtungselemente angebracht.

Zur Steigerung der gestalterischen Attraktivität soll im historischen Kern von Oberwesel ein Stadt- und Erlebnisgarten beim ehemaligen Franziskaner-Minoritenkloster angelegt werden. Damit einhergehend werden Bereiche der mittelalterlichen Befestigung der Kernstadt Oberwesel freigestellt.

St.Goar–Oberwesel: "Weinhaus Weiler"

Das Hotel Weinhaus Weiler ist ein den Marktplatz prägendes mittelalterliches Bauwerk und Zeugnis der Handwerkskunst dieser Zeit. Das Gebäude soll restauriert werden, womit auch der Marktplatz als städtebauliches Ensemble gestärkt werden soll.

St.Goar: Hansen- und Marktplatz

Der Markt- und Hansenplatz ist das Herzstück der Kernstadt St. Goar. Mit der Umge­staltung des öffentlichen Raums soll die Attraktivität und Nutzbarkeit dieses städtischen Bereichs gesteigert werden. Im Rahmen des Architektenwettbewerbs "Modellstadt St. Goar" wurden bereits Lösungen für die Neugestaltung der Rheinanlagen, die Verkehrsführung an der B9 und in der Rheinstraße sowie die Gestaltung der anliegenden Plätze in St. Goar gesucht. Das Wettbewerbsergebnis soll mit Mitteln aus dem Welterbeprogramm umgesetzt werden.

Trechtingshausen: Clemens–Kapelle

Die Clemens-Kapelle in Trechtingshausen hat eine hohe überregionale Bedeutung. Im Rahmen des Projektes sollen Dachschäden repariert werden, die in den Jahren 2006 und 2007 festgestellt wurden. Dazu sollen die Dachflächen am Seitenschiff erneuert werden. An den übrigen Dachflächen sowie am Holzwerk der Kapelle sollen ebenfalls Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Mit der umfassenden Dachsanierung soll der Erhalt des Kulturdenkmals dauerhaft gesichert werden.


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