Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg
- Die Welterbestätte
- Schlossberg
- Zielplanung Schlossberg
- Marktplatz
- Klosterkirche St. Marien auf dem Münzenberg, Sanierung des Gebäudes Nr. 2
Die Welterbestätte
Das im Jahr 922 erstmals erwähnte Quedlinburg bietet ein außergewöhnliches Beispiel einer europäischen mittelalterlichen Stadt und wurde gemeinsam mit der Stiftskirche und dem Schloss 1994 in die Welterbeliste aufgenommen. Mit dem historischen Stadtkern auf über 80 Hektar und den rund 1.300 Fachwerkhäusern aus sechs Jahrhunderten gilt Quedlinburg als eines der größten Flächendenkmale Deutschlands. Gleichzeitig beherbergt die Stiftskirche St. Servatii einen wertvollen Kirchenschatz des Mittelalters. Die Quedlinburger Stiftskirche St. Servatii ist ein sichtbares Zeugnis der sächsisch-ottonischen Dynastie. In ihrem Gründungsbau wurden König Heinrich I. (936) und später auch seine Frau Mathilde (968) beigesetzt.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt für die Welterbestätte Altstadt Quedlinburg im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 13,5 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.
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Quedlinburg - Marktplatz
Quelle: Stadt Quedlinburg
Schlossberg
Mit den Mitteln des Investitionsprogramms sollen Maßnahmen umgesetzt werden, die das Niederschlagswasser der Gebäudedächer des Schlossberges sowie vom Schlosshof zukünftig zuverlässig ableiten. Dazu soll ein Niederschlagswasserkanal vom nächstmöglichen Anschlusspunkt bis auf den Schlossberg verlegt werden. Ergänzend dazu wird der Bereich rund um den Schlossberg durch einen Lückenschluss an das Hochdruck-Trinkwassersystem der Stadt Quedlinburg angeschlossen. Darüber hinaus sollen die nicht in der Ausstellung befindlichen Magazinbestände der historischen Stiftsbibliothek, der Gemäldesammlung und weitere kulturhistorisch bedeutenden Sammlungen des Schlossmuseums in ein umgenutztes Kasernengebäude ausgelagert werden. Mit Mitteln aus dem ersten Projektaufruf (2009) werden bereits Arbeiten am Westflügel des Kasernengebäudes sowie die Dachsanierung gefördert. Mit den nun zusätzlich zur Verfügung stehenden Mitteln aus dem Jahr 2010 soll an der ehemaligen Kaserne die Instandsetzung der Außenhülle, der Ausbau des Mittel- und Ostflügels, der Einbau eines Lagers für historische Bauelemente, die Einrichtung von Magazinräumen für das Ratsarchiv, Arbeitsräume für die Ausstellung und für die zeitweilig dort tätigen Konservatoren und Wissenschaftler sowie ein Leseraum umgesetzt werden. In der Stiftskirche sollen aus den 1960er Jahren stammende Abhängungen rückgebaut und der Dachstuhl wieder auf den gotischen Ursprungszustand zurückgeführt werden.
Zielplanung Schlossberg
Im Rahmen des Projekts soll ein Konzept zur nachhaltigen, musealen und touristischen Nutzung des Schlossbergkomplexes auf der Grundlage bekannter und noch zu ermittelnder Erkenntnisse aus der Bau- und Nutzungsgeschichte erarbeitet werden. Darin enthalten ist die Erfassung des derzeitigen Zustandes der Gebäude (bautechnisch, bauhistorisch), eine denkmalpflegerische und bautechnische Bewertung der Erkenntnisse und die Entwicklung von konkreten Nutzungsmöglichkeiten und -varianten.
Marktplatz
Der Quedlinburger Marktplatz ist der zentrale Platz der mittelalterlichen Stadt. Der Platz verfügt nur zu einem geringen Teil über eine geordnete Niederschlagswasserentsorgung. Die Rinnensysteme aus der DDR-Zeit brechen nach und nach zusammen. Die zur Modernisierung des Platzes vor ca. 40 Jahren verlegten Betonplatten zerbrechen besonders an den Kanten. Die entstehenden breiten Fugen stellen großflächige Gefahrenquellen dar. Ziel ist es, die Oberflächengestaltung entsprechend dem historischen Vorbild aus der Zeit der ersten Oberflächenbefestigung im 19. Jahrhundert anzupassen und durch eine geordnete Entsorgung des Oberflächenwassers das Pflaster dauerhaft zu erhalten. Gleichzeitig soll der Ostgiebel des Rathauses durch Stabilisierung der Fundamente gesichert werden.
Klosterkirche St. Marien auf dem Münzenberg, Sanierung des Gebäudes Nr. 2
Dem langjährigen Engagement von Stadt und Privatpersonen ist es zu verdanken, dass die aus ottonischer Zeit stammende Klosterkirche St. Marien auf dem Münzenberg wieder wahrnehmbar wird. Nach und nach wurden große Teile des historischen Grundrisses wieder zusammengeführt, so dass inzwischen der Grundriss der alten Kirche fast zusammenhängend besichtigt werden kann, während „oben“ weiter gewohnt wird. Die Sanierung des Gebäudes Nr. 2 ist für die Stadt von großer Bedeutung. Der Blick auf den zweiten „Gipfel“ von Quedlinburg wirkt im Moment abschreckend. Während große Teile der Münzenberger Häuser bereits in gepflegten Zustand sind, zeigt sich dem Betrachter von der Stadtseite aus ein heruntergekommener Bau an exponierter Stelle, der weder die städtebauliche Qualität des Areals auf dem Berg, noch den bauhistorischen Schatz in seinem Inneren vermuten lässt. Mit der Hinzufügung der Ostkrypta wird die Gesamtsanierung der Kirche St. Marien auf dem Münzenberg abgerundet.

