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Siedlungen der Berliner Moderne

Die Welterbestätte

Die sechs Berliner Siedlungen der Moderne: Gartenstadt Falkenberg, Siedlung Schillerpark, Hufeisensiedlung Britz, Wohnstadt Carl Legien, Weiße Stadt und Großsiedlung Siemensstadt entstanden zwischen 1913 und 1934 nach Plänen von Bruno Taut, Walter Gropius und Hugo Häring u.a. Die Siedlungen wurden 2008 in die Welterbeliste aufgenommen. Planung und Bau der Siedlungen markierten einen historischen Wendepunkt im Städtebau und Wohnungswesen. Die qualitätvolle Baukunst, die moderne Formensprache, die funktionalen Wohnungsgrundrisse und die städtebaulichen Figuren der Siedlungen lieferten international diskutierte und adaptierte Vorbilder für das ganze 20. Jahrhundert.

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt für die Welterbestätte Siedlungen der Berliner Moderne im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt 12,3 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.

> Weitere Informationen zur Welterbestätte finden Sie hier

Lageplan der Hufeisensiedlung (Quelle: Winfried Brenner Architekten)Lageplan der Hufeisensiedlung
Quelle: Winfried Brenner Architekten

Konzept zur touristisch verträglichen Erschließung der Siedlungen der Berliner Moderne

Die Welterbestätte "Siedlungen der Moderne" umfasst die Gartenstadt Falkenberg, die Siedlung Schillerpark, die Großsiedlung Britz, die Wohnstadt Carl Legien, die Weiße Stadt und die Großsiedlung Siemensstadt. Für diese sechs Siedlungen soll ein übergreifendes touristisches Erschließungskonzept sowie jeweils ein Informations- und Erschließungssystem in den einzelnen Siedlungen entwickelt und umgesetzt werden.

Dazu wird zunächst ein Konzept zur touristisch verträglichen Erschließung entwickelt. Dieses Konzept soll dazu beitragen, für die sechs Siedlungen eine gemeinsame Positionierung zu entwickeln, die architektonischen Ensembles erlebbar zu machen, zusätzliche Aufenthaltsqualität für Bewohner und Besucher in den Siedlungen zu schaffen, die Bewohner aktiv einzubeziehen und vor zu hohem Besucherandrang zu schützen.

Als zentrale Anlaufstelle für Besucher und zur Sensibilisierung der Bewohner für " Welterbe" soll mittelfristig in allen Siedlungen der Moderne jeweils ein Welterbe-Info-Haus errichtet werden.

Siedlung Schillerpark (Rekonstruktion der Freianlagen)

Im Rahmen des Projektes soll die Rekonstruktion der Freianlagen der Siedlung am Schillerpark durchgeführt werden. Dazu sollen Mauer– und Zaunarbeiten in den Höfen, die historische Neuordnung der Grünflächen und die Sanierung der Nebengebäude und Müllhäuser an sieben Standorten durchgeführt werden.

Siedlung Schillerpark (Wiederherstellung der Straßenpromenade, Welterbe–Info–Haus)

Das Gartendenkmal Schillerpark (1909–1913) grenzt direkt an die Welterbe-Siedlung. Der Park ist in seinen wesentlichen historischen Merkmalen erhalten, jedoch in den Randbereichen zur Siedlung stark überformt. Im Rahmen des Projektes soll die denkmalgerechte Gestaltung von Straßenpromenaden und von Randbereichen in der Pufferzone zum Schillerpark durchgeführt werden. Dazu soll der ehemals zehn Meter breite Mittelstreifen der Bristolstraße als vier Meter breite Promenade mit begleitenden Pflanzstreifen aus niedrigen Gehölzen und Bodendeckern hergestellt werden. Die Spielstraße, die sich auf der ehemaligen südlichen Fahrbahn befindet, soll zurückgebaut und als Rasenfläche neu gestaltet werden. Ergänzend dazu wird die denkmalgeschützte Plansche im Schillerpark saniert.

An der Plansche soll ein ehemaliges Toilettenhäuschen zu einen Welterbe-Info-Haus "Schillerparksiedlung" umgebaut und gastronomisch betrieben werden.

Hufeisensiedlung (Energetische Sanierung, Welterbe–Info–Haus)

Im Mittelpunkt des Projektes stehen dringend erforderliche Investitionen in den Erhalt der Hufeisensiedlung sowie ihre bautechnische Anpassung an die zukünftigen energetischen Anforderungen. Die Rückgewinnung des historischen Erscheinungsbildes dient sowohl denkmalpflegerischen Zielen als auch der Wohnumfeldverbesserung und der Steigerung der touristischen Attraktivität. Im Rahmen des Projektes sollen in der Hufeisensiedlung Fenster, Türen, Fassaden und Balkone modernisiert werden. Zur energetischen Ertüchtigung werden Dächer sowie Kellerdecken denkmalgerecht gedämmt.

Darüber hinaus sollen ein Reihenendhaus und eine Wohnung mit originaler Ausstattung als Muster hergerichtet und als Welterbe-Info-Haus genutzt werden. Im Außenraum werden Vor- und Mietergärten nach historischem Vorbild denkmalgerecht neugestaltet.

Hufeisensiedlung (Umgestaltung öffentlicher Bereiche)

Kern der Anlage ist das hufeisenförmige Wohngebäude, das um den bereits vor dem Bau der Siedlung bestehenden, ebenfalls hufeisenförmigen Teich errichtet wurde. Der Vorplatz mit der breiten Treppe und dem Übergang in die Grünanlage bilden zugleich Zentrum und Entree zur Siedlung. Die Freiräume, Promenaden und Grünflächen befinden sich zum Teil in einem verwahrlosten Zustand. Im Rahmen des Projektes soll die denkmalpflegerische Sanierung der öffentlichen Bereiche durchgeführt werden. Dazu sollen nicht denkmalgerechte Flächenbefestigungen zurückgebaut, Promenaden und Wege neu angelegt, Baumpflanzungen ergänzt und der Teich entschlammt werden. Anschließend soll die gesamte Anlage nach historischem Vorbild bepflanzt werden.

Hufeisensiedlung (Internetbasierte Informationsplattform)

Seit 1999 werden die fast 900 Reihenhäuser sukzessive an private Eigentümer verkauft, was in der Folge zu einer Aufteilung der Eigentümerstrukturen führt. Die wachsende Anzahl privater Bauherren, die ihre Häuser sanieren möchten, erfordert einen hohen Beratungsbedarf. Mit einer internetbasierten Informationsplattform soll ein neues und innovatives Vermittlungsmodell der Denkmalpflege installiert werden. Durch eine Zielgruppen- und mediengerecht aufbereitete Datenbank sollen Informationen zur Erhaltung und zur denkmalverträglichen Sanierung von Gebäuden und Freianlagen den verschiedenen Eigentümern, Nutzern und sonstigen Interessenten zur Verfügung stehen.

Gebäudezeile in der Hufeisensiedlung (Foto: Ben Buschfeld)Gebäudezeile in der Hufeisensiedlung
Quelle: Ben Buschfeld

Ringsiedlung (Energetische Sanierung, Welterbe–Info–Haus)

Die Ringsiedlung Siemensstadt entstand in den Jahren 1929–34 unter Mitwirkung der Architekten Otto Bartning, Fred Forbat, Walter Gropius, Hugo Häring, Paul–Rudolf Henning und Hans Scharoun. Im Rahmen der energetischen Sanierung wird die Wiederherstellung und energetische Erneuerung von Gebäudehüllen durchgeführt. Dazu sollen Fenster überarbeitet oder erneuert, Treppenhäuser denkmalgerecht saniert und Fassaden instandgesetzt werden. Auf den oberen Geschossdecken sowie unterhalb der Kellerdecken werden Wärmedämmungen angebracht und die Dachflächen instandgesetzt.

Im Zusammenhang mit dem geplanten Welterbeerschließungs– und Leitsystem wird ein Laden oder eine Wohnung in originaler Ausstattung als Anlauf– und Informationsstelle eingerichtet. Zur Aufwertung des Wohnumfeldes soll die denkmalgerechte Umgestaltung von Siedlungsgrünflächen durchgeführt werden. Dazu werden Sichtachsen freigestellt und ca. 8.000 qm Vegetationsflächen neu angelegt sowie Außenanlagen denkmalgerecht instandgesetzt.

Im Bauteil von Otto Bartning weist ein Großteil der Fenster bereits fortgeschrittene Schädigungen auf. Die Fenster sollen daher zum größten Teil ersetzt werden. Um bei der Sanierung die energetischen Aspekte zu berücksichtigen, sollen die vorhandenen Kastendoppelfenster bzw. Verbundfenster durch neue Kastendoppelfenster bzw. isolierverglaste Balkontüren ersetzt werden.

Im Bauteil von Walter Gropius (Jungfernheideweg 21–45) sind die Doppelbalkone mit Fensterelementen aus Stahl und einfacher Verglasung geschlossen. Auch hier liegen Schäden an den Fenstern und Loggien vor, insbesondere Korrosion an den Stahlrahmen. Im Rahmen des Projektes sollen die Stahl-Loggiafenster saniert und energetisch ertüchtigt werden. Die Erneuerung der Loggiaverglasung soll sowohl den denkmalpflegerischen als auch den heutigen technischen Anforderungen entsprechen.

Ringsiedlung (Gestaltung der Straßenlandschaft)

Die Straßenräume der Ringsiedlung sind Teil des städtebaulichen Entwurfes der 1920er Jahre und bilden gemeinsam mit den wohnungsnahen Grünflächen das öffentliche Umfeld der Wohnungsbauten. Ihre Gestaltung erfolgte durch das Zusammenwirken der Hochbauarchitekten mit dem Gartenarchitekten Leberecht Migge. Diese Gestaltung ist heute nur noch rudimentär vorhanden, so dass das ursprüngliche Erscheinungsbild der Straße kaum noch nachvollziehbar ist. Im Rahmen des Projektes sollen die Straßenräume, insbesondere die Goebelstraße und der Goebelpatz, eine denkmalgerechte Umgestaltung erfahren. In der Goebelstraße, die signifikant durch die sich wiederholende Bepflanzung mit Säulenpappeln geprägt war, sollen die historischen Baumpflanzungen und Vegetationsbestandteile wiederhergestellt werden. Am Goebelplatz wird die Sanierung der ursprünglichen Gestaltungselemente, insbesondere der Wege, Mauern und Verzierungen durchgeführt.

Ringsiedlung (Randbereich zum Volkspark Jungfernheide)

Die Ringsiedlung wurde Ende der 1920er Jahre in direkter Nachbarschaft zu dem in den frühen 1920er Jahren eingerichteten Volkspark Jungfernheide erbaut. Durch die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise konnte die städtebauliche Verzahnung zwischen Siedlung und Park nur unzureichend realisiert werden. Die Schnittstellen zwischen Wohnbereichen und Park sind auch heute noch in gestalterischer und funktionaler Hinsicht mangelhaft. Im Rahmen des Projektes soll die städtebauliche Verzahnung zwischen Gartendenkmal Jungfernheide und Siedlung weiterentwickelt werden. Dazu sollen Parkeingänge wiederhergestellt, ein weiterer Eingangsbereich eingerichtet, die Wege innerhalb des Parks instandgesetzt und wiederhergestellt sowie der zur Siedlung weisende Parkrand umgestaltet werden.

Weiße Stadt (Denkmalgerechte Wiederherstellung und energetische Erneuerung von Gebäudehüllen in der Welterbesiedlung, gartendenkmalgerechte Umgestaltung von Siedlungsgrünflächen)

Die 1931 vollendete Großsiedlung "Schillerpromenade" ist unter der Bezeichnung "Weiße Stadt" schon bald nach ihrer Fertigstellung als Inbild des modernen Siedlungsbaus bekannt geworden. Die Blockrandbebauung beginnt am südlichen Eingang der Siedlung effektvoll mit zwei Torbauten. Die Promenade schließt mit einem Querriegel, der als Brücke über die gesamte Breite der Aroser Allee gelegt ist. Das Brückenhaus markiert die Mitte der Siedlung. Im Rahmen des Projekts werden Erhaltungs- sowie energetische Anpassungsmaßnahmen durchgeführt. Die Rückgewinnung des historischen Erscheinungsbildes dient sowohl denkmalpflegerischen Zielen als auch der Wohnumfeldverbesserung. Dazu soll insbesondere das Brückenhaus instandgesetzt und energetisch ertüchtigt werden.

Weiße Stadt (Denkmalgerechte Wiederherstellung von Teilen des Gartendenkmals "Siedlungsgrün der Weißen Stadt")

Die Aroser Allee wurde als repräsentative Baumallee angelegt und durchquert die Weiße Stadt in Nord-Süd-Richtung. Die breite Mittelpromenade bildet im Abschnitt zwischen Emmentaler Straße und Genfer Straße das Zentrum der Siedlung. Dieser Abschnitt soll denkmalgerecht wiederhergestellt werden.

Gartenstadt Falkenberg (Denkmalgerechte Instandsetzung der öffentlichen Räume (Akazienhof))

Die Gartenstadt Falkenberg entstand von 1913 - 1915 auf Initiative der Deutschen Gartenstadtgesellschaft, die eigens zur Errichtung der Siedlung einen genossenschaftlich organisierten Bauträger, die "Baugenossenschaft Gartenvorstadt Groß-Berlin" gründete. Angelegt wurde die Siedlung auf dem 1913 durch die Genossenschaft erworbenen hügeligen Terrain des Gutes Falkenberg. In der Gartenstadt Falkenberg soll der Akazienhof denkmalgerecht wiederhergestellt werden.


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