Der obergermanisch-rätische Limes
- Die Welterbestätte
- Bad Ems: Limesturm
- Bad Homburg v.d.H.: Römerkastell Saalburg
- Bad Nauheim: Signalturm Johannisberg
- Bendorf: Römerturm Bendorf
- Burgsalach: Maßnahmen zur Erhaltung und Visualisierung der historischen Strukturen
- Gerolfingen, Wittelshofen und Weiltingen: Neubau Limeseum am Römerpark Ruffenhofen
- Großkrotzenburg: Römisches Kastell
- Oberursel, Glashütten und Wehrheim (Hochtaunuskreis): Limeserlebnispfad
- Holzhausen: Limeskastell
- Hungen: Limesinformationszentrum Hof Graß
- Miltenberg, Amorbach und Bürgstadt: Limes Erleben
- Neustadt: Römerkastell Abusina
- Osterburken, Adelsheim: Limespark Osterburken
- Pförring: Römerkastell
Die Welterbestätte
Der obergermanisch-raetische Limes ist mit 550 Kilometern das längste Bodendenkmal Europas. Er diente der einstigen römischen Weltmacht als Grenze zu Germanien und bildet gemeinsam mit dem Hadrianswall in Großbritannien die grenzüberschreitende Welterbestätte "Grenzen des Römischen Imperiums". Der Limes wurde 2005 in die Welterbeliste aufgenommen. Der obergermanische Limes beginnt bei Rheinbrohl, der rätische Limes im Rotenbachtal bei Schwäbisch Gmünd. Er endet nahe Regensburg bei Hienheim an der Donau. In seinem Verlauf in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz konnten zahlreiche Überreste der antiken Grenzanlage erhalten werden, zum Beispiel das rekonstruierte Kastell Saalburg bei Bad Homburg, in dem Limesforschung betrieben und über das Leben im Grenzland zur Römerzeit informiert wird.
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung stellt für die Welterbestätte Limes im Rahmen des Investitionsprogramms nationale UNESCO-Welterbestätten im Förderzeitraum 2009 bis 2014 insgesamt rd. 6 Mio. Euro Bundesmittel für folgende Projekte zur Verfügung.
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Der obergermanisch-rätische Limes
Quelle: Schramm, PROPROJEKT
Bad Ems: Limesturm
Der Limeswachturm WP 2–1 ist der älteste rekonstruierte Limesturm. Im Rahmen des Projekts soll das Bruchsteinmauerwerk saniert, die Holztragewerkkonstruktion von Wehrgang, Galerie und Dach sowie der Bodenbelag teilerneuert werden. Damit soll eine nachhaltige Bestandsicherung des Turmes gewährleistet werden.
Bad Homburg v.d.H.: Römerkastell Saalburg
Die Saalburg, ein römisches Kastell zur Überwachung des Limes, wurde nach ersten archäologischen Untersuchungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf Initiative Kaiser Wilhelms II. von 1897 bis 1907 als Freilichtmuseum und Forschungsinstitut aufgebaut. Im Rahmen des Projektes sollen die Umfassungsmauer und die Toranlage grundsaniert und eine Umfriedung angelegt werden, die dem alten Verlauf folgt und die Grenze des Archäologischen Parks markiert. Das Ensemble Villa Böhm, das Nachtwächterhaus und das Teehaus der Kaiserin Viktoria bildet ein forschungsgeschichtlich und denkmalpflegerisch bedeutendes Ensemble. Das Ensemble soll saniert und im rekonstruierten Nachtwächterhaus die Geschäftsstelle der Deutschen Limeskommission untergebracht werden.
Die Rekonstruktion des Mithrasheiligtums südlich des Saalburg-Kastells soll gemeinsam mit dem davor angelegten Teich und dem rekonstruierten Nymphenheiligtum die Stimmung eines römischen Naturheiligtums vermitteln. Die Kellermauern der Wohnhäuser im Bereich des Dorfes gehören zum originalen römischen Bestand und vermitteln einen Eindruck von der Lebenswirklichkeit der Bevölkerung vor den Toren des Kastells. In diesem Bereich werden die Dorfhäuser und öffentliche Gebäude restauriert (Thermenanlage, Herberge, Jupitersäule, große Halle)
Das Gräberhaus ist das früheste auf römischen Grundmauern wiedererrichtete Gebäude im archäologischen Park. In den Gebäuden sollen Instandsetzungen durchgeführt und anschließend eine Dauerausstellung zur römischen Gräberstraße an der Saalburg eingerichtet werden.
Bad Nauheim: Signalturm Johannisberg
Der römische Signalturm Johannisberg liegt im denkmalgeschützten Waldpark Bad Nauheims und gehört zusammen mit den Resten der benachbarten Johanniskirche zu einem Denkmalensemble. Zwischen 2009 und 2010 wurden die römischen Originalrautenziegel instandgesetzt, die durch fehlerhaften Einbau in der Vergangenheit, Verschleiß durch Witterung und Vandalismus beschädigt waren. Darüber hinaus wurde die aufgehende Mauer über den Turmresten saniert, indem die Mauer zum Schutz vor Regenwasser neu abgedeckt und mit Mörtel verfugt wurde. Im Turminneren wurde eine frostsichere Gründung aus Rautenziegeln erstellt.
Bendorf: Römerturm Bendorf
1912 wurde nach den damaligen wissenschaftlichen Erkenntnissen ein Römerturm am Limes rekonstruiert und ca. 10 Meter von den Grundmauern des Wachturmes 1/54 errichtet. Er ist somit sowohl Bodendenkmal als auch Zeitzeugnis der Erforschung des Limes durch die Reichs-Limeskommission. Der Turm wurde in den 1970er Jahren in Folge von Brandstiftungen zugemauert und war seither nicht begehbar. Der Römerturm wurde 2009 bis 2010 instandgesetzt und wieder in den Zustand seiner Erbauung gebracht.
Burgsalach: Maßnahmen zur Erhaltung und Visualisierung der historischen Strukturen
Die Bodendenkmäler des Limesabschnittes Burgsalach liegen im Naturpark Altmühltal. Das römische Erbe der Region soll im Rahmen eines didaktischen Konzeptes am Limesort Burgsalach, der sich aufgrund der besonderen Dichte an Zeugnissen der ehemaligen Grenzbefestigung besonders gut für einen Römererlebnispfad eignet, vermittelt werden. Ziel ist eine spielerische Vermittlung von Wissen über die Themen "Die Römer in Bayern" und "Der Limes als UNESCO–Welterbe". Um die Bodendenkmäler in Burgsalach zu sichern, sind Maßnahmen zur Erhaltung und Visualisierung der historischen Strukturen erforderlich. Dazu sollen bei der Römerstraße die Mauerreste von Bewuchs befreit und die Substanz konserviert werden. Für den Burgus sind Landschaftspflegemaßnahmen, die Sanierung der Aussichtsplattform sowie die Erstellung von drei Modellen geplant. Durch gezielte Bepflanzung sollen die historischen Strukturen visualisiert und Schautafeln aufgestellt werden. Daneben soll entlang der archäologischen Stätten auch der "Römererlebnispfad Burgsalach" mit Schautafeln gestaltet werden.
Gerolfingen, Wittelshofen und Weiltingen: Neubau Limeseum am Römerpark Ruffenhofen
Mit dem Neubau des Gebäudes soll auf etwa 800 qm das erste LIMESEUM im Landkreis Ansbach als Bildungsstätte unter wissenschaftlicher Leitung mit Sonderausstellungsfläche, einem Raum für Museumspädagogik und Vorträgen, Museumskino und Kindermuseum entstehen. Im Rahmen des Projekts soll auch eine virtuelle Idealrekonstruktion von Kastell, Vicus und Limes als vollständige 3-D Visualisierung erstellt werden.
Großkrotzenburg: Römisches Kastell
Die südliche Mauer des römischen Kastells von Großkrotzenburg ist bis zu einer Höhe von ca. 4 Meter erhalten. Sie bildet heute die Grenze zwischen verschiedenen Grundstücken und prägt nach wie vor das Ortsbild von Großkrotzenburg. Durch die Überwucherung mit Efeu und Umwelteinflüsse ist die Mauer sanierungsbedürftig. Im Rahmen des Projektes soll die Oberfläche der Mauer daher gereinigt und gefestigt werden.
Oberursel, Glashütten und Wehrheim (Hochtaunuskreis): Limeserlebnispfad
Der Limeserlebnispfad Hochtaunus trägt dazu bei, die archäologischen Denkmäler (Limes, Wachttürme, Kleinkastelle, Kastelle) den Besuchern mit Hilfe verschiedener didaktischer Module zu vermitteln (z.B. Erläuterungstafeln, Teilrekonstruktionen). Mit Mitteln aus dem Welterbeprogramm sollen verschiedene Wachturmstellen instandgesetzt werden.
Holzhausen: Limeskastell
In unmittelbarer Nähe des Limeskastells befindet sich eine Schutzhütte, die zu einem Informationspavillon ausgebaut werden soll. Dazu sollen die Außenwände mit einer neuen Holzverschalung verkleidet und das Dach mit Schiefer neu eingedeckt werden. Darüber hinaus soll die Kastellmauer des Limeskastells Holzhausen instandgesetzt werden.
Hungen: Limesinformationszentrum Hof Graß
Im Limesentwicklungsplan wurde für den Landkreis Gießen ein regionales Informationszentrum "Limes" vorgesehen, das im ehemaligen Gesindehaus (Gebäude Nr. 5) auf dem über zweihundert Jahre alten Hof Graß eingerichtet werden soll. Das Limesinformationszentrum auf Hof Graß ist ein wichtiger Baustein für die Erschließung und Vermittlung des Limes im Landkreis Gießen und der nördlichen Wetterau. Es fügt sich in die bestehende Museumslandschaft in der Region "Wetteraulimes" ein und trägt zur zukünftigen Strukturentwicklung und Förderung des Tourismus bei. Zur Umsetzung des Projektes sollen die Gebäudehülle von Hof Graß saniert sowie Innenausbau– und Einrichtungsmaßnahmen vorgenommen werden (Einbau einer behindertengerechten Toilettenanlage, Präsentation von Karten und Fundstücken, etc.). Außerdem sollen ein Rundwanderweg um Hof Graß und ein Wasserspielplatz errichtet werden.
Miltenberg, Amorbach und Bürgstadt: Limes Erleben
Im Rahmen des Gesamtprojektes "Limes Erleben" sollen in Miltenberg, Amorbach und Bürgstadt verschiedene Informationstafeln aufgestellt werden. Dazu sollen vor allem von der Öffentlichkeit "vergessene" bzw. nicht wahrgenommene Stätten sichtbar gemacht werden. Um dies zu erreichen, werden bei verschiedenen Wachtürmen Konservierungsmaßnahmen durchgeführt, so dass die Grundrisse und die Mauern bis zu einer Höhe von etwa 50 cm sichtbar werden.
Neustadt: Römerkastell Abusina
An der Südwestecke des Kastells Abusina im Ortsteil Eining sind durch Setzungen des Baugrundes bereits Schäden am Mauerwerk aufgetreten. Die Mittel aus dem Welterbeprogramm sollen dazu eingesetzt werden, ein mögliches Abrutschen des Hanges durch eine Vernagelung und die Ableitung von Regen- und Bodenwasser zu verhindern. Außerdem sollen Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur (Einrichtung von Toilettengebäuden, Parkplätzen, Wasser- und Abwasserleitungen) vorgenommen und ein Informationssystem (Wegweiser, Flyer, Audioguides und Visualisierungs-Terminals "Virtuelles Abusina") errichtet werden.
Osterburken, Adelsheim: Limespark Osterburken
Das Umfeld des Römermuseums Osterburken soll als Limespark erschlossen werden. Hierzu soll auf einem 5 Kilometer langen Teilstück das Welterbe Limes in all seinen Erscheinungs- und Erhaltungsformen gezeigt werden. Dazu sollen bestehende Objekte nach den Vorgaben des Limesentwicklungsplans Baden- Württemberg ausgebaut, erschlossen und vernetzt werden.
Pförring: Römerkastell
Um das Bodendenkmal Kastell Pförring nachhaltig zu sichern, sollen Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt werden. Dies gilt insbesondere für die schadhaften Mauerzüge des Nordosttores und des nördlichen Eckturmes. Ergänzend werden gemäß dem Limes-Entwicklungsplan Bayern 2006 landschaftspflegerische Maßnahmen durchgeführt.

